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Erste Aufführung der Ballettschule „Julia Dance“ in der Grundschulaula mit 70 Kindern

„Prinzessinnen“ zeigen ihre Kunst in Nieheim

Nieheim

So viel Konzentration und Fokus würden sich die Grundschullehrer sicher manchmal wünschen. Die kleinen Körper sind in Spannung und Pose, alle Sinne auf die Kommandos von Julia Vernuccio gerichtet. Lehrerin und Schülerinnen sind ein wenig nervös. Kein Wunder, in weniger als zwei Wochen geht die große Aufführung über die Bühne. Mehr als 70 Kinder aus der Nieheimer Ballettschule „Julia Dance“ werden ihr Können in der benachbarten Grundschulaula zeigen. Premiere für die Ballerina, Zirkusartistin und Tanzlehrerin Julia Vernuccio, die vor einigen Monaten ihre Tanzschule in den Räumlichkeiten der ehemaligen Nieheimer Grundschule eingerichtet hat.

Von Ralf Brakemeier

„Alle Prinzessin, ganz schön“, lautet das Kommando für die kleinen Ballettmäuse von Julia Vernuccio Foto: Ralf Brakemeier

Für die junge Mutter gibt es aber gleich mehrere Gründe, mit gemischten Gefühlen auf die Ballettaufführung am Samstag, 12. März, (Beginn ist um 17 Uhr, Einlass um 16 Uhr) zu schauen. Julia wurde in Russland geboren, ist dort aufgewachsen und hat dort ihre Liebe zu Musik und Tanz entwickelt. Der Krieg in der Ukraine hatte die Pläne, zum ersten Mal in Nieheim ihre Ballettschule und das Können der kleinen Mädchen zu präsentieren, ins Wanken gebracht. „Nach der Pandemie habe ich gedacht: ‚Die Kinder müssen mal wieder lachen, Spaß haben.‘ Und nun der Krieg. Aber die Kinder machen keine Politik, sie dürfen nicht traurig bleiben“, sagt Julia Vernuccio mit Tränen in den Augen. Trotz der schrecklichen Bilder aus der Ukraine könne sie ihre Herkunft nicht verleugnen. Auch mehr als die Hälfte der 70 kleinen Balletttänzerinnen stammt aus Russland.

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