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Bürgerinitiative „Gegenwind“ macht Druck bei der Stadt

Wirtschaftswege in der Feldflur von Fürstenau bei Höxter zerstört

Höxter-Fürstenau

Ungesichterte Baustellen und zerstörte Wirtschaftswege in der Feldflur von Fürstenau verärgern die Bürgerinitiative „Gegenwind“. Trotz mehrfacher Hinweise an Stadt und Polizei habe sich bislang nichts getan.

Die Bürgerinitiative „Gegenwind“ macht Druck: Wirtschaftswege in der Feldflur bei Fürstenau seien bei Erdarbeiten großflächig zerstört worden.  Foto:  Bürgernitiative „Gegenwind"

Ferdinand Welling, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Gegenwind Köterbergland“,  erläutert die Hintergründe: „Vor mittlerweile drei Jahren bekam ein Projektierer die Erlaubnis, in der Fürstenauer Gemarkung vier Windkraftanlagen zu errichten. Gegen diese Erlaubnis sind mehrere Klagen beim Verwaltungsgericht anhängig.“ Trotz dieser Rechtslage habe der Projektierer im Herbst vergangenen Jahres mit massiven Erdarbeiten begonnen. „Zu diesem Zeitpunkt hatte er keinen Vertrag mit der Stadt Höxter, die Wirtschaftswege zu benutzen beziehungsweise   auszubauen.“

Gleichzeitig seien diese Wege im Zuge der Bauarbeiten großflächig zerstört worden. „Metertiefe Löcher am Straßenrand sind bis heute nicht gesichert. Trotz mehrfacher Telefonate und E-Mails an die Verwaltung und auch an die Polizei änderte sich die Situation bislang nicht.“

Im Dezember habe sich dann der Ortsausschuss Fürstenau mit dieser Situation befasst. „Einstimmig wurde die Verwaltung aufgefordert, tätig zu werden“, berichtet Ferdinand Welling.  Von dieser Sitzung gebe es bis heute noch immer kein Protokoll. „Da stellt sich die Frage: 'Ist das alles gar nicht so schlimm?' Die Leiterin des Ordnungsamtes sagte auf Nachfrage: 'Na ja, das ist ja nicht die Westerbachstraße!'“

Ferdinand Wellig stellt eine kritische Frage in den Raum: „Dürfen Windradbauer alles, weil sie 'systemrelevant' sind und das Klima retten? Ist das im 'öffentlichen Interesse'?“ Dass Windkraftanlagen nach acht bis zehn Jahren Laufzeit mit Glück anfangen, umweltneutral Strom zu erzeugen, solle vorkommen, so der „Gegenwind“-Vorsitzende. Das Problem sei  die Infrastruktur.

Um mit Strom zu heizen und sein E-Auto zu laden, müssten in den Wohnquartieren auch entsprechende Kabel verlegt sein. Welling: „Diese könnten jetzt zusammen mit dem Glasfaserkabel verlegt werden. Solches Vorgehen wäre tatsächlich im öffentlichen Interesse, denn man müsste die Straßen nicht nach kurzer Zeit erneut aufreißen. Nur leider passiert auch auf diesem Gebiet nichts. Es gibt viel zu tun. Warten wir es ab.“

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