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Drittgrößter deutscher Energieversorger baut 4,5-Megawatt-Riesen im Steinheimer Becken

Fünf Windkraftanlagen genehmigt

Steinheim

Der Kreis Höxter hat fünf Windkraftanlagen im Steinheimer Becken zwischen der Kernstadt und Vinsebeck genehmigt. Der entsprechende 134-seitige Bescheid ist am Montag verschickt worden.

Marius Thöne

Im Steinheimer Becken sollen sich nach dem Willen des Energieversorgers EnBW Ende des kommenden Jahres fünf Windriesen des Hersteller Vestas drehen und Strom erzeugen. Die Anlagen haben zusammen eine Leistung von 22,5 Megawatt. Foto: dpa

Bauherr und Betreiber der Anlagen ist EnBW, das drittgrößte Energieunternehmen Deutschlands. „Wir halten einen Abstand von mindestens 1000 Metern zur Wohnbebauung ein, eher 1200 bis 1600“, sagte Bürgermeister Carsten Torke am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Steinheimer Rathaus.

Nach Angaben von Dr. Kathrin Weiß, Abteilungsleiterin Umweltschutz und Abfallwirtschaft in der Höxteraner Kreisverwaltung, sollen Anlagen der Marke Vestas errichtet werden. Jede hat eine Leistung von 4,5 Megawatt. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren hätten noch gut 25 Windräder gebaut werden müssen, um die gleiche Leistung zu erzielen. Die Anlagen haben eine Nabenhöhe von 166 Metern und einen Rotordurchmesser von 150 Metern. „So ergibt sich eine Höhe an der Flügelspitze von 241 Meter“, erläuterte Weiß. Sie sollen nördlich und südlich der Landstraße zwischen Steinheim und Vinsebeck entstehen.

EnBW selbst geht davon aus, dass die Anlagen Ende des kommenden Jahres ans Netz gehen können. „Zum genauen Zeitablauf kann ich nichts sagen, das hängt sicherlich auch davon ab, ob die Genehmigung beklagt wird“, sagte Weiß.

Bürgermeister Torke geht davon aus, dass in seiner Stadt weitere Gebiete für die Windkraft zukünftig schwierig zu generieren sein werden, wenn das Land NRW tatsächlich einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Wohngebieten festschreiben sollte. Ein entsprechender Gesetzentwurf, an dem auch der heimische Landtagsabgeordnete Matthias Goeken (CDU) mitgearbeitet hat, liegt zwischenzeitlich vor.

In der Vergangenheit hatte der Steinheimer Stadtrat bei Windkraftprojekten das gemeindliche Einvernehmen oft versagt, so auch im Juni 2020, als es um die Anträge für fünf Anlagen im Steinheimer Becken ging. Die Rechtsprechung in den vergangenen Monaten habe aber dafür gesorgt, dass die Kommunen kaum noch Gestaltungsspielraum beim Thema Windkraft hätten, so Torkes Einschätzung. „Dabei geht es nicht um Fragen nach dem Landschaftsbild“. Oftmals reiche schon ein falsch gesetzter Punkt in der öffentlichen Bekanntmachung, um einen kommunalen Flächennutzungsplan vor Gericht zu kippen, spitzte der Bürgermeister zu.

Er machte aber auch deutlich, dass sich die Kommunen beim Thema regenerative Energien ihrer Verantwortung stellen müssten. „Wir haben da auch eine Verantwortung unseren Kindern und Enkeln gegenüber“. Die Eigentümer, die Flächen für den Windpark zur Verfügung stellen, sollten freiwillig an Natur- oder Umweltschutzorganisationen „spenden“, um einen Teil der Pachteinnahmen an die Allgemeinheit zurückzugeben, forderte Torke.

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