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In Bergheim geht der Dorffunk in Betrieb – Homepage und App informieren über das Leben im Ort

Die WhatsApp-Gruppe war gestern

Steinheim-Bergheim

In der Steinheimer Ortschaft Bergheim ist die Tür zur digitalen Welt weit aufgestoßen worden, nachdem seit kurzem der Dorffunk auf Sendung ist.

Heinz Wilfert

Die Bergheimer Digitalexperten (oben, von links) Daniela Bresslein, Florian Wiedemeier, Miriam Wösterfeld und (unten von links) Mathias Engelmann, Lukas Schäfers und Alexandra Lühmsmeier haben die Homepage für das Homedorf komplett neu gestaltet und aktualisiert. Foto: Heinz Wilfert

In den vergangenen Monaten hatte eine Arbeitsgruppe über die Dorfwerkstatt eine komplett neu gestaltete Internetseite aufgebaut, die unter www.bergheim-westfalen.de aufgerufen werden kann und Informationen über Veranstaltungen, das Vereinsleben, Fotogalerien und die Geschichte des Dorfes liefert.

Mobile Geräte

Besonders stolz sind die Bergheimer auf die Dorffunk-App, eine echte Kommunikationsplattform, über die jetzt alle Neuigkeiten auf mobilen Endgeräten (Tablets, I-Phones oder Smartphones) abgerufen werden können. Die IT-Experten hoffen, dass möglichst viele den Dorffunk nutzen und ihn mit Leben füllen. Die App kann ganz einfach über einen Link auf der Internetseite geladen werden. Nutzer müssen sich nur noch mit der eigenen E-Mail-Adresse und einem Passwort anmelden – und schon kann es losgehen. Die App bietet die Rubriken News, Plausch, Biete/Suche und Veranstaltungen. Sogar die jüngsten Pfarrbriefe sind hinterlegt. Jeder Nutzer kann selbst entscheiden, aus welchen Gebieten und aus welchem Umkreis er Beiträge erhalten möchte, denn viele Gemeinden der Region nutzen den Dorffunk ebenfalls.

Der ländliche Raum kämpft mit den typischen Problemen wie Rückgang der Bevölkerung, wirtschaftlicher Stagnation, der Reduzierung der Infrastruktur für die Daseinsvorsorge. Um dem entgegenzuwirken, wurden schon vor Jahren im Kreis Höxter das Projekt Smart-Country-Side ins Leben gerufen und mehrere digitale Projekte angestoßen. Das Projekt Dorf.Digital.Zukunft ist ein Nachfolger und läuft in insgesamt 30 Orten.

Eines der Dörfer ist Bergheim, wo die Arbeitsgruppe nicht nur eine neue Homepage aufgebaut hat. Zur Umsetzung waren Dorfdigitalexperten und Lotsen ausgebildet worden. Vor allem in der Verbindung von Homepage und App sieht das Bergheimer Team mit Daniela Bresslein, Florian Wiedemeier, Miriam Wösterfeld, Mathias Engelmann, Lukas Schäfers und Alexandra Lühmsmeier den wichtigsten Aspekt.

Fraunhofer-Entwicklung

Die App basiert auf der digitalen Dorfplattform (Dorf-App) des Fraunhofer-Instituts, die das Herzstück des breit angelegten Projektes ist und über einen schnellen Klick Neuigkeiten, Nachbarschaftshilfe oder Kontakt- und Serviceangebote verbreitet. Mathias Engelmann ist überzeugt: „Die digitale Infrastruktur ist wichtig und weist in die Zukunft, weil sie viele Menschen gleichzeitig erreicht.“

Deutschlandweit nutzen bereits 150 Dörfer die digitalen Angebote mit Veranstaltungskalender, digitalem Schaufenster, Bestell- und Lieferservice oder Belegungsplänen für die Bürgerhallen. Ein Ziel besteht darin, die Dörfer miteinander zu vernetzen und so Erfahrungen auszutauschen. „Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Rückzug ins Private entwickeln sich mit Hilfe der Digitalisierung mehr Möglichkeiten, Kontakt zu halten, den Alltag zu organisieren und den Zusammenhalt zu stärken“, so Mathias Engelmann zur besonderen Bedeutung des Dorffunks, der dem sozialen Kontakt einen neuen Schub zu verleihen kann.

Bergheim hat im Rahmen des Projektes für fünf Jahre auch ein IT-Equipment mit Notebook, Beamer, Leinwand und drei Tablets zum Verleih erhalten, die in Bergheim im St. Liborius Pfarrheim zur Verfügung stehen. Aus diesem Fundus können Tablets zum Ausprobieren geliehen werden.

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