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Warburger Stadtwerke machen am Aktionstag auf die Besonderheiten der Versorgung aufmerksam

365 Tage im Jahr im Wassereinsatz

Warburg

Es ist so selbstverständlich, dass kaum jemand darüber nachdenkt: Man dreht den Hahn auf und das Wasser kommt. Klar, rein, bestens kontrolliert, Sommer wie Winter, zu Corona- und zu allen anderen Zeiten. Am heutigen Montag, ist der Weltwassertag – und die Warburger Stadtwerke haben für das WESTFALEN-BLATT interessante Details zur Wasserversorgung im Stadtgebiet zusammengestellt.

Jürgen Vahle

Der Trinkwasserhochbehälter Uhlenbreite ist einer der Wasserspeicher der Stadt Warburg. Aus ihm wird vor allem das Industriegebiet gespeist. Foto: Jürgen Vahle

Sagenhafte 1,55 Millionen Kubikmeter Wasser liefern die Stadtwerke pro Jahr an die Gewerbetreibenden und die Privathaushalte. Die Tendenz ist vor allem im Gewerbebereich leicht fallend, auch weil der große Wasserabnehmer Zuckerfabrik bekanntlich sein Werk geschlossen hat.

1,55 Millionen Kubikmeter – das ist umgerechnet in Litern eine Zahl mit zehn Ziffern. Im Durchschnitt fließen pro Tag 4300 Kubikmeter (oder 4.300.000 Liter) durch die Leitungen der rund 7600 Wasseranschlüsse im Stadtgebiet. Die Wasserversorgung der Stadtwerke umfasst die gesamte Kernstadt Warburg sowie Bonenburg, Calenberg, Dalheim, Daseburg, Dössel, Germete, Herlinghausen, Hohenwepel, Menne, Nörde, Ossendorf, Rimbeck, Scherfede mit Hardehausen, Welda und Wormeln. Mit Diemelstadt gibt es seit 2013 eine Kooperation: Trinkwasser aus dem Warburger Land wird auch nach Nordhessen geliefert.

Trinkwasser bestens kontrolliert

Das Trinkwasser gilt deutschlandweit zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Auch in Warburg. 2900 Einzelanalysen werden in den Brunnen und Druckerhöhungsanlagen pro Jahr genommen. Mehr als 100 große Untersuchungen stehen zudem an, in denen das Trinkwasser auf Bakterien oder Reste von Pflanzenschutzmitteln hin überprüft wird. Auf mehr als 100 Stoffe wird das Wasser so getestet. Einmal im Jahr werden die Trinkwasseranlagen der Stadtwerke auch vom Gesundheitsamt auf Herz und Nieren geprüft.

Das alles gibt es natürlich weder zum Nulltarif noch ohne Personal. Die Warburger Stadtwerke haben rund um die Uhr Mitarbeiter oder einen Bereitschaftsdienst im Einsatz – sieben Tagen in der Woche, 356 Tage im Jahr ist die Telefonnummer 05641/1541 besetzt, falls es einen größeren Rohrbruch in den Straßen gibt.

Leander Sasse, Geschäftsführer der Stadtwerke Warburg. Foto: Jürgen Vahle

Netzmeister Sebastian Maicher hat auch einen Auszubildenden in seinem zehnköpfigen Team. Aktuell werden für das neue Ausbildungsjahr zwei Lehrlinge für den eher weniger bekannten Beruf der Fachkraft für Wasserversorgungstechnik gesucht, die an der täglichen Auswertung der Wasserverbrauchsmengen mittels Leittechnik mitarbeiten, Rohrnetzüberprüfungen übernehmen, Lecks im Netz orten, sich an der regelmäßigen Reinigung und Desinfektion der Trinkwasserspeicher beteiligen und die Eigenuntersuchung der Wasserqualität im Stadtgebiet (zum Beispiel pH-Wert, Temperatur) vornehmen. Und damit haben die Mitarbeiter reichlich zu tun. Im Stadtgebiet gibt es allein 29 Wassergewinnungs-, förderungs-, Speicherungs- oder Verteilungsanlagen.

1,7 Millionen Euro investiert

Investitionen stehen immer wieder an. 1,7 Millionen Euro müssen die Stadtwerke allein 2021 in die Versorgungssicherheit investieren. Der Löwenanteil fließt in die Instandhaltung des Leitungsnetzes und in die Hausanschlüsse. Aber auch für Arbeiten an den Wasserspeichern und Hochbehältern sowie an den Brunnen – vier in den Diemelauen, aber auch am Rand der Egge in Scherfede und in einigen Ortsteilen – wird viel Geld benötigt.

„Wasser und Klimawandel“ – unter diesem Oberthema steht der Weltwassertag. Im Bezug auf die Trinkwasserversorgung haben die vergangenen trockenen Sommer noch keine Auswirkungen gehabt, berichtet Stadtwerke-Geschäftsführer Leander Sasse. Bei den Brunnen in den Diemelauen sei kein und in Scherfede nur ein geringer Rückgang der Wasserstände verzeichnet worden. Dennoch: Der nachhaltige Umgang mit der Ressource sei auch in Zukunft eine Selbstverständlichkeit, auf den man gerade am Tag des Wassers hinweisen müsse, sagt Leander Sasse.

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