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TV-Börsenexperte Markus Koch referiert beim Finanz-Forum

Zukunft als Chance begreifen

Höxter/Brakel (WB). Nach Theo Waigel, Friedrich Merz und Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer ist es der Sparkasse Höxter erneut gelungen, einen prominenten Referenten in den Kreis Höxter zu holen. Fernsehmoderator Markus Koch (n-tv) referierte vor 500 Gästen in der Stadthalle Brakel zu aktuellen wirtschafts- und geldpolitischen Themen.

Achim Frohss (von links), Vorstandsmitglied der Sparkasse Höxter und Jens Härtel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse (rechts), begrüßen N-tv-Moderator Markus Koch. Er ist Referent beim Finanz-Forum in der Stadthalle Brakel. Foto: Sparkasse Höxter

Zu Beginn der Veranstaltung skizzierte Jens Härtel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Höxter, die derzeitige Situation an den Geld- und Finanzmärkten in der Eurozone und deren negativen Auswirkungen auf Sparer und Unternehmen. »Auf absehbare Zeit ist von der Europäischen Zentralbank keine Abkehr von der derzeitigen Nullzinspolitik zu erwarten«, so die Einschätzung des Sparkassenchefs.

»In der Ära des Lärms richtig navigieren«

Unter der Überschrift »In der Ära des Lärms richtig navigieren« griff Wallstreet-Insider Markus Koch verschiedene geopolitische Wirtschaftsthemen auf. Zunächst gab er seine Sichtweise zur Politik von Donald Trump und zum drohenden Amtsenthebungsverfahren ab. »Trump macht es einem Börsenjournalisten alles andere als leicht. Technische Analysen der Märkte sind eigentlich kaum mehr aussagekräftig, da die Entwicklungen an den Märkten bereits durch einen einzigen Tweet von Donald Trump auf den Kopf gestellt werden können. In der Regel gilt dabei: Je mehr Trump tweetet, desto schwächer wird der Markt«, so die Beobachtung des Börsenexperten.

Natürlich war auch der Handelskrieg zwischen den USA und China ein wichtiges Thema. Hier stellte Markus Koch verschiedene Szenarien vor. Sicherlich sei es nicht verkehrt, China auch mal in die Schranken zu weisen. Da Europa uneins sei, sei dazu nur die USA in der Lage. Auf lange Sicht sei eine Einigung allerdings für alle Beteiligten besser.

Auch die EZB dürfte laut Markus Koch mittlerweile erkannt haben, dass Negativzinsen nicht gut sind. »Je negativer die Zinsen werden, desto mehr sparen die Menschen, umso weniger investieren sie, desto unsicherer wird das Umfeld«, fasst er die Situation zusammen. Die EZB müsse allerdings Fehler der Politik ausgleichen. Hier hält er es für geboten, Fiskalmaßnahmen zu ergreifen, in die Infrastruktur zu investieren und Steuern zu senken. Finanzieller Spielraum sei dafür in den Staatshaushalten vorhanden. Er regt an, dass die EZB überlegen solle, ob ihr Inflationsziel noch das Richtige sei. »Vielleicht sollte sie stattdessen ein Wachstumsziel anstreben«, so seine Überlegungen.

»Lebens- und Börsenfrage«

»Die zentrale Lebens- und Börsenfrage ist immer: Was passiert als nächstes?«, so Koch. Die Antwort auf diese Frage könne man als Problem oder als Chance sehen. Er plädierte dafür, die Zukunft immer als Chance zu begreifen, die man formen könne.

Übertragen auf die Aktienmärkte bedeute dies, dass man auch vor Kursrückschlägen keine Furcht haben müsse. »So steht beispielsweise der Dax heute um 30 Prozent höher als zum Zeitpunkt des Brexit-Referendums vor drei Jahren«, erklärte der Börsenexperte. Im Übrigen dauerten Phasen steigender Aktienkurse im Durchschnitt viereinhalb Jahre, während Zeiten sinkender Aktienkurse nur rund 14 Monate anhielten. Daraus leitet Koch eine Regel zur Geldanlage ab: Als Anleger müsse man Zeit haben, um auch eine Durststrecke zu überstehen

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