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Die Lage im Kreis Höxter beruhigt sich: Baum stürzt in Stahle auf Wohnmobil

Orkan: Landesweit höchster Messwert in Drenke registriert

Kreis Höxter

Mit 135 Stundenkilometern ist der Sturm Ylenia am frühen Donnerstagmorgen über den Kreis Höxter hinweg gefegt. Diesen NRW-weit höchsten Messwert registrierte die Wetterstation in Drenke. Die Feuerwehr registrierte kreisweit 100 Einsätze, die Polizei 40. 

Von Marius Thöne und Jürgen Drüke

Am Warburger Rewe-Mark hat es ein Werbeschild erwischt. Foto: Feuerwehr Warburg

Verletzte forderte der Sturm mit seinen orkanartigen Böen nicht. Allerdings gab es in zwei Fällen doch höheren Sachschaden. So berichtete Polizeisprecher Jörg Niggemann, dass in Stahle in Baum auf ein parkendes Wohmobil gefallen ist. In Gehrden brach in der Mühlenstraße ein Ast von einem Baum ab und krachte auf ein parkendes Auto. In Grüneplan im Landkreis Holzminden stürzte ein Baum auf ein Haus. Auch dort gab es keine Verletzten.

Baumaterial durcheinandergewirbelt

Spuren des Sturms waren aber auch anderen Orts sichtbar.  Auf der Kindergartenbaustelle an der Georg-Nave-Straße in Bad Driburg war in der Nacht dort gelagerte Dämmmaterial durcheinander gewirbelt worden und am Siedlerplatz war eine Bauzaunreihe umgekippt. In Nieheim hatte der Wind ein Toilettenhäuschen auf einer Baustelle umgeweht und in Warburg zerstörte der Sturm eine Leuchtreklame eines örtlichen Supermarktes.

Nach Einschätzung von Kreisbrandmeister Rudolf Lüke ist die Sturmnach glimplich abgelaufen. „Das wichtigste ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, wird der Bellerser in einer Pressemitteilung des Kreises Höxter zitiert.

An der B7 hat die Warburger Feuerwehr einen Baum entfernt. Insgesamt wurden kreisweit 100 Feuerwehr- und 40 Polizeieinsätze registriert.  Foto: Feuerwehr Warburg

Insgesamt hatte sich die Lage am Vormittag wieder etwas beruhigt. Ein Schwerpunkt der Einsätze habe im Bereich Bad Driburg und Willebadessen gelegen, berichtete Polizeisprecher Jörg Niggemann. Vor allem die Querungen über die Egge mussten gesperrt werden. Am Donnerstagvormittag waren außer der B64 (Bad Driburg-Buke) viele Pendlerwege in Richtung Paderborn dicht.

Straßensperrungen

Die Straßensperrungen im Einzelnen, mitgeteilt von Polizei, Feuerwehr, Kreis Höxter und Landesbetrieb Straßen NRW. Letzterer schrieb am Nachmittag: "Bis zum frühen Abend soll voraussichtlich alles für den Verkehr freigegeben sein."

Kreisstraße 26: Willebadessen-Lichtenau

Kreisstraße 60/61: Altenbergen-Ovenhausen

Kreisstraße 57: Heinholz zwischen Löwendorf und Hohehaus

Landesstraße 763: Willebadessen-Kleinenberg

Landesstraße 763: Fölsen-Peckelsheim

Bundesstraße 497: Silberborn-Neuhaus

Kreisstraße 40: Rheder-Hampenhausen

Landesstraße 755: Altenbeken-Langeland

Landesstraße 953: Frohnhausen-Natzungen

Landesstraße 838: Bühne-Haarbrück

Landesstraße 837: Löwen-Ikenhausen

Bundesstraße 241: Lauenförde-Schönhagen

LKW-Fahrer hilft

Die Sperrung der L837 zwischen Löwen und Ikenhausen konnte ebenso aufgehoben werden wie die halbseitige Sperrung der L828 zwischen Neuenheerse und Buke. Hier griff ein Lastwagenfahrer aus Detmold den Einsatzkräften unter die Arme. Der 38-Jährige, der selbst Feuerwehrmann ist, hob mit Hilfe seines LKW-Krans die beiden dort umgestürzten Bäume kurzerhand über die Leitplanke.

In den Sozialen Medien bekommt er für diese Aktion viel Lob. "Super Sache! Danke an den coolen Trucker" hieß es auf der Facebook-Seite der Paderborner Polizei.

Es bleibt stürmisch

Experten gehen davon aus, dass  die Gefahrenlage noch nicht vorbei ist. „Es bleibt stürmisch und der Deutsche Wetterdienst hat für die nächsten Tage weitere Warnmeldungen auch für den Kreis Höxter herausgegeben“, sagt  Matthias Kämpfer, Krisenstabsleiter beim Kreis Höxter.  Kreis, Städte, Polizei und Feuerwehren würden gemeinsam die Lage weiterhin genau beobachten und sich auf weitere Einsätze einstellen.

„Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger eindringlich darum, weiter vorsichtig und achtsam zu sein“, sagt Landrat Michael Stickeln. „Zudem danke ich allen Einsatzkräften sowie den Mitarbeitern der Bauhöfe von Herzen, die mit ihrer Bereitschaft unsere Sicherheit gewährleisten.“

Verfolgen Sie die weitere Entwicklung in unserem Newsblog zum Sturmtief.

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