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Bundesstraße 252 bei Steinheim: Anwohner fordern aktuelle Messungen

„Lärmpegel ist gestiegen“

Steinheim (WB). Einen Lückenschluss der Schallschutzwand an der Ostwestfalenstraße (B 252) zwischen dem Kreisverkehr und der Abfahrt nach Billerbeck hatte die Steinheimer UWG in einem Antrag gefordert. Die Forderung wurde jetzt im Bauausschuss intensiv diskutiert. Den Lärmpegel an der B­ 252 empfinden viele als enorme Belastung.

Heinz Wilfert

Die Ostwestfalenstraße (B 252) ist auch in Höhe der Emmerstadt stark befahren. Zum Teil sind die Lärmschutzwände dort entlang der Wohnsiedlungen niedriger als die vorbeifahrenden Lastkraftwagen. Die Anwohner sind genervt von dem Lärm, der zugenommen habe. Foto: Harald Iding

Die Lärmproblematik und die Auswirkungen auf die Wohngebiete „Am Schorrberg“, „Steinwarts Feld“ und „Kuhkamp“ fanden zwar weitgehendes Einvernehmen. Ausschussvorsitzender Albert Schnurbusch: „Wir wollen alle das Gleiche!“ Eine Patentlösung gäbe es aktuell aber nicht.

Die UWG-Fraktion im Rat hatte konkret eine Prüfung verlangt, ob und inwieweit eine Verlängerung und Aufstockung der Schallschutzwand an der B 252/239 hin zum Schorrberg (Papiermühlenweg/ Ziegenberg) mit Blick auf das Bundes-Immissionsschutzgesetz umsetzbar sei. Um auch den Anliegern auf der gegenüberliegenden Seite am Kuhkamp/Fillerkuhle gerecht zu werden, sollte erneut geprüft werden, ob und inwieweit an dieser Seite ebenfalls Lärmschutzmaßnahmen vorgenommen werden müssten.

Bäume am Wall gerodet

Durch die „2 plus 1“-Ausführung der B 252 waren zahlreiche Bäume am Wall der Ostwestfalenstraße ohne entsprechende Wiederanpflanzung gerodet worden. Die Anwohner (Papiermühlenweg, Am Ziegenberg, Quellenweg, Rektor-Rose-Weg, Burholzweg) stellen seither einen spürbar erhöhten Lärmpegel fest – das sei auch zurückzuführen auf das gestiegene Verkehrsaufkommen. Mehr als 130 Unterschriften hatte die UWG für ihren Antrag gesammelt und damit gezeigt: „Der Lärm und das Dauerrauschen nerven die Anwohner gewaltig!“

Ein zusätzliches Lärmaufkommen wird befürchtet, sollte die „Amazon“-Ansiedlung im interkommunalen Gewerbegebiet Belle kommen und zu einem noch einmal erhöhten Lärmaufkommen führen (Möglich: „Alle vier Minuten ein weiterer Lkw“). Steinheim hatte im Beteiligungsverfahren die Stadt Horn-Bad Meinberg bereits darauf hingewiesen. Anwohner monierten, dass durch die Ampelanlage an der B 252 zur Einmündung L 823 nach Billerbeck ein Anstieg des Lärmpegels verzeichnet werde. „Der Verkehr staut sich durch die Ampelschaltung. Danach wird auf dem Beschleunigungsstreifen zum Überholen richtig Gas gegeben“, kritisierte ein Zuhörer. Die Schallschutzwand an der B 252 ab Kreisverkehr Steinheim/Abfahrt Höxter würde in Fahrtrichtung Blomberg nur auf den ersten Metern ausreichenden Schallschutz bieten.

Schallschutzwand zu niedrig

Nach wenigen Metern verringert sich die Bauhöhe von zunächst vier Metern auf etwa 2,80 Meter und sogar auf nur zwei Meter im Schlussstück. Lkw mit vier Metern Höhe überragen die Schallschutzmaßnahme und machen sie weitgehend unwirksam, „auch weil bedauerlicherweise kein Flüsterasphalt eingebaut worden ist“. Die Anlieger halten eine Aufstockung und eine Verlängerung der Wände durch den Baulastträger „Straßen NRW“ für dringend geboten. Gefragt wurde auch, ob der Schallschutz überhaupt Stand der Technik sei. Weil die Lärm-Immissionen nur berechnet würden, fordern die Anwohner jetzt exakte Lärmpegel-Messungen.

Vorwürfe an die Verwaltung, sie zeige zu wenig Engagement, wies Bauamtsleiter Friedhelm Borgmeier energisch zurück. „Wir sind seit zehn Jahren mit der Thematik Lärm an der B 252 beschäftigt. Die Maßnahmen entsprechen den gesetzlichen Vorgaben, so dass wir vom Landesbetrieb keine Erhöhungen fordern können.“ Eine Klage gegen „Straßen NRW“ soll es nicht geben – auch weil man die Zusammenarbeit mit der Behörde bei der geplanten Entlastungsstraße und die Anbindung auf die Hagedorner Straße brauche. „Ad Acta“ soll das Thema aber nicht gelegt werden. Kurzfristig will Bürgermeister Torke das Problem mit „Straßen NRW“ besprechen.

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