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Von Haxthausen verkauft Schloss Thienhausen – Auktionshaus versteigert Möbel, Bilder und Silber

Familientradition endet nach 400 Jahren

Rolfzen (WB). Dieses Schloss von 1609 steckt voller Geschichte. Schon der Dichter Friedrich Wilhelm Weber lebte dort und verfasste sein weltberühmtes Epos »Dreizehnlinden«. In Thienhausen endet nun die Ära der Familie von Haxthausen. Das Anwesen ist veräußert worden.

Harald Iding

Das Schloss Thienhausen bei Rolfzen wurde 1609 von Tönnis Wolf von Haxthausen als Wasserschloss errichtet. Foto: Harald Iding

Das Wasserschloss gilt als Juwel der Weserrenaissance. Den Südgiebel ziert eine wertvolle Bildhauerarbeit: Die gekrönte Madonna mit Kind wurde erst vor wenigen Jahren aufwendig restauriert. Doch in dem Gemäuer schlägt der Hausschwamm erbarmungslos zu. »Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber die Natur arbeitet gegen einen – und ich konnte es nicht mehr stemmen.Bevor das historische Gebäude noch mehr Schaden nimmt, wollte ich es verkaufen – um es so vielleicht noch zu retten«, sagte Christian von Haxthausen am Wochenende dem WESTFALEN-BLATT. Das Schlossgebäude wurde  1609 auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Anlage gebaut. Nach einem schweren Brand 1905 baute man es wieder auf.

Auf der Anlage (das Schloss wird von einer Gräfte umfasst) befinden sich  zwei Hofscheunen, die frei stehen und deren Dächer solaren Strom   einfangen. Eine ehemalige Wassermühle gibt es auch noch. Das   Grundstück mit den zum Betrieb gehörenden Forst- und Ackerflächen ist etwa 140 Hektar groß. »Mein Ziel ist es, dass der neue Eigentümer das Schloss aus dem Dornröschenschlaf holt«, hofft  von Haxthausen.

Inzwischen kümmert sich unter  anderem das Auktionshaus Mars aus Würzburg um die Versteigerung von Teilen der großen Sammlung aus dem markanten  Schloss Thienhausen. Dr. Gisela Wohlfromm sagte dieser Zeitung: »Für Schloss Thienhausen  in OWL endet mit dem  neuen Eigentümer eine über 400-jährige Familientradition. Mitte des 19. Jahrhunderts kaufte August von Haxthausen das Anwesen gemeinsam mit einem seiner Brüder von einem dänischen Zweig der Familie. Verwandtschaftliche Beziehungen gab es zu der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, deren Mutter eine geborene von Haxthausen war.«

Das altehrwürdige Renaissanceschloss  ist verkauft und  am Samstag, 22. Oktober, kommen  in Würzburg  mehrere   Ahnenportraits, Möbel und Silberobjekte zur Versteigerung. »Ich bin hier im Schloss aufgewachsen. Dieser besondere Platz wird mir fehlen«, so Christian von Haxthausen.

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