OA-Vorsitzende des Kreises in WB-Serie vorgestellt: Ferdinand Welling (UWG) schafft in Fürstenau Historisches – mit Kommentar

Zwischen Tradition und Fortschritt

Fürstenau (WB)

Für Fürstenau war die Kommunalwahl 2020 historisch: Nach Jahrzehnten, in denen CDU-Mitglieder den Vorsitz im Ortsausschuss inne hatten, übernahm ein UWG-Mann die Führung. Ferdinand Welling hat inzwischen zwei OA-Sitzungen geleitet und setzt auf ein junges und innovatives Team.

Jürgen Drüke

Daumen hoch: Ortsausschussvorsitzender Ferdinand Welling setzt auf den Fürstenauer Teamgeist. Foto: Jürgen Drüke

„Wir wollen unsere Ortschaft zukunftsorientiert aufstellen. Der demografische Wandel ist eine riesige Herausforderung“, sagt der 56-Jährige und verweist auf das bewährte Motto „Wir sind Fürstenau“. Das „Wir-Gefühl“ sei ein großes Plus der Ortschaft. Bei der Kommunalwahl im September 2020 hatte die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) in der 1167 Einwohner (Stand 31. Dezember 2020) zählenden Ortschaft der Stadt Höxter 43 Prozent der Wählerstimmen geholt und lag damit anderthalb Prozent vor der CDU. Die Würfel für den erstmaligen UWG-Vorsitz waren gefallen.

Der Kindergarten St. Anna steht für die Zukunft von Fürstenau. Foto: Jürgen Drüke

Ferdinand Welling hatte sich bei der Wahl gegen den CDU-Mann Roland Vornholt durchgesetzt und trat im Dezember des vergangenen Jahres die Nachfolge von Nicolas Westermeier (CDU) an. „Wir haben viele junge Mitglieder im Ortsausschuss. In der Kommunalpolitik wird sicherlich auch für die Sache gestritten. Letztlich stehen wir parteiübergreifend für das Wohl und die Entwicklung unseres Ortes“, hebt der neue OA-Vorsitzende hervor.

Das Naherholungsgebiet an der Pionierbrücke zwischen Fürstenau und Bödexen ist fertig. Foto: Jürgen Drüke

Die ersten Erfolge sind bereits sichtbar: An der Pionierbrücke, sie verbindet Fürstenau mit dem Nachbarort Bödexen, haben Bürgerinnen und Bürger der beiden Orte an drei Samstagen im Februar das dortige Biotop auf Vordermann gebracht. „Ein einmaliges Naherholungsgebiet ist wiederbelebt und mit einer Energieleistung erneuert worden“, so Ferdinand Welling. EU-Fördermittel seien in das Projekt geflossen. Genauso wie in ein zweites Biotop unterhalb der Antonius-Schutzhütte, das gerade hergerichtet werde. Fördermittel des Landes, des Bundes und der EU seien in der heutigen Zeit ein ganz wichtiges Mittel, um Dörfer für die Zukunft auszurichten. Der OA-Vorsitzende und gleichzeitige neue Ratsherr betont: „Projekte können nur so verwirklicht werden.“ Die Landesgartenschau 2023 in Höxter wäre ansonsten eine Utopie gewesen.

Gespräch über dem Gartenzaun: OA-Vorsitzender Ferdinand Welling mit August Potthast. Foto: Jürgen Drüke

Der Familienvater hat in den wenigen Monaten seiner Amtszeit bereits einiges auf den Weg gebracht und wirkt wie ein Motor, der immer auf Hochtouren fährt: „Dörfer haben eine Zukunft. Sie werden gerade jetzt in der Pandemie immer begehrter.“ In Fürstenau würden sie das inzwischen positiv spüren. Welling ist überzeugt, dass das nicht nur ein Trend ist: „Zum Landestheater nach Detmold oder zur Universitätsklinik nach Göttingen ist es zudem nicht weit. Will heißen, die Wege in der Großstadt sind oft nicht kürzer und der Zeitaufwand identisch.“ Fürstenau solle für alle Generationen lebenswert sein. Das ausgeprägte Vereinsleben nehme dabei eine zentrale Rolle ein. Der Heimat- und Verkehrsverein, der Spielmanns- und Fanfarenzug, die Schützengilde, der SV Fürstenau/Bödexen sowie die Freiwillige Feuerwehr würden wie eben alle Vereine im Ort eine tolle Nachwuchsarbeit leisten.

