1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Marienmuenster
  6. >
  7. Schlepper-Fans feiern Festtag

  8. >

Etwa 200 historische Fahrzeuge bevölkern die Teichwiesen

Schlepper-Fans feiern Festtag

Marienmünster-Kollerbeck (WB). Mehr als 200 historische Fahrzeuge sind auf den Teichwiesen zu bewundern gewesen. Das Teich- und Flutenfest in Kollerbeck war vor allem für alle Fans von altem landwirtschaftlichem Gerät ein Festtag.

Ralf Brakemeier

Der Lanz Bulldog gab einer ganzen Traktorengattung den Namen. Voll restaurierte Exemplare oder auch solche mit der Patina von mehr als 60 Jahren harter Arbeit sind, nicht zuletzt wegen des unverwechselbaren Klangs, Highlights bei jedem Treffen. Foto: Ralf Brakemeier

Gut 130 Besitzer von Oldtimertraktoren aus der Nachkriegszeit bis in die 90er Jahre hatten sich im Vorfeld fest angemeldet. Ganz viele kamen aber einfach so und folgten damit dem guten Ruf, den sich das alle zwei Jahre vom Heimatverein Kollerbeck organisierte Fest seit 1997 erarbeitet hat.

Nach dem anstrengenden Aufbau belohnen sich die Kollerbecker immer samstags vor dem Fest mit einem Gottesdienst, mit Lagerfeuer, Stockbrotbraten und Gitarrenmusik. Die Töne, die dann am Sonntag ab kurz vor 11 Uhr in Kollerbeck zu hören waren, hatten keine Ähnlichkeit mit Gitarrenklängen, auch wenn sie in den Ohren der echten Fans natürlich ebenfalls Musik waren.

Schlepper aller Farben, Formen, Größen und Marken hatten sich aus den angrenzenden Gemeinden, aus Lippe und Paderborn aber auch bis aus Bielefeld auf den Weg nach Kollerbeck gemacht. Blauer, weißer oder schwarzer Qualm, je nach Zustand und Motoreinstellungen, waberte durch das Dorf – das Thema Feinstaub spielte am Sonntag ausnahmsweise in Kollerbeck keine Rolle.

Auch Yountimer-Autos mit von der Partie

Neben Schlüter, Eicher, MAN oder Fendt gab es auch eine ganze Reihe Youngtimer-PKW von Mercedes über Mustang bis Fiat zu bestaunen. Mit Hilfe von zwei historischen Dreschkästen, stilecht von Hanomag- und Kramer-Schleppern angetrieben, und anderen in die Jahre gekommenen Gerätschaften wurde gezeigt, wie, und vor allem auch wie anstrengend, die Landwirtschaft noch bis weit nach der Mitte des vergangenen Jahrhunderts war. Mehr als 30 Grad ließen nicht nur bei den Arbeitern, sondern auch bei den interessierten Besucher die Schweißperlen fließen.

Nicht zum ersten Mal zeigte Schmied Franz-Josef Middeke aus Auenhausen seine Kunst vor den Augen vieler staunender Kinder und Erwachsener beim Teich- und Flutenfest. Auch an der Esse und am Amboss musste immer wieder für Getränkenachschub gesorgt werden. Die KLJB (Katholische Landjugend) aus Kollerbeck hatte sich ein vielseitiges Programm für Kinder einfallen lassen. Schminken, Dosenwerfen oder – der besondere Renner – Trampeltrecker-Pulling standen auf dem Programm.

Neben Getränke- und Imbissständen hatten sich vor allem die Kollerbecker Frauen für die Versorgung der Besucher ins Zeug gelegt. Dutzende Kuchen waren auch ohne die Trecker schon ein Anziehungspunkt auf den Teichwiesen. Aber bevor die selbst gebackenen Leckereien mit nach Hause genommen wurden, drehten alle noch einmal eine Runde durch die langen Treckerreihen und schwelgten in Erinnerungen oder ließen sich von den Besitzern der alten Schätzchen die historische Technik erklären.

Startseite