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Für 1,2 Millionen Euro wird Aula der Realschule umfassend saniert – moderne Technik

Dem Dach geht es an den Kragen

Steinheim (WB). Gerd Engelmann ist schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert in der Stadtverwaltung tätig. Als verantwortlicher Ansprechpartner für die Schulen ist es ihm mit Steinheims Bürgermeister Carsten Torke jetzt ein besonderes Vergnügen gewesen, die nächste große Baumaßnahme der Stadt zu präsentieren: Das Millionenprojekt »Umbau und Sanierung der Aula in der Realschule« kommt in Fahrt.

Harald Iding

Jürgen Hansel vom Architekturbüro Kleine-Hansel hat die Details für das neue Dach der Aula in der Realschule Steinheim und die Innenausstattung nähert erläutert. Foto: Harald Iding

Ein großer Kran kündigt von weitem an, dass es nun dem alten Dach der Aula an den Kragen gehen wird. »Daraus machen wir ein Flachdach. Aber die aufwendige Stahlkonstruktion darunter können wir trotzdem weiter nutzen«, stellte Projektleiter Jürgen Hansel vom Architekturbüro Kleine-Hansel vor. Er ist nicht nur Sachverständiger, sondern auch Fachplaner für vorbeugenden baulichen Brandschutz. Hansel kennt sich also mit den strengen Auflagen, die so ein Mammutprojekt mit sich bringt, bestens aus.

Dachdecker brauchen sechs Wochen

»Heute beginnen wir mit dem Bau für das neue Dach. Ein entsprechender Kran steht bereit, um die einzelnen Komponenten abzutragen.« Allein für die reinen Dachdeckerarbeiten seien etwa sechs Wochen eingeplant. Unter anderem erfolgt der Abriss, ein provisorischer Witterungsschutz, der Einbau von Dachakustikblechen und natürlich die Dämmung. Die Fensterpartie werde in großen Teilen mit übernommen. Im Innenbereich soll alles moderner und mit neuester Technik ausgestattet werden.

Das fängt bei der energiesparenden Lichttechnik an und hört bei der Bühnentechnik und dem neu zu erstellenden separaten Regieraum auf. Die Lüftung und andere Gewerke wie Elektroarbeiten dürfen ebenso nicht fehlen.

LED-Beleuchtungstechnik

Jürgen Hansel: »Wir werden unter anderem eine hocheffiziente LED-Beleuchtungstechnik zum Einsatz bringen.« Er wies gegenüber einigen Vertretern der Kommunalpolitik am Donnerstag auf den Umstand hin, dass die Verschiebung des Baubeginns leider der mangelnden Handwerkerbeteiligung beim Ausschreibungsverfahren geschuldet sei. »Wir sind nun froh, überhaupt die passenden Handwerker gefunden zu haben – sie kommen überwiegend aus unserer Region.« Die Auftragsbücher seien wohl bei vielen Betrieben übervoll. Da sei es richtig schwierig, solche großen Maßnahmen zeitnah umzusetzen.

Die Bauzeit ist zunächst mit sechs Monaten kalkuliert worden. Am Ende gibt es 350 feste Sitzplätze und 115 flexible Reihenbestuhlung für eine individuelle Nutzung der Aula. Damit stehen in Steinheim nun gleich drei herausragende Bauvorhaben im Fokus: der Umbau der ehemaligen Weberschule zu einem neuen Kulturzentrum; die Sanierung und Neugestaltung der Stadthalle Steinheim und eben die Modernisierung der Aula.

Kommunales Förderprogramm

Bürgermeister Carsten Torke widersprach einigen Verlautbarungen auf bundespolitischer Ebene, die Kommunen würden die Fördermittel einfach nicht abrufen. »Das trifft auf unsere Stadt jedenfalls nicht zu. Wir tun dagegen alles, um unser Mittelzentrum weiter nach vorn zu bringen!« Dank des kommunalen Förderprogramms des Bundes (Finanzhilfe) würde man auch größtenteils das Bauvorhaben in Steinheim realisieren können.

Natürlich sei man außerdem darauf angewiesen, dass vor Ort alle Beteiligten an einem Strang ziehen und mit den Unannehmlichkeiten (Lärm, Dreck, Wegfall der Nutzung) klarkommen. »Und selbst wenn alles etwas später fertig wird, dann finden wir auch dafür Lösungen. Wir sind auf einem sehr guten Weg und freuen uns auf die Ergebnisse«, so Torke.

Schüler verfolgen Bauphasen

Der stellvertretende Schulleiter Uwe Lorenz lobte die bisher beteiligten Betriebe: »Sie nehmen Rücksicht auf den schulischen Tagesablauf und bohren zum Beispiel möglichst erst am Nachmittag. Unsere 600 Schülerinnen und Schüler, die derzeit in den Ferien sind, verfolgen ansonsten interessiert die Bauphasen.« Die erste Abschlussfeier in der neuen Aula könnte 2019 bestimmt besonders schön ausfallen, sagte Lorenz.

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