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Nahverkersverbund übernimmt Mehrkosten durch gestiegene Dieselpreise

Regionalbuslinien im Hochstift sind erst einmal gesichert

Bad Driburg/Paderborn

Die Buslinien in den Kreisen Höxter und Paderborn sind gesichert – erst einmal, wie es in einer Pressemitteilung des Nahverkehrsverbundes Paderborn-Höxter (NPH) heißt. Die Verbandsversammlung hat am Mittwochabend in Bad Driburg beschlossen, dass der NPH die Mehrkosten der Busunternehmen übernimmt, die diesen durch die stark gestiegenen Dieselpreise entstehen.

Bearbeitet von Marius Thöne

Die Dieselpreise machen Busunternehmen im Hochstift zu schaffen. Foto: Harald Iding

Das gilt zunächst aber nur für jene Linien, die von den Busunternehmen nicht in Eigenregie betrieben werden.

„In den vergangenen Wochen stiegen die Preise für Energie und Kraftstoffe explosionsartig auf neue Höchstwerte und belasten Privathaushalte wie Unternehmen gleichermaßen“, heißt es dazu in der Pressemitteilung. Wie am Dienstag berichtet, hatte NPH-Verbandsvorsteher, Paderborns Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi, in einem Brandbrief an die Bürgermeister und Landräte im Hochstift auf die Situation aufmerksam gemacht und auch die Streichung zahlreicher Linien nicht ausgeschlossen.

Der stellvertretende Geschäftsführer des Verkehrsverbundes, Bernd Adelmeyer, berichtete den Mitgliedern der Verbandsversammlung, dass sich die Vertreter den Busunternehmen Go.on und BVO in der vergangenen Woche bei ihm gemeldet hätten. Übereinstimmend hätten beide darauf hingewiesen, dass durch die Preissteigerungen den Verkehrsunternehmen erheblich Liquidität entzogen werde. Es wuchs die Sorge, dass einige Unternehmen diese Phase wirtschaftlich nicht überstehen könnten.

Kommunale Daseinsvorsorge

Die Mitglieder Verbandsversammlung seien sich einig gewesen, dieses Szenario zu verhindern. „Schüler- und Linienbusverkehre gehören zur kommunalen Daseinsversorgung. Daher ist sicherzustellen, dass ein angemessenes Angebot an Verkehren besteht!“ betonte der Vorsitzende, Heiko Hansmann aus Engar, die Sichtweise der Verbandsversammlung.

„Diese beschloss daher, die durch die erhöhten Dieselpreise entstehenden Mehrkosten vertragsgemäß zu übernehmen und die Verkehrsunternehmen insoweit zu entlasten. Hiervon profitieren die acht Linienbündel, welche bereits gemeinwirtschaftlich und somit in wirtschaftlicher Verantwortung des NPH betrieben werden“, teilte die Sprecherin des Verkehrsverbundes, Sabine Gausemeier am Mittwoch mit.

Sie wirbt auch dafür, dass Berufspendler den Öffentlichen Personennahverkehr stärker nutzen. Es bestehe schon heute ein „attraktives Angebot“ für die täglichen Fahrten zwischen Wohnung Arbeitsstätte.   Als passendes Tarifangebot weist der NPH auf das neue Jobticket der Verbundgesellschaft Paderborn/Höxter (VPH) hingewiesen. „Viele Arbeitgeber wollen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den hohen Spritpreisen entlasten“, berichtete der stellvertretende NPH-Geschäftsführer Bernd Adelmeyer. „Durch eine Beteiligung an den Kosten des Jobtickets können sie das auf einfache Art tun. Neben der Mitarbeiterbindung tun sie damit auch gleich etwas Gutes für unsere Umwelt“, ergänzt Heiko Hansmann.

Einschränkungen nicht ausgeschlossen

Dass es zu Einschränkungen auf den Regionalbuslinien kommt, schließt der NPH nicht aus. In der Pressemitteilung heißt es, dass zusammen mit den Städten die vorhandenen Verkehre auf „Optimierungsmöglichkeiten“ überprüft werden sollten. Im Fokus seien hierbei insbesondere solche Fahrten, die bislang eher gering nachgefragt würden.

Offen ist darüber hinaus noch, ob auch Busunternehmen geholfen wird, die ihre Linien auf eigene Rechnung betreiben. Das soll nun rechtlich geprüft werden. Im Hochstift sind das noch vier so genannte Linienbündel in den Bereichen Lichtenau, Warburg Stadtverkehr, Egge und Büren-Salzkotten.

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