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Hinaus ins frische Grün: Wandertipp von Landschaftsführerin Christiane Sasse zu Pfingsten

Orchideen blühen am Schmetterlingssteig

Warburg

Wen es im Mai hinaus ins frische Grün zieht, dem seien derzeit die Rundwanderwege oder Tagesetappen am Diemeltaler Schmetterlingssteig sehr zu empfehlen. Diesen Erkundungstipp zum Pfingstfest gibt die Landschaftsführerin Christiane Sasse.

Eine großartige Pracht an Dreizähnigem Knabenkraut (Orchis tridentata) findet sich in der Flur Sparrenstein in Lamerden. Den dortigen Haidberg ließen Teile der Dorfbevölkerung vor gut 10 Jahren entbuschen und trugen damit zur Renaissance und zum Schutz der wilden Orchideen bei. Seitdem rahmt der steile Hang das idyllische Diemeldorf mit seinem markanten Wacholderbestand. Foto: Christiane Sasse

Nachdem sich die zeitigen Frühjahrsblüher wie Lerchensporn, Buschwindröschen und Schlüsselblumen unter dem frischen Blätterdach der Bäume zurückgezogen haben, zieren nun die weißen Blüten des Bärlauchs die Kalk-Buchenwälder im Diemeltal. Auf den Kalk-Magerrasen hingegen weht ein Hauch von Exotik. Denn mit all ihrer Farbenpracht präsentieren sich dort verschiedene Arten von Wildorchideen.

Eine große botanische Vielfalt

Die mehr als 20 Kalk-Magerrasen zwischen Ossendorf und Langenthal sind seit dem vergangenen Jahr durch den 152 Kilometer langen Schmetterlingssteig verbunden, so dass sich die Wanderer mitunter an Knabenkräutern und Ragwurzarten erfreuen können. Die Fliegen-Ragwurze zum Beispiel strecken derzeit ihre langen Stängel mit den fliegenähnlichen Blütenständen in die Höhe, um durch ihre Täuschung potenzielle Bestäuber anzulocken.

Landschaftsführerin Christiane Sasse Foto: Christiane Sasse

Da die wilden Orchideen geschützt sind, ist das Ausgraben oder Pflücken streng verboten. „Diese prächtigen Wildpflanzen würden hinter einem Gartenzaun oder gar in einem Topf sowieso nicht gedeihen, da sie besondere Bedingungen benötigen, die sie nur auf unseren Kalkmagerrasen finden“, weiß Christiane Sasse.

Um die Orchideen im Diemeltal zu erkunden, hat die Naturführerin einige Tipps parat: „Eine große botanische Vielfalt finden wir im Naturschutzgebiet (NSG) Wiegenfuß bei Zwergen, und am NSG Stahlberg-Hölleberg zwischen Langenthal und Herstelle sind die wilden Schönheiten auf mehreren Rundwegen ab dem Segelfluggelände bestens zu entdecken. Wichtig ist dabei, auf den vorhandenen Wegen oder Pfaden zu bleiben, um die Pflanzenvielfalt nicht zu gefährden“, empfiehlt die Fachfrau.

Heimische Kostbarkeiten erforschen

Der neue Schmetterlingssteig bietet die Möglichkeit, all diese heimischen Kostbarkeiten zu erforschen und den eigenen Naturraum besser kennen zu lernen. Vor allem rund um Lamerden liegen zahlreiche Magerflächen, so dass der Eco-Pfad Muschelkalk oder eine Tour von Lamerden zu den Eberschützer Klippen auch immer wieder ein Glanzlicht darstellt.

„Besonders stolz bin ich auf die unglaublich hohe Anzahl des Dreizähnigen Knabenkrautes am Haidberg des Sparrensteins nördlich meines Heimatortes Lamerden. Der Hang wurde vor gut zehn Jahren auf Wunsch von uns Dorfbewohnern entbuscht und stellt nun eine fantastische Augenweide dar“, berichtet Christiane Sasse.

Weitere Informationen unter www.schmetterlingssteig.de

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