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Jung & Alt nimmt die Tagespflege im Nieheimer Richterhaus auf

„Können uns keinen besseren Ort vorstellen“

Nieheim

Alte und hilfsbedürftige Menschen leiden oft an einem Mangel an zwischenmenschlichen Kontakten. Die Tagespflege bietet einen Ausweg. Hier können Menschen mit Bewegungseinschränkungen oder einer Demenz mit Gleichgesinnten Zeit verbringen, vielfältige Angebote oder Betreuung genießen und müssen gleichzeitig nicht auf ihr gewohntes Heim verzichten. Am Montag startete die Tagespflege von Jung & Alt im Nieheimer Richterhaus ihr Angebot. Hier werden zur Zeit acht Menschen betreut, ohne die Einschränkungen durch die Pandemie könnten es 14 sein.

Ralf Brakemeier

Die Geschichte des Richterhauses ist in der Tagespflege in Form von Baurelikten und Fotos stets präsent. Über die Atmosphäre freuen sich Johanna Multhaup-Koch (links) und ihr Team. Foto: Ralf Brakemeier

Noch sind Gäste und Personal von einer Baustelle umgeben, denn die Tagespflege ist der erste Mieter im „Haus der Generationen“. Eine künftige Kooperation mit Vereinen oder auch dem Jugendtreff, der einmal im Dachgeschoss eine neue Heimat findet, kann sich Johanna Multhaup-Koch gut vorstellen. Sie leitet die Tagespflege-Einrichtungen für Jung & Alt in Kollerbeck und jetzt auch in Nieheim. „Unsere Tagesgäste sind von Anfang 70 bis Ende 90 aus Nieheim, Steinheim und den Ortschaften. Morgens werden die Gäste von uns abgeholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht“, erklärt Multhaup-Koch das Prozedere. Das Angebot für Menschen mit Pflegestufen zwischen 2 und 5 soll die Angehörigen entlasten und dazu beitragen, dass die meist betagten Menschen den Lebensabend in ihrer gewohnten Umgebung verbringen können. Von Gartenarbeit über Spaziergänge bis hin zu Bastelangeboten, Backen oder Gesellschaftsspielen und Tanz reichen die Betätigungsmöglichkeiten der Gäste. Auch Gymnastik und Aktivierungsangebote werden von Seiten des neunköpfigen Pflege- und Betreuungspersonals gemacht. Zurzeit beschränken sich die Möglichkeiten wegen Corona auf Einzel- oder Kleingruppenaktivitäten. Johanna Multhaup-Koch: „Wir leisten im Vorfeld viel Biografiearbeit. So können wir den Gästen gezielt auf ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten ausgerichtete Angebote machen.“

Eine offizielle Eröffnung mit Gästen musste natürlich verschoben werden. Das historische Gebäude biete aber viele Möglichkeiten und ein tolles Ambiente. Immer wieder scheint die alte Bausubstanz durch die modernen Räume, Stadtheimatpfleger Ulrich Pieper hat viele historische Bilder zur Verfügung gestellt. Die Mitarbeiter sind sich einig: „Wir können und keinen besseren Ort vorstellen. Die Stiftung Wohlfahrtspflege und die Deutsche Fernsehlotterie haben die Anschaffung von behindertengerechten Fahrzeugen und die Erstausstattung der Tagespflege gefördert.

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