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Entstandene Lücken werden wieder aufgeforstet – Ratsmitglieder und weitere Bürger unterstützen die gemeinsame Aktion in Nieheim

Viele packen im Stadtwald mit an

Nieheim (WB/hai)

Das ist eine starke Gemeinschaftsleistung für die Natur!

wn

An der jüngsten Baumpflanz- und Schutzaktion im Nieheimer Stadtwald haben sich neben Spezialisten auch zahlreiche Privatpersonen sowie Ratsmitglieder beteiligt (hier einige der Akteure). Foto: Privat

Wie viele andere Wälder leidet auch der Nieheimer Stadtwald seit Jahren unter den Folgen des Klimawandels. Das sinkende Grundwasser lässt die Bäume förmlich „verdursten“. Das Oberflächenwasser der Wintermonate fließt ab, kann kaum im Waldboden versickern und dort gespeichert werden. Hinzu kommen Insekten wie Borken-, Pracht oder Bockkäfer, die bei geschwächten Bäumen zumeist ein leichtes Spiel haben. Zahlreiche, traurig kahle Flächen im Wald, wo die toten Fichten entfernt werden mussten, sind nicht mehr zu übersehen. Aufforstung tut not, damit Lebensräume für die heimische Tierwelt aber auch Erholungsräume für den Menschen wieder geschaffen werden.

Gerhard Antoni aus Nieheim: „Es besteht inzwischen ein großer gemeinsamer Konsens in der Bevölkerung, dass im Blick auf die künftigen Generationen jetzt etwas geschehen muss.“ Und Jagdpächter Rüdiger Pfeifer betont: „So gilt es, die entstandenen Lücken im Wald wieder aufzuforsten – und zwar mit Baumarten, die auch bei den veränderten klimatischen Bedingungen gute Wachstums- und Überlebenschancen haben.“ Dazu zählen Stileiche, Roteiche und Lärche. Revierförsterin Imke Lampe und ihr Team pflanzten daher junge Bäume auf den Flächen des Stadtwaldes. Doch mit dem Pflanzen allein ist es nicht getan.

Um die Sprösslinge vor Wildverbiss zu schützen, müssen sie zeitnah mit Schutzmanschetten umschlossen werden. Der Aufruf der Jäger zur Unterstützung war kaum verhallt, da konnte Annette Cabron, die in bewährter Weise die Organisation der Aktion (wie zuletzt bei der großen Müllsammelaktion, wir berichteten) übernommen hat, in kürzester Zeit zahlreiche Frauen und Männer in ihre Listen eintragen, die spontan ihre Unterstützung angeboten hatten.

Nieheims Karnevalsruf „Olle meh!“ heißt bekannterweise „Alle mit!“ – und es waren auch alle dabei. Vertreter aller Parteien im Rat, deren Freunde und auch die Ratsmitglieder selbst, standen zwei Tage in Corona-konformem Abstand zueinander im Wald, schlugen Stöcke ein, falzten Manschetten und schützten damit die jungen Pflanzen. Ein anderer Teil der Helfenden befreite hingegen die schon vor Jahren geschützten, inzwischen stattlichen Jungbäume wieder von ihren nicht mehr erforderlichen Schutzhüllen. Einhellige Meinung war, dass diese Gemeinschaftsaktion trotz des ernsten Hintergrundes allen Spaß gemacht hat. Das gemeinsame Ziel, die Arbeit in der freien Natur und das gute Wetter verdrängten auch für ein paar Stunden die ansonsten so tristen Rahmenbedingungen unter Corona. Gerhard Antoni sagte: „Es soll nicht die letzte ihrer Art gewesen sein. Zudem wurde deutlich, dass in Nieheim durchaus alle an einem Strang ziehen können.“

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