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Bürgermeister Carsten Torke zieht erste Corona-Bilanz und stellt Neuerungen vor

„Großprojekte werden weiter verfolgt“

Steinheim (WB). „Die im Rathaus haben wegen Corona wenig zu tun, wo doch die Türen geschlossen sind!“ Diese vorschnelle Aussage von Zeitgenossen trifft für Steinheim nicht zu. „Unser Verwaltungsbetrieb läuft intensiv weiter. Bei uns ist trotz der Krise jede Dienstleistung – ob im Bauamt, Bürgerbüro oder Standesamt – zu bekommen. Man braucht sich nur telefonisch anzumelden und erhält Unterstützung“, gibt ­Carsten Torke Entwarnung.

Harald Iding

Auf „allen Kanälen“ ist Steinheims Bürgermeister Carsten Torke in der Corona-Krise mit der Außenwelt verbunden. Er hält auch Kontakt zu Abgeordneten und zur Bezirksregierung – es gibt viel zu klären. Torke: „Die Bürger halten sich hier vorbildlich an die Regeln!“ Foto: Harald Iding

Auch Millionenprojekte und Maßnahmen im Rahmen von „Stadtumbau“ bis zum Entwicklungskonzept „IKEK“ auf den Dörfern – alle großen Vorhaben, die für 2020 geplant sind, würden aktuell weiter verfolgt. „Wir verfügen über ein gutes finanzielles Polster, eben auch für Notzeiten“, betont der Bürgermeister im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Sicherlich könne er nicht in eine „Glaskugel“ schauen und die weitere Entwicklung der nächsten Monate vorhersagen. Torke: „Diese schlimme Pandemie ist Neuland für uns alle!“ Und noch gäbe es keinen verbindlichen „Rettungsschirm“ für die Kommunen von Seiten des Bundes. Man müsse aber gerade in dieser Zeit weiter nach vorn schreiten.

Neuland für alle

„Mein gesamtes Team und ich stehen mit der Kommunalpolitik engagiert für die Sorgen und Nöte der Bürger zur Verfügung. Dabei verlieren wir die großen Aufgaben wie Stadtumbau, Neuansiedlung von Gewerbe, die Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes, die weitere Modernisierung von städtischen Immobilien und die Baureifmachung des Baugebietes Steinwarts Feld (Abschnitt III) nicht aus den Augen. Im Gegenteil, wir alle arbeiten mit Hochdruck an der Realisierung der Ziele, die wir uns mit dem neuen Haushalt 2020 gesetzt haben – und den unsere Politik mit einem klaren Votum beschlossen hat.“

Den Leerstand in der Kernstadt zu minimieren und zum Beispiel in Rathausnähe ein lebendiges Wohnquartier entstehen zu lassen – das werde wie geplant weiter verfolgt. „Wir müssen den Menschen eine Perspektive geben und dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken. Wir haben hier derzeit kein Projekt gesperrt“, so Torke.

Wegen Corona würde nicht gleich alles zusammenfallen. Die Steinheimer wollen sich vielmehr mit Mut und Optimismus den Herausforderungen stellen. Und sie sorgen vor – für alle Fälle, wie Torke deutlich macht. „Wir haben ein ‚gespiegeltes Führungsteam‘ und könnten so bei einer Verschärfung der Lage von zwei Standorten aus mit zwei verschiedenen großen Teams die Aufgaben der Verwaltung meistern“, verrät Torke, der als hoher Bundeswehroffizier vor seinem Amt in Steinheim bereits Lösungen in Krisensituationen erarbeitet habe.

Strategisches Vorgehen

Das strategische Vorgehen sichere den Erfolg. Im Notfall würde ein Team (A) vom Rathaus aus agieren und von Torke geleitet. Ein alternatives Team (B) könnte sich in das neue Weber-Forum einquartieren und mit Kämmerer Heinz-Josef Senneka (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters) um die Organisation von kommunalen Aufgaben kümmern. Die Stadt sei quasi die „letzte Bastion“ und direkt für die Menschen vor Ort da. Torke ist von der Notwendigkeit überzeugt, zu jeder Zeit trotz Corona handlungsfähig zu sein und zu bleiben. Dass die Verwaltung wegen einer möglichen Virus-Erkrankung im Haus komplett ausfällt – das dürfe nie passieren.

Messe wird in 2021 wiederholt

Mit großem Bedauern musste die Stadt wichtige Veranstaltungen wie die Steinheimer Messe (mit Ausbildungsbereich) absagen. „Wir haben nun entschieden, dass sie trotz des zweijährigen Turnus bereits in 2021 nachgeholt werden soll. Im November findet auch der Reineccius-Markt statt. Wir werden das gemeinsam stemmen!“

Jeden Morgen gibt es im Steinheimer Rathaus eine Corona-Krisensitzung der Führungskräfte. Man tauscht sich intensiv aus. „Auf Bezirksebene stehen in einer Telefonkonferenz alle Bürgermeister mit dem NRW-Ministerium in Verbindung“, lobt Torke das Vorgehen. Auch mit dem Kreis stehe man in engem Kontakt. „Die Bürger erwarten Antworten auf ihre vielen Fragen. Fast täglich ändern sich ja die Auflagen!“ Da komme es vor, dass bei Familie Torke sonntags an der Tür geklingelt wird, um Abstandsregeln zu erfragen. Der Chef sieht es positiv: „Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen. Das Miteinander wird aktuell sehr gestärkt.“

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