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Polizei sucht Zeugen für Übergriff an Geflüchtetenunterkunft

Unbekannte zerstechen in Stahle Reifen von 16 Flüchtlings-Fahrrädern

Höxter/Stahle

Wer macht sowas? Unbekannte Täter haben in einer nächtlichen Aktion an 16 Fahrrädern vor der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Stahler Schulzentrum die Hinterreifen zerstochen. Die Flüchtlingshilfe Stahle hat Anzeige erstattet und hofft auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Hinweise auf eine möglicherweise politisch motivierte Tat gegen die 23 Ukrainer und 16 afghanischen Flüchtlinge gab es bisher nicht.

Von Michael Robrecht

Alle Hinterreifen sind zerstochen. Foto: Michael Robrecht

Zwischen Dienstag, 26. Juli, 20 Uhr, und Mittwoch, 27. Juli, 8.30 Uhr, müssen die Täter mit scharfen Gegenständen oder Messern die Fahrräder beschädigt haben. Birgit Düker und Jutta Weber von der seit 2015 in Stahle arbeitenden Flüchtlingshilfe St. Anna haben eine Art abgebrochene Klinge eines Teppichmessers am Tatort gefunden.

Diese scharfe Klinge haben die  Aktiven der Flüchtlingshilfe an den Fahrradständern entdeckt. Foto: Michael Robrecht

Die Aktiven der Fahrradwerkstatt des Flüchtlingsvereins „Welcome“ Höxter haben sich den Fahrradstellplatz mit den vielen Rädern angesehen und wollen bei der Reparatur der Fahrräder der Flüchtlinge helfen, wie Josef Nigel und Michael Fliegel sagten. Auch kümmern sie sich um eine Bestandsaufnahme der Fahrräder. Höxters Bauhof hat jetzt zeitnah Metallzäune um den Stellplatz aufgebaut, um die Räder besser zu schützen. 

Wie Birgit Düker sagte, seien die Fahrräder der Flüchtlinge alle mit Schlössern an Ständen gesichert gewesen. Die beiden Vertreterinnen der Flüchtlingshilfe zeigten sich entsetzt über den Umfang der Schäden. Um 16 Hinterräder zu zerstechen,  gehöre  schon eine Portion böser Wille zu. Sie können sich die Motivation der Täter nicht erklären, zumal es in Stahle am Flüchtlingsheim bisher immer friedlich zugegangen sei.

Die Geflüchteten nutzen die von Stahler und Albaxer Bürgern gestifteten Räder intensiv für viele Besorgungen.

Zeugen gesucht

Polizeisprecher Jörg Niggemann sagte, dass sich Zeugen gerne unter Telefon 05271/9620 bei der Polizei melden könnten.

Den Bewohnern der Unterkunft ist in der Nacht nichts aufgefallen, der Besatzung der nahen Rettungswache ebenfalls nicht. Der Staatsschutz musste noch nicht eingeschaltet werden, da es keine Hinweise auf eine politisch motivierte Tat gibt. Jugendliche sollen in der Tatnacht in Schulnähe gesehen worden sein.

23 Ukrainer und 16 Afghanen leben zurzeit in der Flüchtlingsunterkunft Schule Stahle. Foto: Michael Robrecht

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