Auf dem Weg zur Weide durchgegangen: Feuerwehr rettet Tier in Marienmünster-Bredenborn aus einer Notlage

Rind vom Dach befreit

Marienmünster-Bre...

Spektakuläre Tierrettung am sonnigen Sonntagnachmittag in Marienmünster-Bredenborn: Ein Rind ist auf dem Weg zur Weide durchgegangen und in das Dach eines Schuppens gestürzt. Die Feuerwehr befreite das Tier aus seiner Notlage. Nach ersten tierärztlichen Einschätzungen hat es den Sturz einigermaßen überstanden.

Sabine Robrecht

Christian Finke leitete den Einsatz zur Rettung des Rindes von der Königstraße aus. Foto: Sabine Robrecht

Der außergewöhnliche Unfall hatte in der Nachbarschaft Aufsehen erregt. „Hoffentlich ist das Tier nicht schwer verletzt“, hofften Anwohner. Der Besitzer, der nicht namentlich genannt werden möchte, kann sich nicht erklären, warum das 16 Monate alte braune Rind durchgegangen ist. Das Tier sei absolut ruhig. Das gelte generell auch für die Rasse.

Als er die Rinder auf die Weide lassen wollte, sprang das 16 Monate alte Tier über einen Zaun und eine Hecke auf den Schuppen. Das Dach brach ein. „Das Tier blieb auf den Sparren hängen“, sagte Christian Finke, stellvertretender Löschzugführer des Löschzugs 2 der Feuerwehr Marienmünster. Er leitete von der Königstraße aus den spektakulären Einsatz. Die Löschgruppen Bredenborn und Altenbergen waren mit 15 Einsatzkräften vor Ort. Die Helfer befreiten das Rind mit Spanngurten und einem Teleskoplader und übergaben es einer Amtstierärztin des Kreis-Veterinäramtes. Sie hatten den Eindruck, dass es dem Tier soweit gut ging. Als es wieder auf den Beinen war, rückte die Löschgruppe Altenbergen ab.

Die Amtstierärztin stufte die Situation nach erster Begutachtung so ein, dass sich die Verletzungen in Grenzen halten. Die Tierärztin des Besitzers sah sich das Rind ebenfalls an.

Vor Ort war auch die Polizei. Die Beamten baten Passanten, die Fotos gemacht haben, die Bilder nicht zu veröffentlichen.

Bei Tierunfällen dieser Art gehört die Befreiung der Tiere aus Notlagen zum Aufgabenspektrum der Feuerwehr. An der Tagesordnung sind Rettungsaktionen wie die in Bredenborn zwar nicht. Trotzdem kommen sie vor. In Fürstenau retteten Brandschützer im August 2017 ein Rind, das seinen Kopf auf der Weide durch eine Alu-Leiter gesteckt hatte und ihn nicht wieder herausbekam. Die Feuerwehrleute fingen das Tier ein und durchtrennten die Sprossen der Leiter mit einer Rettungsschere. So gelang es den Wehrleuten, den Rinder-Kopf aus der misslichen Lage zu befreien

In ihrem Archiv berichtet die Feuerwehr Höxter von einem besonders spektakulären Einsatz im August 1978: Damals war eine Kuh aus ihrem Weidegehege ausgebrochen und eine acht Meter tiefe Felsböschung herabgestürzt. Sie landete ausgerechnet auf dem Hausdach des neuen Stadtbrandmeisters, der daraufhin die Kameraden vom Löschzug Höxter alarmierte. Die Kuh wurde damals mit Hilfe der Drehleiter vom Dach gehoben. Der Einsatz dauerte länger als drei Stunden.

Am Sonntag in Bredenborn war das Rind schneller befreit. Die Menschen im Ort hoffen, dass seine Verletzung schnell verheilt.

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