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350 Besucher erleben ein letztes Mal die große Ohnsorg-Schauspielerin in ihrem Paradestück „Tratsch im Treppenhaus“

Theaterfreunde in Beverungen sagen Heidi Mahler Lebewohl

Beverungen

Es wurde endlos lange geklatscht, gewunken und auch ein paarmal ins Taschentuch geschnieft. Wenn man Heidi Mahler am Sonntag auf der Bühne erlebt hat, glaubt man gar nicht, dass dies wirklich ihre Abschiedstournee sein soll. Wie ein junges Gör hing sie sich ans Treppengeländer des Bühnenbildes, auf die Arme gestützt, die Beine in der Luft, damit ihre Nachbarin mit dem Wischlappen drunter herkam.

Heidi-Mahler ist mit dem Ohnsorg-Klassiker Tratsch im Treppenhaus auf Abschiedstournee, hier mit ihrem Bühnenpartner Manfred Bettinger. Foto: Kulturgemeinschaft

Aber Heidi Mahler ist jetzt auch schon 78 Jahre alt. „Mit 75 wollte ich eigentlich Abschied nehmen und dann kam Corona und ich musste noch ein bisschen Zeit dranhängen, aber diese Tournee zu Ende zu spielen, ist mir wichtig und eine Verpflichtung gegenüber meinem Publikum“, sagt die beliebte Hamburger Volksschauspielerin.

Seit drei Jahren auf Abschiedstournee

Seit drei Jahren läuft ihre Abschiedstournee und jetzt hat sie sich auch vom Publikum der Beverunger Kulturgemeinschaft verabschiedet. Vor fünf Jahren war Heidi Mahler schon einmal mit genau diesem, ihrem Erfolgsstück „Tratsch im Treppenhaus“, in Beverungen zu Gast. „Ich war 2017 ebenfalls dabei und muss sagen, dass die Heidi Mahler im Gegensatz zu mir kein Stück älter geworden ist“, sagte eine Besucherin. Vielleicht hatte Heidi Mahler aber einfach nur die bessere Maskenbildnerin.

Inbegriff des Hamburger Ohnsorg-Theaters

„Tratsch im Treppenhaus“ gilt als Inbegriff des Hamburger Ohnsorg-Theaters. Die Uraufführung fand aber nicht im Ohnsorg-Theater, sondern am 24. April 1960 an der Niederdeutschen Bühne in Flensburg statt. Erst zwei Jahre später hat das Ohnsorg-Theater das Lustspiel aufgegriffen. Dort läuft es seit 60 Jahren und läuft und läuft und wird wohl auch noch weiterlaufen. Die unvergessliche Volksschauspielerin Heidi Kabel hat von 1962 an 36 Jahre lang die neugierige Treppenhaustratscherin Meta Boldt gespielt. 1996 hat sie die Rolle an ihre Tochter Heidi Mahler abgegeben, die nahtlos an den Erfolg der Mutter angeknüpft hat.

Die neue Theatersaison der Beverunger Kulturgemeinschaft startet am Montag, 5. September, mit der Friedensaufforderung „Gegen die Demokratie“. Das in 17 Sprachen übersetzte Theaterstück des Spaniers Esteve Soler erzählt groteske Geschichten über die absurden Entwicklungen des Menschen in der Gegenwart und hält uns damit einen mit viel schwarzem Humor gefärbten Spiegel über den Zustand der modernen Gesellschaft vor Augen. Zu sehen ist das Stück in einer Inszenierung des Kölner Urania Theaters.

Neue Theatersaison beginnt

Weitere Infos und Karten gibt es im Kulturbüro Beverungen, Telefon 05273/392 223.

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