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Gaby Beckmann ist Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes mit mehr als 1500 Mitgliedern – Vortragsnachmittag am Freitag verschoben

Kreative Netzwerkerin der ersten Stunde

Nieheim-Eversen

Von der Tellerwäscherin zur Chefin“ – wenn Gaby Beckmann aus Nieheim-Eversen ihr rund 40-jähriges Engagement bei den Landfrauen in der Region Revue passieren lässt, fällt ihr immer wieder dieser Karriere-Vergleich ein.

Harald Iding

Das Büro im Wohnhaus ist die „Schaltzentrale“ der Vorsitzenden des Kreislandfrauenverbandes Höxter-Warburg. Gaby Beckmann setzt dabei auch auf neue Möglichkeiten wie Videokonferenzen per Internet. Foto: Harald Iding

Sie lächelt dabei – denn für sie ist die verantwortungsvolle Aufgabe als Vorsitzende des Landfrauenverbandes im Kreis Höxter (seit 2010) mit den rund 1550 Mitgliedern nur im Team zu leisten. „Ich bin ja keine Ich-AG“, sagt sie. Schon 1986 gehörte sie dem Kreisvorstand an. Die Herausforderung, so einen großen Frauenverband Höxter-Warburg (mit 88 Ortsvertrauensfrauen als Ansprechpartnerinnen in den Ortsverbänden) zu koordinieren – das sei halt nur mit einem starken Führungsteam zu bewältigen. Aber als Ideengeberin und Mitgestalterin fühle sich Gaby Beckmann (62) von Anfang an wohl bei den Landfrauen, wie sie in einem Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT betont.

An diesem Freitag, 19. Februar, hätte sie eigentlich um 14 Uhr mit den anderen Vorstandskolleginnen eine der beliebtesten Veranstaltungen im Kulturland eröffnen können. Am traditionellen „Kreislandfrauentag“ in der Stadthalle Brakel, mit zumeist mehr als 500 Teilnehmerinnen und vielen prominenten Ehrengästen, sollte in diesem Jahr Gesine Lange aus Bremen, Tochter des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck, als Hauptreferentin sprechen.

Die in der mecklenburgischen Landgemeinde Lüssow aufgewachsene Gesine Lange (1966 geboren, ihr Vater war dort Pastor) hatte ihren Festvortrag unter den Titel „Meine Kindheit und Jugend in der DDR“ gestellt. „Wir hatten uns im Vorfeld sehr über ihre Zusage gefreut“, so Beckmann. Wegen der aktuellen Corona-­Situation könne die Veranstaltung in der Stadthalle, die gerade als zentrales „Impfzentrum“ genutzt wird, nicht stattfinden.

Die Vorstandsmitglieder Gaby Beckmann, Karin Schröder, Monika Aufenanger und Katja Hübner haben gegenüber den Landfrauen ihr Bedauern ausgedrückt, „dass nach der Entscheidung zum weiteren Lockdown zur Eindämmung der Corona-Gefahr bis auf Weiteres alle geplanten Veranstaltungen abgesagt werden müssen“.

Dabei hatten sich der Vorstand und die Geschäftsführung des Kreislandfrauenverbandes Höxter-Warburg so viel Mühe gegeben und reichlich Zeit in die Planungen investiert, um wieder ein anspruchsvolles Jahresprogramm 2020/21 (Motto: „Wir machen die Welle“) mit rund 100 Einzelveranstaltungen auf die Beine zu stellen. Beckmann sagte dieser Zeitung: „Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben, was zum Beispiel den Vortrag von Gesine Lange anbetrifft. Wir wollen, wenn es wieder offiziell möglich ist, den abgesagten Kreislandfrauentag alternativ als schönes Sommerfest 2021 begehen. Die Referentin Gesine Lange hat bereits zugesagt.“

Auch an der sechstägigen Flusskreuzfahrt nach Holland (ab Köln) wollen sie möglichst festhalten. „Es freuen sich so viele Mitglieder auf unsere Angebote. Hoffentlich können wir noch einige der Veranstaltungen in diesem Jahr umsetzen“, betont Beckmann, die ausgebildete Krankenschwester ist und als 22-Jährige nach ihrer Heirat mit einem Landwirt in Eversen als junge „Landfrau“ erstmalig mit Themen wie „Sauenhaltung“ in Kontakt kam. Heute sei sie dankbar für die vielen Fortbildungen und eine überzeugte Landwirtin, die weiterhin Visionen und Zukunftspläne habe.

Auch die digitale Welt als Kommunikationsplattform in Corona-Zeiten (von Facebook bis Zoom-Videokonferenz) werde von den Landfrauen bedient. Beckmann: „Wir gehen mit der Zeit, so wie wir seit Jahrzehnten als Mutmacher nach vorn schauen!“ Der Zuspruch sei weiter groß und jede Frau willkommen. Selbst im Corona-Jahr 2020 gab es neue Mitglieder (der Jahresbeitrag liegt bei 27 Euro).

Frauen müssten nicht aus der Landwirtschaft kommen, um Mitglied eines Ortsverbandes zu werden. „Wir sind einfach eine starke Gemeinschaft von ganz unterschiedlichen Frauen im ländlichen Raum.“ Den Austausch untereinander – den würden viele Frauen als „Balsam“ empfinden.

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