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Lichtalben-Festival: Musik, Workshops und Camping an der Kennedy-Brücke in Boffzen

Woodstock an der Weser

Boffzen (WB). Eintrittspreise? Die gibt es beim Lichtalben-Festival in Boffzen nicht. Festgelegte Preise für Essen und Trinken auch nicht. Das Konzept: Jeder gibt so viel er möchte. Das Festival auf Spendenbasis ist am vergangenen Wochenende zurück unter die Kennedybrücke in Boffzen gekommen.

Angelina Zander

Nina Müllender (links) und Hanna Wolf vom Organisationsteam des Vereins Lichtalben sind am Samstagnachmittag zufrieden mit dem Verlauf des Lichtalben-Festivals an der Weser in Boffzen. Bei dieser Veranstaltung läuft (fast) alles auf Spendenbasis. Foto: Angelina Zander

Bassbetonte Musik erklingt von der Hauptbühne, die mit alten Türen, Brettern und Blechen ein futuristisches Design hat. Davor tanzt am Samstagnachmittag eine Gruppe Besucher, manche in auffällig bunter Kleidung, andere im weißen T-Shirt gepaart mit blauer Hose. Das Lichtalben-Festival sprach kein spezifisches Publikum an.

Alle Generationen machten sich auf den Weg Richtung Kennedy-Brücke, um das ungewöhnliche Spendenkonzept selbst zu erleben. Gegen eine Spende gab es ein Bändchen und der Festival-Spaß konnte beginnen. »Wir wollen Kunst und Kultur für Jedermann zugänglich machen«, erklärte Nina Müllender vom Verein Lichtalben den Hintergrund für das Konzept. »Die Festivalkultur entwickelt sich zum Privileg.«

Das Lichtalben-Festival soll dem Trend entgegenwirken. Doch ganz ohne kommerzielle Angebote konnten auch die Organisatoren nicht verzichten. Neben der ersten T-Shirt-Kollektion des Vereins gab es ein Tabak-Mobil, das die Besucher mit dem Wichtigsten ausstatte. Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigte die Organisatoren maßgeblich. Bei der Essensausgabe seien recycelte Becher und Holzlöffel zum Einsatz gekommen, die Möbel entstanden aus Sperrmüll. Und auch die Wiese wollten die Organisatoren sauber hinterlassen, so Hanna Wolf vom Organisationsteam. Deshalb standen auf dem Gelände zahlreiche Mülleimer.

Campingwiese erweitert

Drei Tage, von Freitag bis Sonntag, konnte zudem an der Weser gezeltet werden – in direkter Nachbarschaft zu den beiden Bühnen, auf denen Musik gespielt wurde. »Die Campingwiese mussten wir eine Freitag um eine Wiese erweitern«, berichtete Nina Müllender vom hohen Camping-Aufkommen. Aus ganz Deutschland seien Musikinteressierte angereist. Als Topact hatten die Veranstalter vom Verein Lichtalben die Künstlerin Sarah Kreis eingeladen, die am Samstagabend gegen 21 Uhr auftreten sollte.

Ergänzt wurde das umfangreiche musikalische Programm durch zahlreiche Workshops und ein Kunstcamp, das bereits im Vorfeld veranstaltet worden war. »Das lief sehr gut«, berichtete Hanna Wolf. Insgesamt hätten sich 20 Teilnehmer für den Workshop angemeldet und ihre Kunstwerke am Donnerstag einem Publikum vorgestellt. Eine Künstlerin aus Höxter habe mit den Teilnehmern das »Abenteuer Malerei« entdeckt und mit Acrylfarben auf Leinwänden gemalt, berichtete Hanna Wolf.

Am Festival-Wochenende zu sehen waren noch die Ergebnisse des Workshops Portraitfotografie. Abgelichtet wurden dafür einige Aufbauhelfer. Während des Workshops wurden die Teilnehmer vom Kollektiv der Dilettanten bekocht. Am Samstag bereiteten sie für die Festival-Gäste eine Bulgur-Pfanne zu. Und während die Musik von den Bühnen dröhnte, versuchten einige am Samstag in einem Workshop zu meditieren oder aber sich artistisch auszutoben.

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