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Proteste auch am Rewe-Markt in Nieheim – Bauern werben um Verständnis

Landwirte wollen wieder gehört werden

Nieheim (WB/gw). Sie fordern mehr Vertrauen, bemühen sich um mehr Verständnis und haben genug von unklaren und instabilen Beschlüssen aus Berlin und Brüssel. Zahlreiche Landwirte aus Nieheim und den umliegenden Ortschaften haben sich am Freitag auf dem Parkplatz des Rewe-Markts versammelt, Kunden informiert und etliche Tüten Blühmischungen verteilt.

„Erst stirbt der Bauer, dann das Land“ – Nieheimer Bauern wollen, dass es nicht so weit kommt (von links): Marina Lakemeyer, Johannes Claes und Peter Ahlemeyer. Foto: Greta Wiedemeier

„Wir rufen zu Tisch“ war das Motto des Tages, zu dem das Netzwerk „Land schafft Verbindung“ aufgerufen hatte. Im gesamten Kreis gab es entsprechende Aktionen. „Sie sind es gewohnt, dass Ihr Tisch reich gedeckt ist. Wir möchten erklären, was zu tun ist, damit es auch in Zukunft so bleibt“, hieß es von den Landwirten. Einer von ihnen, Peter Ahlemeyer, erklärte, wo genau die Probleme liegen: „Wir stehen beispielsweise hinter der Düngeverordnung von 2017.

Doch während wir gerade noch dabei sind, sie technisch umzusetzen, wird bereits wieder eine Verschärfung beschlossen“, monierte er, dass so der Wille und die Wirtschaftlichkeit von Investitionen geschwächt werde. Es seien praxistaugliche Lösungen und ein Bestandschutz für Anlagen, die einmal nach neuestem Stand der Technik errichtet wurden, von Nöten. Der Wolf stelle ebenfalls eine enorme Gefahr für die Weidetiere dar, dessen Abhalten durch bessere Zäune nur mit sehr viel Aufwand umsetzbar sei. Laut Ahlemeyer wird es einen enormen Strukturwandel geben, wenn weiterhin so viele Betriebe schließen, wie es zur Zeit der Fall ist. „Wir Landwirte betreiben nebenbei auch immer Naturschutz“, sagte er und verwies auf die fünf Prozent der Flächen, die schon seit Jahren als ökologische Vorrangfläche zur Verfügung gestellt werden.

Doch warum nun die Trecker vor dem Supermarkt? „Hier ist die Verbindung zum Lebensmittel direkt hergestellt und es gibt viel Durchgangsverkehr.“ In der Tat: Vielen Supermarkt-Kunden fielen die Trecker, Banner und Infostände schon von weitem auf und etliche von ihnen kamen ins Gespräch mit den Landwirten.

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