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Stadt Steinheim verleiht „Bürgermedaille 2020“ an Helga Weber-Kruck – Waldjugend und Musikverein freuen sich über „Heimatpreis“

Besondere Wertschätzung für das Ehrenamt

Steinheim

„Gemeinsinn, freiwilliges Engagement für andere, für die Allgemeinheit – das ist der Gradmesser für die moralische Temperatur in einer Gesellschaft“, zitierte Bürgermeister Carsten Torke den früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, als er in der letzten Ratssitzung des Jahres gleich zwei Ehrenamtspreise verlieh.

Heinz Wilfert

Bürgermeister Carsten Torke hat Helga Weber-Kruck mit der „Bürgermedaille 2020“ der Stadt Steinheim ausgezeichnet und damit den großartigen Einsatz einer „empathischen Kümmerin“ gewürdigt. Foto: Heinz Wilfert

Die „Bürgermedaille“ der Stadt erhielt Helga Weber-Kruck und über „Heimatpreise“ freuen sich die Waldjugend Steinheim und der Musikverein Leopolds­tal-Vinsebeck. Viele Menschen in der Heimat seien bereit, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu werden. „Unsere moralische Temperatur, wie Herzog es nannte, zeigt einen hohen Wärmegrad“, lobte Torke.

Die Ehrungen seien nicht nur Anerkennung. „Sie drücken auch die besondere Wertschätzung für das Ehrenamt aus, denn sie zeichnet Menschen aus, die sich oft schon seit Jahrzehnten für die Allgemeinheit engagieren und die mit ihrem Wirken dazu beitragen, dass das Leben in der Stadt von Wärme und Mitmenschlichkeit geprägt wird.“

Bürgerschaftliches Engagement sei ein freiwilliges, ein selbst gewähltes Wirken, das oft im Stillen stattfinden würde. Um so wichtiger sei es, dieses stille Wirken öffentlich anzuerkennen und wertzuschätzen.

Der Modus der Auszeichnungen unterscheide sich zwar – die Geehrten eine aber die Motivation für Nächstenliebe, soziales Engagement, Förderung der Jugend und des Gemeinsinns, Bewahrung von Kulturgut, Natur und Heimat, so Torke, der herzlich für das uneigennützige Wirken dankte. Das konnte der Bürgermeister auch schon 2016 deutlich machen, als er Ehemann Werner Kruck wegen seines unermüdliches Engagement für die Umwelt mit der „Bürgermedaille“ ausgezeichnet hatte. Mit Helga Weber-Kruck wird nun eine „empathische Kümmerin“ mit der „Bürgermedaille 2019“ der Stadt Steinheim ausgezeichnet. Sie hänge die Messlatte hoch, folge man Roman Herzog und erhebe ihr Wirken in vielen sozialen Bereichen als Gradmesser für die moralische Temperatur in einer Gesellschaft zum Maßstab.

So engagiert sie sich in der Kirche: Leitung der evangelischen Frauenhilfe; Mitverantwortung auch überregional im Frauenhilfe-Bezirksverbund Höxter/Paderborn; Mitverantwortung als Presbyterin der Evangelischen Kirchengemeinde und als Mitglied des Kreis-Synodal-Vorstandes. Auch gehören monatliche Gottesdienste im St. Rochus-Seniorenhaus und im Helene-Schweitzer-Zentrum, Gottesdienste bei Einschulungen, Entlassungen und Schulgottesdiensten dazu. Ein weiterer Bereich ist die Seniorenbetreuung: Wöchentliche Erzähl-Werkstatt für Menschen mit Demenz; Mitwirkung beim Projekt „GeiSt“. Im Nachbarschaftszentrum ist sie aktiv: Leitung eines Kochkurses; gemeinsame Aktivität mit Gästen des „Steinheimer Tisches“ – mit und für Senioren. Ihr Beitrag in der Flüchtlingsarbeit: regelmäßige Betreuung einer Familie mit Kleinkindern. Engagement in den Schulen: wöchentlicher evangelischer Kontaktunterricht in den Grundschulen Steinheim und Vinsebeck, regelmäßige Betreuung eines Schülers mit Lernschwäche.

