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Mann aus Marienmünster festgenommen – Nachbarn bedroht

Sohn soll Mutter getötet haben

Marienmünster (WB). Ein Mann (53) aus Marienmünster-Kollerbeck im Kreis Höxter steht im dringenden Verdacht , seine Mutter (79) getötet zu haben. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Ralf Meyer sei die Seniorin bereits am Dienstag tot in der Badewanne ihres Hauses an der Hauptstraße gefunden worden.

Dennis Pape

Hinter dieser von der Polizei versiegelten Haustür soll ein Mann seine Mutter getötet haben. Foto: Dennis Pape

Der Sohn, der mit seiner Mutter zusammen in dem Haus wohnte, habe am Dienstag selbst die Rettungskräfte gerufen. Weil diese jedoch Zweifel an einer natürlichen Todesursache hatten, nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. „Die Leiche wurde obduziert – nicht zuletzt, weil sich der Sohn im Verlauf einer ersten Vernehmung am möglichen Tatort in Widersprüche verstrickt hatte. Nach Eröffnung des Tatvorwurfes hat er sich bislang nicht weiter geäußert“, erläuterte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer am Donnerstagvormittag im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT und fügte an: „Wir gehen derzeit davon aus, dass er für den Tod seiner Mutter verantwortlich ist.“ Laut Meyer ist der Mann am Mittwoch festgenommen worden, am Donnerstag wurde der Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Der Kollerbecker sitzt nun in einem Bielefelder Gefängnis in Untersuchungshaft.

Nach Informationen dieser Zeitung sollen Mutter und Sohn vor etwa fünf Jahren das Haus in Kollerbeck gekauft und bezogen haben. Sie sollen ursprünglich aus Hamm stammen. „Ich möchte zu ihm nichts sagen. Ich habe Respekt, wenn nicht sogar Angst vor diesem Mann“, sagte eine Nachbarin vor Ort im Gespräch mit der Zeitung. Eine weitere Anwohnerin sprach detailliert über den Tatverdächtigen und die Beziehung zu den Nachbarn in der kleinen Ortschaft: „Er hat sich abgeschottet. Wir haben versucht, die beiden zu integrieren, dass war aber augenscheinlich nicht gewünscht. Nachdem die Mutter vor etwa drei Jahren bei einem Spaziergang zusammengebrochen ist, hat man sie praktisch nicht mehr gesehen. Vielen kam das sehr komisch vor. Wir waren uns nicht mal mehr sicher, ob sie überhaupt noch lebt.“ Auch einen Arzt oder einen Pflegedienst habe man nie gesehen.

Spekulationen seit Polizeieinsatz

Eine Nachbarin betonte darüber hinaus ausdrücklich, dass „man Angst vor dem Mann haben konnte“. Es habe seinerseits viele skurrile Äußerungen gegeben, einige Anwohner sprachen von Verfolgungsängsten. „Einmal soll er dem Postboten erzählt haben, dass er alle umbringen würde, sobald seine Mutter sterben sollte“, erzählte am Donnerstagnachmittag eine Frau in unmittelbarer Nähe zum möglichen Tatort. „Außerdem hat er meinem Mann vorgeworfen, mit Farbpatronen auf sein Haus zu schießen – er würde davon Krebs bekommen. Das ist selbstverständlich nie geschehen“, berichtete die Frau, die namentlich nicht erwähnt werden möchte weiter.

Der Tatverdächtige sei am Dienstag kurz verschwunden gewesen und anschließend wieder im Dorf mit seinem Hund gesichtet worden. Seit dem Polizeieinsatz habe es viele Spekulationen gegeben, Nachbarn hätten auch Angst um ihre Kinder gehabt.

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