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„Heimatstube“ in Marienmünster-Bredenborn soll Treffpunkt für alle Generationen werden – Vereinsgründung steht bevor

Von der Ideenschmiede bis zum Museum

Marienmünster

Es ist eine interessante Zeitreise und eine Premiere, die Lust macht auf mehr: Wenn man die neue „Heimatstube“ in Bredenborn betritt, dann erlebt man spannende Geschichten und seltene Exponate, die alle irgendwie in Verbindung mit der größten Ortschaft der Stadt Marienmünster mit ihren mehr als 1400 Einwohnern stehen.

Von Harald Iding

Die neue „Heimatstube“ in Marienmünster-Bredenborn ist fertiggestellt – darüber freuen sich Friedrich Ernst (links) sowie Burkhard Münster. Foto: Harald Iding

Aus der früheren Bäckerei von Handwerksmeister Burkhard Münster ist in den vergangenen Monaten dank des fleißigen Umbaus eine ideale Begegnungsstätte für alle Generationen geworden. Das Projekt ermöglicht nicht nur eine Reise zurück zu den eigenen Wurzeln und des Heimatortes, sondern bietet vor allem eine echte Perspektive für die Zukunft.

Das sei auch Absicht gewesen, als fleißige Hände im Herbst 2021 mit den Umgestaltungs- und Modernisierungsarbeiten begonnen haben – darunter waren zum Beispiel Josef Grabbe, Dirk Zymner, Friedrich Ernst, Georg Onkelbach, Ansgar Potthast, Aloys Hoffmeister und Hausbesitzer Münster. Der 49-jährige Hausherr verzichtet auf eine Miete für die Räumlichkeiten. Münster: „Jetzt können alle im Dorf von der Stube profitieren. Die Räume standen hier nach der Schließung vor drei Jahren doch sowieso leer.“

Der ehemalige Schützenkönig Burkhard Münster (er regierte im Jubiläumsjahr 2016 die Altschützen) ist ein überzeugter und engagierter Vereinsmensch, wie schon früher sein Vater Franz-Josef Münster: „Das liegt mir irgendwie im Blut“, gesteht der sympathische Familienvater, dessen Söhne sich in einem Teil der früheren Backstube bereits mit anderen jungen Leuten eine kleine, gemütliche „Ecke“ mit Sofa eingerichtet haben, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. 2018 endete nach rund 90 Jahren die Bäckertradition der Familie mit eigenem Geschäft, Burkhard Münster arbeitet seitdem weiter in seinem Beruf – in einem großen Traditionsbetrieb vor Ort.

Er hat sich in diesen Tagen mit Dirk Zymner (54) und Friedrich Ernst (69) getroffen, um weitere Schritte zu besprechen. Zymner sagte dieser Zeitung: „Wir prüfen gerade die rechtlichen Voraussetzungen für die Gründung eines gemeinnützigen Vereins. Die Gespräche verlaufen positiv. Die Stube soll ja nicht nur eine Art Heimatmuseum sein, sondern hieraus soll sich auch eine Ideenschmiede für die ganze Ortschaft entwickeln.“

„Tag der offenen Tür“

Überhaupt haben alle das Gefühl, dass aus dem neuen Treffpunkt, der (sobald es die Corona-Pandemie zulässt) auch feierlich eröffnet werden soll, viel mehr werden kann. In der rund 35 Quadratmeter großen „Stube“, wo früher der Verkaufsraum mit Theke war, steht nun ein langer Tisch auf einem Teppich, ideal für kleine Gruppen und Treffen.

Die frühere Backstube, wo sich ebenfalls Besucher aufhalten können, ist sogar drei Mal so groß – und bietet Platz für individuelle Nutzungen und Lösungen. „Es ist toll, dass wir mit Regalen, die wir neben einem Whiteboard als Spende erhalten haben, nun Utensilien, Exponate, Publikationen und andere Dinge zeigen können“, so Zymner.

Dabei sollen die Ausstellungsstücke, die dort zu sehen sind, regelmäßig ausgetauscht werden – für mehr Abwechslung. Ein großer Heimatfreund ist der Bredenborner Friedrich Ernst, den Bürger gerne unter Telefon 05276/8242 kontaktieren könnten, wenn sie eine passende Antiquität für die Heimatstube haben. In alten Fotoalben zu blättern, dass sei sehr aufschlussreich – und werde von jung wie alt gerne genutzt. Zymner: „Der örtliche Seniorenclub hat schon angefragt, ob er sich hier treffen kann.“

Das Orga-Team könnte sich zudem vorstellen, regelmäßig die Heimatstube im Monat zu öffnen – auch mit einem „Tag der offenen Tür“, um dann zum Beispiel in den Chroniken zu blättern. Weitere Exponate (wie schon das Zigarettenetui und Feuerzeug mit Dorfbild) dürften gerne beim „Antiquitäten-Beauftragten“ Friedrich Ernst (ehemaliger Maschinenbau-Ingenieur) abgegeben werden.

Fotos digitalisieren

„Ich habe bereits viele ­historische Fotos im Dorf gesammelt – von Schützen­festen bis zu Häuserzeilen. Die Leute habe ich meist direkt angesprochen. Uns in der Gruppe ist es sehr wichtig, die Dinge hier zu sammeln – damit sie nicht verloren gehen. Wir sind viele Leute, die Sammlung bleibt damit zukünftig erhalten.“ Burkhard Münster: „Wir wollen auch alles digitalisieren, um es für die nachfolgenden Generationen zu sichern!“

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