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Sportstättenkonzept der Stadt Marienmünster ist zurück in der Politik – CDU und UWG fordern umfassende Sanierungen

„Kein Sportplatz wird zum Acker“

Marienmünster

In Sachen Sportstättenkonzept schien im vergangenen Jahr nach langen und kontroversen Diskussionen in Marienmünster eigentlich ein Kompromiss gefunden, der offenbar von allen politisch Verantwortlichen mitgetragen wurde. Nach der Bauausschuss-Sitzung am Mittwoch und den Beratungen über die geplanten Investitionsmaßnahmen zeigte sich anhand der Anträge von CDU und UWG allerdings, wie zerbrechlich dieser Kompromiss offenbar ist.

Heinz Wilfert

Der Sportplatz in Vörden. Die CDU fordert, ihn umfassend zu sanieren. Foto: Archiv/Harald Iding

Die UWG hatte die Sportheime mit ihren Räumlichkeiten unter die Lupe genommen und war auf Mängel und einen Sanierungsstau in Vörden und Bredenborn gestoßen. Danach sei in Vörden das Dach des Sporthauses undicht, das Wasser tropfe in die darunter liegenden Räumlichkeiten, auch in die Schiedsrichterkabine. „Das ist inzwischen behoben,“ stellte Bauamtsleiter Stefan Niemann in der Sitzung fest. Auch zur Bewässerung des Sportplatzes fehle es an den Voraussetzungen, um das Fußballfeld in einem spielgerechten Zustand zu halten. Weil man dafür wertvolles Trinkwasser nicht mehr einsetzen dürfe, forderte Josef Wolff: „Es muss ein Brunnen gebohrt werden.“ Die Kosten für die Gesamtmaßnahme bezifferte Wolff auf rund 60.000 Euro. Aber: „Auch Grundwasser ist letztlich Trinkwasser,“ sagte Klaus Hasenbein vom Bauamt der Stadt.

Mängel listete die UWG auch für die Anlage am Sportplatz in Bredenborn auf. Hier sei seit Jahren die Elektroanlage abgängig. Bei der Bewässerung bestehe das gleiche Problem wie in Vörden. Dafür sei ein Brunnen eventuell mit einem Speicher nötig, von dessen Reservoir könnte auch die Tennisplatz-Bewässerung profitieren. Die Mängel müssten behoben werden, „unabhängig ob dafür Fördermittel zur Verfügung stehen oder nicht,“ forderte Wolff, der in seinen Berechnungen auf Sanierungskosten von 50.000 Euro kam. Mit ihren Anträgen wolle die UWG sicherstellen, dass der Spielbetrieb an den Standorten in Vörden und Bredenborn aufrecht erhalten werden könne. Zur Finanzierung solle die Sportpauschale verwendet werden.

Mit einem eigenen Antrag begründete Marcus Kaiser für die CDU die Forderung nach einer Sanierung des Sportplatzes in Vörden. „Die Vereine leisten einen wichtigen Beitrag in der Jugendarbeit. Sie gehen aber kaputt, wenn es keine vernünftigen Sportplätze mehr gibt.“ Je 110.000 Euro sollten daher in diesem und dem nächsten Jahr eingesetzt werden, Gelder, die im Haushalt bisher nicht eingeplant sind. Kaiser räumte aber ein, dass man über eine Streckung reden könne.

In die Diskussion schaltete sich auch Bürgermeister Josef Suermann ein. Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten habe ergeben, dass im Stadtgebiet mehr Sportplätze vorhanden seien, als es dafür Bedarf gebe. Im Entwurf des Haushaltsplans 2021 sind für einen Kunstrasenplatz 345.000 Euro (mit einer Förderung von 300.000) eingeplant. Für das Umkleidegebäude in Kollerbeck sind 647.000 Euro vorgesehen. Für eine Förderung von 587.000 Euro liege bislang keine Entscheidung vor. Trotzdem werde kein Sportplatz zum Acker, sicherte der Bürgermeister zu. Wenn die Politik in alle Standorte und über Bedarf investieren wolle, sei der Steuerzahler der Verlierer.

Mit den neuen Forderungen drehe man sich nur im Kreis, sagte Bürgermeister Suermann. Ausschussvorsitzende Jutta Fritzsche sagte in Richtung der Ausschussmitglieder: „Jeder sollte in sich gehen. Wir können nicht jeden Wunsch erfüllen.“

Entschieden ist vorläufig nichts. Die Thematik steht auf der Tagesordnung der Hauptausschuss-Sitzung an diesem Mittwoch, 10. Februar. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr in der Aula der Grundschule in Vörden.

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