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Neues Zentrum in Nieheimer Ackerbürgerhaus feierlich eröffnet

Hier wird Begegnung gelebt

Nieheim (WB). Das interkulturelle Begegnungszentrum im Ackerbürgerhaus in der Lüttge Straße in Nieheim ist am Mittwoch von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl feierlich eröffnet worden. Vor Ort waren auch viele interessierte Bürger – und so soll es bleiben: Die Räumlichkeiten sollen in Zukunft täglich für alle zugänglich sein, die sich Begegnung in einer funktionierenden Gemeinde wünschen.

Dennis Pape

Freuen sich über die Eröffnung des Begegnungszentrums (von links): Dr. Holger Pump-Uhlmann (Heimatwerkerverein Nieheim), Christoph Kremerskothen, Peter Köddermann (beide StadtBauKultur NRW), Bürgermeister Rainer Vidal, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Olaf Klahold (Stadt Nieheim) und Prof. Oliver Hall (Technische Hochschule OWL). Foto: Dennis Pape

»In Nieheim ist etwas Außerordentliches entstanden. Hier ist eine Idee entwickelt und umgesetzt worden, die eine Pilotfunktion für die gesamte Bundesrepublik einnehmen kann. Mehr als einmal musste diese Idee an die Realität angepasst werden, denn so spielt das Leben. Um so bemerkenswerter ist es, dass Nieheim auch unter schwierigen Umständen einmal mehr gezeigt hat, wozu es fähig ist«, betonte die Regierungspräsidentin, bevor sie das Begegnungszentrum für eröffnet erklärte.

In diesem soll es in Zukunft in Zusammenarbeit mit der technischen Hochschule OWL unter anderem eine Textilwerkstatt geben. Außerdem freut sich die Caritas Nieheim über ihre neuen Räumlichkeiten im aufwendig sanierten Erdgeschoss der Immobilie. »Unsere Kleiderstube und der Treff in der Küche ist ab sofort mittwochs von 10 bis 11.30 Uhr sowie von 15 bis 16.30 Uhr geöffnet«, sagte Leiterin Christa Tomm. Einen weiteren Raum nutzt ab sofort mittwochs von 10 bis 12 Uhr die AWO für die Flüchtlingsberatung.

Nieheimer sollen Ideen einbringen

»Drei Jahre haben die Heimatwerker Nieheim mit Flüchtlingen das Ackerbürgerhaus, das uns von der Familie Rieks zur Verfügung gestellt wurde, umgebaut. Durch die Unterstützung der Technischen Hochschule OWL und vielen fleißigen Helfern konnte ein neuer Ort für alle Nieheimer entstehen«, so Bürgermeister Rainer Vidal. Er sagte aber auch ehrlich, dass seit 2016 nicht alles reibungslos lief: Zu Beginn hatten sich noch viele Flüchtlinge mit handwerklicher Arbeit in Kooperation mit heimischen Firmen an den Umbauarbeiten beteiligt – es wurde ein gelungener Beitrag zur Integration und verhalf einigen auch in bezahlte Beschäftigungen.

»Wir sind dabei aber auch Opfer unseres eigenen unerwartet schnellen Erfolges geworden, weil dadurch die Arbeiterzahl wiederum deutlich gesunken ist. Das Projekt konnte am Ende dennoch verwirklicht werden und dafür danke ich allen Beteiligten, die ein enorm großes Engagement an den Tag gelegt haben«, sagte Vidal. Er lud alle Nieheimer ein, sich selbst mit Ideen für die weitere Nutzung der Räumlichkeiten einzubringen.

Flüchtlinge und TH am Projekt beteiligt

Hervorgegangen ist das vom Land NRW geförderte Projekt aus einem Vorhaben der Landesinitiative »StadtBauKultur NRW«, wie Christoph Kremerskothen noch einmal in Erinnerung rief: »Wir wollten unseren Beitrag während des Flüchtlingsstroms 2016 leisten und zeigen, welche potenziellen Chancen vor allem ländliche Regionen durch den Zuzug haben.«

Neben etwa 6000 geleisteten Stunden von Geflüchteten, beteiligte sich auch die Technische Hochschule OWL in hohem Maße am Projekt. Für diese sagte Prof. Oliver Hall: »Die Zusammenarbeit ist eine Bereicherung für alle Seiten gewesen.« Dr. Holger Pump-Uhlmann vom Verein Heimatwerker ergänzte: »Die Stadt Nieheim hat sich wirklich bestens für das Projekt eingesetzt.«

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