Kollerbecker Kunst- und Kulturverein schafft Begegnungs- und Bewegungspark

„Trimm Dich“ am Niesebach

Marienmünster (WB). Bewegung ist Trumpf an der Niese in Marienmünster-Kollerbeck. Direkt an dem idyllischen Dorfbach gelegen tummeln sich Tennisspieler, werden im Tretbecken die müden Muskeln entspannt oder auf dem benachbarten Abenteuerspielplatz getobt. Ab sofort bereichert eine ganze Anzahl an Fitnessgeräten das Angebot. Möglich gemacht hat das eine Aktion des Kunst- und Kulturvereins Kollerbeck.

Ralf Brakemeier

Mitglieder des Kunst- und Kulturvereins testen die neuen Fitness-Geräte im Begegnungs- und Bewegungspark. Möglich gemacht hat die Umsetzung die Initiative des Vereins mit (vorne von links) dem Vorsitzenden Michael Stecker und den Leader-Regionalmanagerinnen Christiane Sasse und Lia Potthast. Foto: Ralf Brakemeier

Arbeit für das Dorf

„Viele Kollerbecker haben die Geräte schon vor der offiziellen Übergabe ausprobiert“, freut sich Anwohnerin Karola Korte, ebenfalls Mitglied im Kunst- und Kulturverein des Dorfes. „Wir versuchen ja schon seit Jahren mit den Erlösen aus unseren Veranstaltungen, etwas Positives in unserem Ort zu schaffen“, sagt Michael Stecker, Vorsitzender des Vereins, der unter anderem mit den beliebten Schlagerpartys „Disco-Koller“ oder dem Kneipenquiz Geld erlöst, das dann zum Beispiel in die Jugendarbeit des Spielmannszuges Kollerbeck gesteckt wird. „Dieses Mal wollten wir unabhängig von einem Verein etwas tun, etwas, das allen Einwohnern zugute kommt“, erklärt Stecker die Idee hinter dem Projekt.

„B & B“ – Begegnungs- und Bewegungspark Kollerbeck, nennt sich das neu entstandene Gelände mit zahlreichen unterschiedlichen Fitness-Angeboten. Liegestütz, Dreier-Reck, Slackline, Schwebende Plattform, Wellenlaufen, Hüftschwung, Beindrücker und Beinheber heißen die hochwertigen Geräte, die zu einem Preis von mehr als 30.000 Euro angeschafft wurden. Eine Summe, die der kleine Kunst- und Kulturverein (35 Mitglieder) natürlich nicht allein aufbringen konnte. Michael Stecker: „Wir haben uns mit unserer Idee als ‚Leader‘-Projekt beworben.“ Doch auch die mögliche 65-prozentige Förderung durch „Leader“ reichte nicht aus, um die Ideen umzusetzen. So warb der Verein neben 4000 Euro Eigenmitteln weitere Spenden ein, um auf die angestrebten 11.000 Euro Eigenbeteiligung zu kommen. Dazu wurde unter anderem der Antrag zur Verwendung der Ortspauschale in Höhe von 2500 Euro bewilligt. Einiges an Geld brachte auch die Crowdfunding-Initiative „Viele schaffen mehr” der Vereinigten Volksbank. „Hier haben ganz viele Menschen, auch aus umliegenden Ortschaften gespendet“, freut sich Michael Stecker. Die Einzelspenden bis 50 Euro wurden dabei von der Bank verdoppelt.

Fünfstelliger Eigenbeitrag

Am Ende kam der fünfstellige Betrag zusammen, und das „Leader“-Projekt konnte an den Start gebracht werden. Dennoch war noch viel ehrenamtliche Arbeit des Kunst- und Kulturvereins Kollerbeck nötig, um das Gelände vorzubereiten oder die Fundamente für die hochwertigen Geräte auszuheben. In einigen Tagen wird ein massiver Spieltisch das Ensemble vervollständigen, zum kommenden Jahr wird das Gelände noch mit einem Blühstreifen aufgewertet. Dazu fertigen die Kollerbecker Kulturfreunde in den nächsten Tagen noch Schilder an, die beschreiben, wie die einzelnen Stationen genutzt werden können. Wichtig war den Initiatoren, dass die massiv aus Metall gefertigten Fitness-Geräte auch wirklich von allen Generationen genutzt werden können. Der neue Bewegungspark ist wartungsarm und witterungsbeständig. Das Rasenmähen auf der kommunalen Fläche übernimmt die Stadt, für die weiteren Pflegemaßnahmen hat ebenfalls der Kunst- und Kulturverein die Patenschaft übernommen.

Alle packen mit an

Möglich wurde das Projekt des Kunst- und Kulturvereins nur, weil wirklich alle Mitglieder immer wieder mit anpacken. Michael Stecker freut sich deshalb besonders über einen zusätzlichen Scheck über 450 Euro, mit dem Westfalen-Weser-Energie die ehrenamtliche Vereinsarbeit fördert.

„Der Verein hat bei der Antragstellung die nötige Geduld bewiesen, solche Bewegungsparks liegen voll im Trend, auch wenn wir im Kreis Höxter bisher noch nicht viele umgesetzt haben“, sagt Christiane Sasse, Regionalmanagerin der „Leader“-Projekte im Kreis Höxter. Die acht Stationen deckten die Bereiche Kraft, Koordination, Mobilisation und Spiel ab und eigneten sich so für alle Generationen, so Sasse. Und weiter: „Als Treffpunkt erfüllt der Park eine wichtige soziale Funktion und stärkt die Kommunikation und das Miteinander im Ort. Außerdem kann er über die Ortsgrenzen hinaus als Ausflugsziel für Familien und Radfahrer dienen.“

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