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Unabhängiger Kandidat Josef Suermann (57) möchte Bürgermeister in Marienmünster werden

„Eine Herzensangelegenheit“

Marienmünster(WB). Einer von Josef Suermanns Lieblingsorten liegt nur wenige Meter von seinem Arbeitsplatz entfernt – es ist die Grundschule, die sich innerhalb der vergangenen Jahre zu einem kreisweiten Vorzeigeobjekt entwickelt hat. Im September stellt sich der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters zur Wahl, um in neuer Position die Zukunft der Stadt weiter zu gestalten: Er will Bürgermeister für die kommenden zwei Legislaturperioden werden.

Dennis Pape

Bürgermeisterkandidat Josef Suermann hat sich in den vergangenen Jahren für die Entwicklung der Grundschule eingesetzt. Foto: Dennis Pape

„Hier geht mir das Herz auf – denn die Grundschule Marienmünster ist eine echte Herzensangelegenheit für mich“, sagt der 57-Jährige, der als unabhängiger Kandidat von UWG und Grünen unterstützt wird, beim Treffen mit dem WESTFALEN-BLATT. Dass dies weitaus mehr als eine Plattitüde ist, wird beim gemeinsamen Rundgang schnell deutlich – Suermann kann sich für jedes Detail im hochmodernen Neubau, praktisch für jeden einzelnen Quadratzentimeter begeistern.

Auf die Frage, ob er stolz sei auf das Erreichte, erklärt der Schulamtsleiter, es sei eher ein Gefühl von Freude darüber, wenn nun auch die damaligen Kritiker den beschrittenen Weg als den richtigen anerkennen. „Die Schuldiskussion begann bereits im Jahr 2011 und wurde mit einem teils emotional sehr heftigen Diskurs geführt. So laut die verständliche Ablehnung der unumgänglichen Schulschließungen auch war – letztendlich haben wir alles richtig gemacht und eine exzellente Grundschule mit perfekter Ausstattung sowie einer stabilen Zweizügigkeit. Das zeigt, dass wir gemeinsam den richtigen Weg gegangen sind.“ Suermann spricht in diesem Zusammenhang bewusst von „Wir“, betont aber auch: „Schule und Kindergarten tragen auch meine Handschrift – umso wichtiger ist es mir, sie weiter in einem Top-Zustand zu halten.“

Schule trägt seine Handschrift

Josef Suermann lebt mit seiner Frau Ulrike in Höxter, die Kinder Lisa (20) und Lukas (22) studieren in Münster beziehungsweise Bonn. Und dennoch sieht er sich aus gutem Grund als waschechter Marienmünsteraner: „Ich arbeite seit fast 30 Jahren für die Stadt Marienmünster in leitender Stellung. Ohne eine gewisse innere Überzeugung hätte ich viele Themen nicht mit Leidenschaft angehen und voranbringen können. Man muss für seine Idee kämpfen, wenn man davon überzeugt ist“, sagt er. Der 57-Jährige ist zunächst sechs Jahre Kämmerer in Marienmünster gewesen, seit 1998 allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und mittlerweile unter anderem verantwortlich für die Bereiche Personal, Schulwesen, Kindergärten, Sport, Heimatpflege, EDV, Ratsarbeit und Kultur. „Erfahrung und ein weitreichendes Netzwerk sind insbesondere in Zeiten von Corona wichtige Faktoren – sollte ich zum Bürgermeister gewählt werden, könnte ich von Tag eins an ohne Einarbeitung weiter machen“, erläutert er.

Höxteraner liebt Marienmünster

In seiner Freizeit fährt Suermann leidenschaftlich gerne Mountainbike, fotografiert und spielt Gitarre – und auch das Ehrenamt ist ihm immer schon ein besonderes Anliegen gewesen. So war er unter anderem zehn Jahre Geschäftsführer des Heimat- und Kulturvereins und arbeitet nun im Vorstand des neu gegründeten Fördervereins des Hallenbades mit. Zuletzt schrieb er gemeinsam mit vier weiteren Autoren an dem Buch mit dem Titel „Vereint unter den Türmen der Abtei – 50 Jahre Stadt Marienmünster“, das im Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt wird. „Das Ehrenamt ist die Stütze unserer Ortschaften“, betont er.

Als Bürgermeister möchte Josef Suermann dafür sorgen, dass der Bevölkerungsrückgang gebremst wird. „Marienmünster muss attraktiv für Familien sein. Wir müssen die Menschen hier halten und interessant für Neubürger sein. Das müssen wir jetzt in die Hand nehmen – und nicht erst, wenn es zu spät ist.“ Unter anderem müsste deshalb Bauland mit Alleinstellungsmerkmalen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Technologienutzung bereitgestellt werden. Den Zusammenhalt unter den Ortschaften möchte Suermann durch mehr Bürgerbeteiligung fördern, beispielsweise durch Arbeitsgruppen bei städtischen Projekten. Und auch die Jugend soll Gehör finden – „vielleicht auch durch ein Jugendparlament. Wir müssen den Menschen in unserer Stadt zuhören und nicht einfach etwas von oben herab aufstülpen“. Außerdem möchte Suermann wieder einen Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus einführen. „Das sind wichtige Aspekte für unsere Stadt. Ein Aushängeschild im Tourismusbereich ist die Abtei. Hier läuft die Kulturarbeit über einige wenige Kräfte hervorragend. Wir müssen aber auch rechtzeitig Vorsorge treffen, dass dies auch in Zukunft fortgeführt wird.“ Allgemein müsse die bestehende Infrastruktur erhalten und optimiert werden. Der Fokus liege unter anderem auf Kindergärten, Schule, Musikschule, Sport- und Freizeitstätten, Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshäusern und besonders der künftigen Ärzteversorgung.

Bürger stärker einbinden

Ehrlichkeit und Transparenz in Verwaltung und Politik ist für Josef Suermann eine Grundvoraussetzung für einen guten Dialog mit den Bürgern. „Als Bürgermeister möchte ich sie mehr an Entscheidungen beteiligen. Außerdem möchte ich Klimaschutz und Nachhaltigkeit in den Fokus rücken“, sagt der Verwaltungsfachmann, der sich noch lange in den Dienst Marienmünsters stellen möchte: „Entgegen einiger Behauptungen trete ich nicht nur für eine Legislaturperiode an – ich möchte Zukunft über längere Zeit gestalten.“

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