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Kreis Höxter investiert an der Bundesstraße 7 etwa 6,65 Millionen Euro

Alte Müllkippe wird versiegelt

Warburg

28 Jahre lang ist der Warburger Müll zwischen der Holsterburg, Calenberg und Dalheim entsorgt worden. 1992 wurde die „Deponie Warburg“ außer Betrieb gesetzt, im kommenden Jahr soll sie für eine Dauer von mindestens 100 Jahren versiegelt werden. 6,65 Millionen Euro werden investiert.

Jürgen Vahle

Die alte Warburger Müllkippe wird mit einer Spezialfolie abgedichtet. Zwei Jahre sollen die Arbeiten dauern und 6,65 Millionen Euro kosten. Foto: Andreas Menge

Unmengen Abfall lagern noch heute auf dem alten Deponiegelände. Der unsortierte Unrat wurde dort von 1964 bis 1992 von Müllfahrzeugen abgekippt. Zudem gab es private Entsorgungsfahrten der Warburger zu ihrer „Schuttkuhle“, um größere Müllmengen nach Umzügen oder Entrümpelungen loszuwerden. Samstagmorgens traf man auf der Deponie Land und Leute.

1964 von der Stadt eröffnet

1964 war die Müllkippe von der Stadt Warburg eröffnet und dann von 1977 an vom Kreis Höxter weiter betrieben worden. Ausschlaggebend für den Standort war wohl der Untergrund, der ein Eindringen von Schadstoffen ins Grundwasser weitgehend verhindert. „Darauf ist auch in den 60er Jahren schon geachtet worden“, berichtet Dr. Kathrin Weiß, Leiterin der Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft beim Kreis Höxter.

Nachdem die Müllkippe Anfang der 1990er Jahre außer Betrieb gegangen ist, wurde sie von den Experten des Kreises Höxter weiter betreut. Eine Aufgabe für Generationen ist das, denn der Müll mit einem Gesamtvolumen von geschätzt 350.000 Tonnen wird sich in weiten Teilen auch in Jahrhunderten noch nicht zersetzt haben.

Mit solchen extrem dicken Folien soll die ehemalige Deponiefläche im kommenden Jahr überzogen werden. Foto: Kreis Höxter

In 30 Jahren viele Arbeiten erledigt

In den vergangenen knapp 30 Jahren hat es auf der Deponie daher immer wieder Arbeiten gegeben. Die chemischen Reaktionsprozesse im Untergrund sind im Auge behalten worden, Deponiegas wurde über Kamine abgefackelt, Sickerwasser separat aufgefangen und über die Warburger Kläranlage gereinigt. Immer wieder gab es Bohrungen. „Mittlerweile wissen wir genau, was sich im Deponiekörper befindet“, berichtet Dr. Kathrin Weiß. Und mittlerweile sei auch klar, dass sich der Deponiekörper nicht weiter setzt und es keinen unerwünschten chemischen Reaktionen mehr gibt. Daher sei es nun möglich, einen weiteren Schritt in der dauerhaften Sicherung des sechs Hektar großen Geländes zu gehen.

Spundwand an der B7

Im Mai sollen daher umfangreiche Arbeiten beginnen, die zwei Jahre andauern werden. Die alte Müllkippe wird mit einer Ausgleichschicht, dann einem Vlies und anschließend mit dicken, verschweißten Kunststoffdichtbahnen überzogen. Auf die stabile Abdeckung wird dann Erde aufgebracht und am Ende Rasen eingesät. Allein 60.000 Quadratmeter der extrem dicken Folie werden benötigt, zur B7 hin wird zudem eine Spundwand gebaut, damit in Zukunft kein Wasser mehr in die Deponie eindringen kann. Der Regen, der dann auf den alten Deponiekörper fällt, ist unbelastet und kann über den Calenberger Bach entwässert werden.

Regen ist unbelastet

Die Millionen-Investition auf dem sechs Hektar großen Gelände kann übrigens in Angriff genommen werden, ohne dass die Müllgebühren angehoben werden müssen. Bezahlt werden die Arbeiten nämlich aus der so genannten „Nachsorgerücklage“, die derzeit ein Volumen von mehr als 27 Millionen Euro hat. „Der Kreis Höxter hat über Jahrzehnte hinweg für solche Arbeiten Geld aus dem Gebührenhaushalt an die Seite gelegt“, berichtet Michael Werner, Leiter des Fachbereichs Umwelt, Bauen und Geoinformationen beim Kreis Höxter. Als Termingeld, Geschäftsanteile und in Pensionsfonds ist das Geld „geparkt“.

Neben den umfangreichen Bauarbeiten an der Bundesstraße 7 wird den Warburgern in den kommenden zwei Jahren vor allem eines auffallen: Der Deponiehügel wird wachsen und die Böschungsbereiche werden angeglichen. Der Blick beispielsweise von der Calenberger Dorfstraße in Richtung Desenberg wird sich verändern.

Ähnliche Arbeiten in Wehrden geplant

Für den Kreis Höxter stehen in den kommenden Jahren ähnliche Arbeiten auch auf der Deponie in Wehrden an. Dort wird eine dauerhafte Versiegelung von Teilend es Geländes für die Jahre 2025/2026 geplant.

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