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Waldinformationszentrum Hammerhof gibt Tipps zum Sammeln – Vorsicht vor giftigen Fruchtkörpern

Verregneter Sommer läutet Pilzsaison ein

Warburg

Dank des regnerischen Sommers beginnt die Pilzsaison in diesem Jahr außergewöhnlich früh. Wo, wie und was gesammelt werden kann, das erklärt Jan Preller, Leiter des Waldinformationszentrums Hammerhof in Warburg-Scherfede.

Der Birkenpilz ist Mykorrhizapartner von Birkenarten. Foto: Wald und Holz NRW, Jan Preller

„Die richtige Zeit, Pilze zu sammeln, ist eigentlich der Herbst. Warmes, leicht feuchtes Wetter bietet Pilzen ideale Lebensbedingungen. Ist es zu verregnet, verfaulen sie schnell oder werden von Maden besiedelt“, erklärt Preller in einer Pressemitteilung. Sind diese perfekten Bedingungen gegeben, könne das große Sammeln beginnen. Pilze, Beeren, Blumen, Kräuter und Äste dürften generell in so genannter „Handstraußgröße“ mitgenommen werden. Ein Körbchen mit ein bis maximal zwei Kilogramm seien die Grenze.

Es gebe jedoch Ausnahmen. Nicht gesammelt werden dürfe etwa in Naturschutzgebieten oder eingezäunten Bereichen. Auch Flächen, auf denen viele junge Bäumchen nachwachsen oder solche, wo Bäume gefällt werden, seien tabu. Dort dürften die Wege nicht verlassen werden.

Rücksichtnahme oberstes Gebot

„Wer Pilze liebt, der muss auch den Wald lieben. Beides gehört zusammen. Gegenseitige Rücksichtnahme ist das oberste Gebot“, betont der Förster. Um Wildtiere nicht zu stören, sollten Sammlerinnen und Sammler die Morgen- und Abenddämmerung für Ausflüge in den Wald meiden.

Pilze spielten im Ökosystem Wald eine wichtige Rolle. „Als Zersetzer bereiten sie verschiedene Nährstoffe auf. Und die symbiotische Beziehung von Bäumen und Pilzen ist besonders spannend“, betont Preller. Deshalb sollten Waldbesuchende nur so viele Pilze sammeln, wie sie auch selbst verbrauchen können, und alte Fruchtkörper stehen lassen. Indem die Fruchtkörper kurz über dem Boden mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden, bleibe das unterirdische, feine Netz der Pilze erhalten.

Nicht jeden Pilz sammeln

Bei der Suche sollten sich Sammlerinnen und Sammler gut auskennen. Bestehen Zweifel, ob ein Pilz genießbar oder giftig ist, sollte er nicht gegessen werden. Denn einige Giftpilze sind mit Speisepilzen leicht zu verwechseln, betont Preller. Außerdem gebe es geschützte Pilze, die nicht gesammelt werden dürften. Dazu zählten etwa der Kaiserling, der Grünling, der Schaf-Porling oder der Blaue Königs-Röhrling. Gegessen werden könnten hingegen Arten wie Steinpilz, Pfifferling, Schweinsohr, Bratling, Birkenpilz, Rotkappe oder Morchel.

Das Waldinformationszentrum Hammerhof bietet zur Bedeutung von Pilzen im Waldökosystem seit Jahren Seminare mit einer Pilzsachverständigen an. Infos dazu: Telefon 05642/949750 oder E-Mail an hammerhof@wald-und-holz.nrw.de.

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