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Professor aus Steinheim-Hagedorn engagiert sich vielfältig – Premiere: Stadt Steinheim verleiht Heimatpreis

Johannes Üpping erhält Medaille

Steinheim (WB). Bürgermeister Carsten Torke ist in »ausgezeichneter« Stimmung: Kann er doch beim diesjährigen »Reinnecius-Markt« Anfang November nicht nur gleich zwei Empfänger des ersten »Heimatpreises« der Stadt auszeichnen. An dem Festsonntag wird es ihm auch eine echte Freude sein, mit Johannes Üpping aus Hagedorn einen besonders engagierten Bürger mit der »Reineccius-Medaille« zu ehren.

Harald Iding

Johannes Üpping ist Vorsitzender des Heimatvereins Hagedorn (hier bei einer Artenschutz-Aktion) und Professor an der TH OWL. Er sagte dem WESTFALEN-BLATT: »Ich freue mich über die Auszeichnung. Meine Ideen erreichen dadurch noch mehr Leute!« Foto: WB-Archiv

Johannes Üpping (37) ist nicht nur der Vorsitzende des Heimatvereins seines Wohnortes, wo er sich zum Beispiel persönlich auch für den Artenschutz stark macht. Wie das WESTFALEN-BLATT bereits bereits ausführlich berichtete, liegt dem Professor an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) sehr viel an einer zukunftsfähigen Lösung rund um das Thema Energie.

Die Idee des Professors Dr. rer. nat. Johannes Üpping aus dem Bundesbronzedorf Hagedorn, der als Wissenschaftler das »Labor für elektrische Energietechnik« an der TH in Lemgo leitet, beruht auf der Idee, »den Strom dort direkt zu nutzen, wo er auch produziert wird.« Zum Beispiel durch die Nutzung von Sonnenenergie (Photovoltaik) und die Verwendung direkt vor Ort.

Energie vor Ort speichern

Seine Vorstellungen sind konkret und mutig zugleich – sie könnten den gesamten Energiemarkt im neuen Licht erscheinen lassen und auf den Kopf stellen. Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Speicherung regenerativer Energien. »Wir haben das Ziel, die Wertschöpfung in der Region zu halten und gleichzeitig die Energieversorgungskosten zu senken«, lautet eine der Kernaussagen von Johannes Üpping, der im Mai 1982 geboren wurde und nach dem Abitur von 2002 bis 2007 an der Universität Paderborn Physik studierte.

Als wissenschaftlicher Mitarbeiter promovierte Üpping anschließend zum Thema »3D photonische Kristalle für photovoltaische Anwendungen« im Jahr 2011 an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg (Fachbereich Physik). Danach wechselte er zur Firma Stiebel-Eltron (Holzminden) in die Entwicklungsabteilung für Wärmepumpen.

2015 wurde Üpping an die Hochschule OWL berufen. Seine Studierenden möchte er zum Mitdenken anregen und Begeisterung wecken: »Ich zeige den Studierenden, wie spannend der Blick über den Tellerrand sein kann«, betont Üpping. Gemeinsam mit Kollegen seines Fachbereichs hat er in diesem Jahr den neuen Bachelor-Studiengang »Energiemanagement und industrielle Klimaschutztechnologie« ins Leben gerufen.

Treibhausgase einsparen

»Um Energie und Treibhausgase einzusparen, brauchen wir Experten, die wissen wie das geht«, sagt Üpping, der eine eigene Antwort auf »Fridays for future« gefunden hat: Aktuell bietet Professor Üpping immer freitags offene Vorlesungen in der TH an. Dort diskutiert er Fragen rund um das Thema »Klimawandel und Energie«. Der Medaillen-Jury sei es leicht gefallen, diesen wahren Querdenker und engagierten Heimatfreund aus der Ortschaft Hagedorn mit der Reineccius-Medaille 2019 zu ehren. Er wird der neunte Preisträger sein. Die Laudatio hält am 3. November um 11.45 Uhr im Festzelt der Präsident der TH OWL, Professor Dr. Jürgen Krahl.

Bürgermeister Torke: »Die Besucher der Veranstaltung können sich schon jetzt auf eine spannende und informative Verleihung freuen – und anschließend das Treiben des Reineccius-Marktes genießen.« Die Verleihung sei öffentlich und jeder willkommen. Dieses Veranstaltungsformat wird übrigens wieder von der Vereinigten Volksbank in Steinheim als Sponsor finanziell unterstützt.

Die Vereinigte Volksbank und die Stadt Steinheim haben mit der Auslobung der Reineccius-Medaille vor Jahren eine Plattform geschaffen, die Pioniere und Querdenker auszeichnet, deren Arbeit würdigt und ehrt. Die Ehrung soll Motivation sein, auch heute »quer« zu denken, »vermeintlich Unmögliches« zu hinterfragen, zu forschen und zu widerlegen.

Im Rahmen des Stadtfestes, das es nur alle zwei Jahre gibt, wird die Stadt am Sonntag erstmalig den »Heimatpreis« (Gesamthöhe 5000 Euro) vergeben. Torke sagte dieser Zeitung: »Wir haben gleich zwei Preisträger!« Es sei der Verein »Junge Kultur Steinheim« und Annegret Dreßel (Inhaberin und Leiterin des »Teddymuseums«).

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