Das Gewerbegebiet in Fürstenau. Foto: Jürgen Drüle

Die Errichtung und der Betrieb von Windkraftanlagen im Fürsteneuer Umland war ein Thema während der Ortsausschusssitzung Mitte April. Welling, der gleichzeitig Sprecher der Bürgerinitiative „Gegenwind Köterbergland“ ist, ist kein Fan der geplanten Windkrafträder: „Es geht doch nicht um mehr Strom. Es geht darum, dass es sich bei Windkraftanlagen um privilegiertes Bauen handelt.“ Nur die Projektierer würden profitieren. In der Ortsausschusssitzung wurden zudem Mittel aus der Ortschaftsinitiative vergeben. „Den Ortschaften der Stadt Höxter stehen 2021 erneut 7500 Euro zur Verfügung“, erklärt der OA-Vorsitzende. Gleich mehrere Projekte könnten deshalb verwirklicht werden. Im Biotop Greumesberg seien bereits neue Bäume gepflanzt worden, eine Blühwiese soll folgen. Der Sportverein erhält Zuschüsse für den Kunstrasenplatz. Der Heimat- und Verkehrsverein bekommt zudem Geld. Ebenso sind eine Hütte auf dem Jugendplatz, eine Beschilderung und eine Bank am Naturdenkmal der Linde geplant.

Drei Spielplätze sind in Fürstenau bestens ausgestattet. Foto: Jürgen Drüke

„Es gibt noch so viel zu tun“, weiß der Ortsausschussvorsitzende. Sein Heimatort mache sich bereits in der Pandemie für die Zukunft fit. „Wir sind Fürstenau“, setzt der zukunftsorientierte Welling auf das altbewährte Dorfmotto.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Der Vorsitz im Ortsausschuss bedeutet eine hohe Verantwortung. Ferdinand Welling steht für die Demokratie an der Basis. So wie alle seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter an der Spitze der Ortsausschüsse im Kulturland Kreis Höxter. OA-Vorsitzende bewegen sich im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung zwischen Tradition und Fortschritt. Dabei verwalten, organisieren und repräsentieren sie ihr jeweiliges Dorf – und das neben dem Hauptberuf alles ehrenamtlich.

Ferdinand Welling ist erst seit einem halben Jahr im Amt und hat seit seinem Wahlsieg bei der Kommunalwahl 2020 bereits viel auf den Weg gebracht. Das wiederbelebte Naherholungsgebiet an der Pionierbrücke zwischen Fürstenau und Bödexen ist nur ein Beispiel. Mit dem Wahlsieg im September 2020 hat der UWG-Mann und leidenschaftliche Kommunalpolitiker Historisches vollbracht und ist in die jahrzehntelange Phalanx der CDU-Vorsitzenden seines Heimatortes eingebrochen.

Der Chef der Heizölhandlung Welling macht seit Jahren nicht nur beim Kampf gegen die geplanten Windkrafträder im Fürstenauer Umland mächtig Gegenwind. Der demografische Wandel verlangt dem Ratsherrn eine gewaltige Energieleistung ab. Welling will die Jugend im Ort halten und junge Familien zurückgewinnen. Die Fürstenauer gehen dieses Ziel mit Visionen und Tatkraft an.

Im dem fast 1200 Einwohner zählenden Dorf der Stadt Höxter gibt es deshalb aktuell im wahrsten Wortsinn viele Baustellen. Die zahlreichen Vereine, die Kirche und die mittelständischen Firmen im Gewerbegebiet ziehen mit der Kommunalpolitik an einem Strang. Gehen Fortschritt und Tradition zusammen? In Fürstenau wollen sie das beweisen und haben Fahrt aufgenommen. OA-Vorsitzender Welling ist auf dem Weg in die „neue Zeit“ Motivator und Motor zugleich. Ein Dorf befindet sich im Aufbruch.

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