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Steinheims Bürgermeister Torke stellt Erfolgsbilanz und die weiteren Pläne vor – vom Fahrstuhl bis zum „grünen Klassenzimmer“

„IKEK ist Schmierstoff für die Dörfer“

Steinheim

Das „Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept“, kurz IKEK, ist „Schmierstoff für die Steinheimer Dörfer“. Davon ist Bürgermeister Carsten Torke überzeugt, als er den aktuellen Sachstand der IKEK-Maßnahmen in allen Steinheimer Ortschaften ausführlich erläuterte.

Heinz Wilfert

In der Steinheimer Ortschaft Vinsebeck soll die Brücke saniert werden. Und als besonderer Clou ist dort sogar erstmalig eine Überdachung geplant. Foto: Heinz Wilfert

Das Konzept eröffnet den Bürgern in den acht Steinheimer Dörfern die Möglichkeit, sich auf den Weg zu machen, um eigene Zukunft zu gestalten und für diese Zukunft fit zu machen.

Für die Phase der Umsetzung gab es keine Blaupause, denn jedes Dorf konnte seinen eigenen Weg gehen, was in vorbildlicher Weise auch gelungen sei. Nach Ortsrundgängen 2017 mit einer Stärken- und Schwächenanalyse starteten im Dezember 2018 die Auftaktgespräche in jeder Ortschaft zur Projektpriorisierung. Später gründeten sich Dorf- und Zukunftswerkstätten, um Ideen zu entwickeln.

Großartige Leistung

„Man schaut auf Steinheim. Ich werde immer wieder gefragt, wie habt Ihr das in zwei Jahren geschafft“, so Torke, der das Ehrenamt als wichtigen Motor für die Projekte anerkennt. Alleine das kleine Grevenhagen hat sich mit bislang 2268 Stunden ehrenamtlicher Arbeit für das neue Dorfgemeinschaftshaus eingebracht, was einen Mehrwert von rund 34.000 Euro bedeutet.

Torke geht davon aus, dass auch nach Abschluss aller Maßnahmen von den großartigen Gemeinschaftsleistungen etwas hängen bleibe, weil man sich auf alte Werte berufen könne – besonders wichtig auch nach den Zeiten der Pandemie. Selbst Corona konnte die Projekte nicht stoppen, die zwar alle unterschiedlich weit sind, aber ein Ziel haben: Die Attraktivität der Dörfer zu entwickeln und die Lebensqualität zu erhöhen. Ein besonderes Lob stellt Torke den Hauptakteuren in der Verwaltung mit dem Demografiebeauftragten Alexander Rauer, Anne Wochnik vom Bauamt und Cornelia Hartweg aus. „Sie haben die IKEK-Projekte mit Herzblut begleitet und haben sie zu Ihren gemacht!“ Der Dank des Bürgermeisters richtete sich auch an die Politik, die Bürger und die Ehrenamtler, auch wenn manchmal dicke Steine wegzuräumen waren.

Torke ist überzeugt, dass das Konzept aufgeht und Zeichen nach außen setzt, den Zusammenhalt zu stärken und die Dörfer mit Leben zu füllen. „Steinheim hat mit IKEK auf das richtige Pferd gesetzt.“ Das habe schon dazu geführt, dass für die Steinheimer Dörfer ein verstärkter Zuzug, eine rege Bautätigkeit und immer weniger Leerstände zu beobachten seien. 1,43 Millionen Euro beträgt das Volumen der Gesamtinvestitionen für die Projekte in den acht Dörfern. 761.000 Euro fließen als Fördermittel.

Bei Steinheim verbleibt ein Rest von 669.000 Euro als Eigenanteil. Hier die Maßnahmen in den Dörfern:

Bergheim

In drei Bauabschnitten entsteht ein neues Dorfzentrum an der Bürgerhalle und auf dem ehemaligen Schulhof. Die Abnahme des ersten Bauabschnitts mit der Umgestaltung des Schulhofs mit Boule-Feld, Kletterwand und Abenteuerspielplatz ist inzwischen erfolgt. Die beiden nächsten Bauabschnitte folgen 2021 und 2022. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 312.000 Euro, die Förderung beträgt 203.000 Euro.