Weil Corona derzeit viele Aufgaben unmöglich mache, setzt sich die Trägerin der Medaille im Bundesfreiwilligendienst ein. „Wenn Sie, liebe Frau Weber-Kruck, der Gradmesser der moralischen Temperatur unserer Gesellschaft sind, dann können sich Staat und Kirche beruhigt zurücklehnen. Mehr Engagement geht nicht!“ fasste Torke die Bilanz der Aktivitäten im Ehrenamt zusammen.

Mit dem „Heimatpreis“ rückt die Landesregierung herausragendes Engagement in den Fokus. So gehen 3500 Euro an die 76 Kinder und Jugendlichen der Waldjugend und 1500 Euro an den Nachwuchs im Musikverein Leopoldstal-Vinsebeck – als Anerkennung für sehr engagierte Arbeit.

Schon Generationen von Steinheimern seien im frühen Kindheitsalter mit Leidenschaft dabei gewesen, ein jeder kenne Helmut „Sheriff“ Struck und seine Frau Ingrid, die persönlich bereits 2012 für ihr Engagement in der „Deutschen Waldjugend“ und im Kinderferienspaß mit der „Bürgermedaille“ der Stadt geehrt wurden. Jetzt ging es um den Verein selbst und um dessen Bedeutung für die Heimat. Der Preis 2020 steht unter dem Motto: „Unsere Zukunft liegt hier – wir (be)leben Heimat“.

„Heimat erleben, unter sachkundiger Anleitung, Verständnis für Diversität und Artenvielfalt entwickeln, aktiv Naturschutz betreiben in Form vielgestaltiger Projekte, Natur- und Umwelt gestalten und für zukünftige Generationen erhalten und das innerhalb des sozialen Gefüges eines Vereins und unter fachkundiger Anleitung“ – mehr Heimat (be)leben gehe im wahrsten Sinne des Wortes nicht, zählte Carsten Torke auf. Renaturierung von Mülldeponien, Anlage von Feuchtbiotopen, Aufforstung, Neuanpflanzung von Hecken und Feldgehölzen, Kopfweiden und Heckenpflege seien nur einige der zahlreichen Aufgabenfelder.

Kinder würden dadurch gemeinsam aktiv, erlebten gemeinsames Gestalten und blieben mit ihrer Heimat verwurzelt. Das Preisgeld werde für das Projekt „Leuchtpunkte“ verwendet. Es geht um Lebensräume für Insekten. Für sie werden Blühflächen gepflanzt.

Der Musikverein Leopoldstal-Vinsebeck ist seit über 90 Jahren eine feste Größe im kulturellen Leben der Städte Horn-Bad Meinberg und Steinheim – und darüber hinaus, wo die Musiker die Menschen mit einem breitgefächerten Repertoire zu vielen Anlässen begeistern. Der Verein engagiert sich unentgeltlich, spielt zu Kranzniederlegungen am Ehrenmal, Martinsumzügen und Prozessionen. Der Corona-Pandemie begegnet der Verein mit besonderem sozialem Engagement: Er gibt Konzerte für Senioren im St. Rochus-Haus, plant Weihnachtsliederspielchen im Heimatort Vinsebeck, um die Stimmung zu heben.

Weil Jugendarbeit und musikalische Förderung groß geschrieben werden, soll das Preisgeld für Werbemaßnahmen eingesetzt werden, sowohl analog per Flyer als auch im Social-Media-Bereich. „Liebe zur Heimat, Brauchtumsförderung, Übernahme sozialer Verantwortung, Jugendarbeit – auch hier finden sich alle Elemente zum Motto des Heimatpreises wieder“, sagte Torke zur Auszeichnung.

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