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Stadtjubiläum: Oeynhausen feiert kräftig mit

Dorffest, WM und kulinarische Genüsse

Oeynhausen (WB). Das 775-jährige Stadtjubiläum Nieheims zeigt immer mehr, wie der Anlass eine Brücke von der Kernstadt zu den Ortschaften schlägt. Oeynhausen war als dritte Ortschaft im Zuge von »Wege durch die Ortschaften« an der Reihe und feierte mit vielen Gästen ein rundum gelungenes Dorffest.

Heinz Wilfert

Die kräftig-rustikalen Brote aus dem eigens zum Dorffest aktivierten Backofen sind auf große Nachfrage gestoßen; hier Franz-Josef Sasse (links) und August Sasse. Foto: Heinz Wilfert

»Das Feiern liegt den Oeynhäusern im Blut«, stellte Ortsausschuss-Vorsitzender Elmar Kleine bei der Begrüßung auf dem »Hof Heuwinkel« fest. Er dankte für ihren großen Einsatz besonders der Ortsheimatpflegerin Simone Becker, die für ein tolles Programm für Groß und Klein gesorgt und das Fest unter das Motto »Zusammen leben – gemeinsam feiern« gestellt hatte. Alle Vereine der Ortschaft haben sich dazu etwas einfallen lassen und damit das Zusammengehörigkeitsgefühl im Dorf bewiesen. Eröffnet wurde das Fest vom Spielmannszug Oeynhausen mit schwungvollen Weisen, die Kinder der Tagesstätte Abenteuerland steuerten schwungvoll vorgetragenen Liedern bei.

Später spielte noch der Spielmannszug Nieheim auf. Ihre Qualitäten im Sattel konnten Besucher beim Bullriding testen. Die Stompin Boots aus Willebadessen sorgten beim Line Dance für rhythmische Tanzvorführungen. Sogar das alte Backhaus war wieder aktiviert worden, in dem Bäckermeister Franz-Josef Sasse leckere Brote fertigstellte. »Das war gar nicht so einfach. Wir mussten eine Woche vorher richtig einheizen, um die Feuchtigkeit aus dem Ofen zu verdrängen.« Doch es hat sich gelohnt. Die von den Landfrauen verkauften kräftig-rustikalen Brote auf Sauerteigbasis wurden gerne angenommen.

Frauen aus dem Dorf hatten viele Kuchen gebacken und in der Hofscheune ein großes Kuchenbuffet aufgebaut. Eine große Damenrunde aus Himmighausen kam trotz des Königsschießen im Nachbardorf. »Wir treffen uns sonst an diesem Tag immer zum Kaffetrinken. Warum diesmal nicht in Oeynhausen«, so Renate Hoffmann. Für die weitere Bewirtung hatten Vereine gesorgt.

Der Rahmen des Dorffestes bot auch ortsansässigen Betrieben die Gelegenheit zu einer kleinen Gewerbeausstellung, darunter Leitern Kleine. »Mit mir ist der Weg nach oben gesichert«, stellte Konrad Kleine fest zu seinen Qualitätsprodukten fest und zeigte, dass im Wappen von Oeynhausen zurecht Leitern sind. Dazu kamen Informationen über die Landwirtschaft mit Betriebsführungen und ein Tischlerbetrieb stellte sich vor. Damit niemand früh nach Hause gehen musste, war auch an die Fußballfreunde gedacht, die beim Public Viewing beim WM-Gruppenspiel der deutschen Mannschaft gegen Schweden von 20 bis 22 Uhr vor der Großbildleinwand mitfiebern konnten – bis zum glücklichen 2:1-Ausgang nach dramatischen Minuten am Ende.

Nieheims 775-Jahre-Festausschuss-Vorsitzender Erwin Nowak lobte ausdrücklich das Engagement im Konzept der »Wege durch die Ortschaften« zum Stadtjubiläum. »Wir haben jetzt drei dieser Veranstaltungen erlebt. Jede Ortschaft hat dafür etwas Ortstypisches beigetragen, die jeweilige Stärke zum Ausdruck gebracht und zur Vernetzung beigetragen.« Nowak kann sich vorstellen, dass solche Feste auch unabhängig von einem Jubiläum künftig in den Ortschaften stattfinden. Simone Becker war überzeugt, dass das Oeynhäuser Dorffest die eigene Dorfgemeinschaft stärken werde. Der Überschuss soll deshalb im Dorf verbleiben.

Für Nieheim hatte die Oeynhäuser Dorfgemeinschaft noch ein Geschenk parat, denn eine große Kaiserlinde soll demnächst in der Weberstadt einen würdigen Platz finden. Der Baum war von der Baumschule Pieper gespendet worden.

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