Eichholz

In Eichholz soll der Kreuzungsbereich der Bundesstraße 252 mit dem R 1 (Kantstraße/Laakeweg) sowie der Signalanlage mit der Bushaltestelle entschärft werden. Im Zuge der Umgestaltung wird die zweite (Richtung Steinheim liegende) Auffahrt der Kantstraße auf die B 252 gesperrt. Parallel zur Bundesstraße wird ein Weg mit Einbahnstraßenregelung angelegt, der auf die erste Einfahrt der Kantstraße einmündet. Die Grundstücksakquise dafür ist gelaufen. Weil Straßen NRW für die Ostwestfalenstraße eine „2 plus 1 Regelung“ plant, stehen sowohl die Umsetzung wie die Kosten noch nicht fest. „Für die Eichholzer ist die Nachricht wichtig, dass die Maßnahme umsetzbar ist“, so Rauer.

Grevenhagen

Der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses ist fast abgeschlossen. Durch den Umbau sind Synergieeffekte zwischen der Löschgruppe und dem Dorfgemeinschaftshaus gelungen. Unter anderem bekommt die Feuerwehr zusätzliche Bereiche, im Dorfgemeinschaftshaus ist ein neuer Multifunktionsraum für ganz unterschiedliche Angebote entstanden. „Für Grevenhagen bedeutet das neue Dorfgemeinschaftshaus einen echten Gewinn,“ betont Bürgermeister Carsten Torke. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 287.000 Euro, die Fördersumme beträgt 134.000 Euro.

Hagedorn

Für 25.700 Euro ist in Hagedorn der „Hundeweg“ zum Friedhof neu gestaltet worden. Die Umgestaltung ist 2020 bereits erfolgt. Auf der Wunschliste der Hagedorner steht ein Energieprojekt, das sich noch in der „Warteschleife“ befindet.

Ottenhausen

Im Dorfzentrum (Quartier Marien-/Kesselstraße) wurden drei marode Häuser abgerissen. Im alten Dorfkern ist dadurch Platz für Quartierentwicklung und Freiflächen entstanden. Flächen wurden zum Teil an Anlieger verkauft, die dadurch einen Bauerngarten anlegen können (wir berichteten). Das Volumen der Maßnahme beträgt 106.000 Euro, 30.000 Euro sind Förderung.

Auf der künftigen Agenda steht in Ottenhausen ein Radweg entlang der Kreisstraße nach Steinheim. Für das Dorfgemeinschaftshaus ist mit dem Einbau eines Fahrstuhls ein barrierefreier Zugang geplant, für den eine Förderzusage vorliegt.

Rolfzen

Einen Baumlehrpfad wünschen sich die Bürger in Rolfzen, der auch als Wanderweg zu nutzen ist. Der Flächenerwerb für das Projekt ist abgeschlossen Die Umsetzung soll 2021/22 mit einem Aufwand von 57.500 Euro (Förderung 11.000 Euro) erfolgen. Längerfristig sei eine Anbindung geplant an das Schloss Thienhausen.

Sandebeck

Ein Haus der Begegnung wird in der Ortschaft Sande­beck entstehen. Dazu wurde das an das Vincenzhaus angrenzende Gebäude von der Kirche erworben.

In diesem Gebäude, das künftig den Namen „Vinzling“ erhalten soll, werden neben dem „Café Vinzling“ verschiedene Nutzungen möglich sein – von Projekträumen, Aktivitäten für Kinder oder Nutzung durch die Fotogruppe. Innenausbau und Brandschutz sind getätigt, im nächsten Jahr werden Fenster und Heizung ausgetauscht. Gesamtvolumen liegt bei 280.000 Euro, Förderung bei 148.000 Euro.

Vinsebeck

Einen Dorfgemeinschaftsplatz mit einem Naturerlebnisraum samt Wasserspielplatz und einer Brücke werden die Vinsebecker am Heubach anlegen. Auch ein „grünes Klassenzimmer“ ist in Kooperation mit der Grundschule vorgesehen. Die Brücke soll saniert werden. Besonderer Clou und Eye-Catcher ist, dass sie eine Überdachung erhält.

Die Maßnahme am Radweg soll auch einen „Impuls für den Radtourismus setzten“. Deshalb werde extra eine Ladestation für E-Bikes installiert. Die Umsetzung ist für 2021 anvisiert.

Aktueller Projektstand: Der Förderantrag ist eingereicht und die Ausarbeitungsplanung in Vorbereitung. Das Gesamtvolumen liegt bei 361.000 Euro (Fördermittel 234.000 Euro).

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