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Museum im „Stern“ stellt Programm für 2023 vor  

Ära von Erich Kestings Warburg-Fotos endet

Warburg

Ein Publikumsmagnet verschwindet: Die Ausstellung „Vor 50 Jahren. Warburg und das Warburger Land in Fotografien von Erich Kesting“ wird 2023 zum letzten Mal gezeigt. Auf diesen und weitere Programmpunkte können sich die Besucher des Museums im „Stern“ in diesem Jahr freuen.

Die Hinterlassenschaften des Warburger Fotografen Erich Kesting füllen im Archiv des Museums im Stern mehrere Regalböden. Mechthild Cramme, Vorsitzende des Museumsvereins, und Dr. Alexander Schwerdtfeger-Klaus, Leiter des Museums, zeigen einen Band voller Negative. Foto: Daniel Lüns

Freiwillig würden Mechthild Cramme, Vorsitzende des Museumsvereins, und Dr. Alexander Schwerdtfeger-Klaus, Leiter des Museums, die Kesting-Schau sicher nicht auslaufen lassen.

„Das ist die beliebteste Ausstellung bei uns“, betont der Museumsleiter. Von den 3500 Besuchern, die das Haus im Jahr 2022 gezählt habe, hätten mehr als 600 die Fotos des Warburger Fotografen sehen wollen.

Doch das Ende ist unvermeidbar: 1974 starb Kesting, in seinem Todesjahr griff der Altstädter kaum noch zur Kamera. Folglich kann es 2024 keinen 50-Jahre-Rückblick geben. Ob und wie der riesige Kesting-Fundus künftig präsentiert wird, steht noch nicht fest. Bis dahin können sich die Besucher auf ein neues Museumsjahr mit vielen spannenden Ausstellungen freuen.

Aktuell zeigt das Haus noch die Schau „Einblicke“ ebenfalls ein beliebter Dauerbrenner. Zum achten Mal bietet das Museum den Schülerinnen und Schülern der Warburger Schulen damit eine Ausstellungsmöglichkeit für ihre im Kunstunterricht geschaffenen Werke. Die „Einblicke“-Ausstellung ist noch bis zum 22. Januar zu sehen (dienstags bis sonntags von 14.30 bis 17 Uhr).

Am 5. Februar startet dann die Schau „100 Jahre Herz-Jesu-Institut“. Dabei geht es um die Serviam-Schwestern in Germete. Wer gut aufgepasst hat, der hat die Ausstellung schon einmal gesehen: Sie war im Sommer bei der Geburtstagsfeier der Schwestern gezeigt worden.

Teezeit im Museum

Die Serviam-Schwestern von Germete bilden eine Gemeinschaft apostolischen Lebens. Diese wurde 1922 als Lebensgemeinschaft für soziale und pastorale Aufgaben durch Pastor Wilhelm Meyer gegründet. Die Ausstellung soll bis zum 19. März einen Blick werfen auf die 100-jährige Geschichte des Institutes.

Vom 2. April bis zum 29. Mai folgt die Ausstellung „Die Künstlerin Jenny Kork“. Unter den Malerinnen und Malern ist die Frau, geb. Geissel (1872–1951) eine feste Größe. „In ihren impressionistischen Bildern vermochte sie die Schönheit ihrer Umwelt festzuhalten und so den Betrachtenden näher zu bringen“, schildert das Museum im Programmheft. 1994 waren im „Stern“ schon einmal Werke der Künstlerin zu bestaunen.

Passend dazu bietet das Haus zur Ausstellung auch eine Zusatzversanstaltung an: Eine „Teatime im Museum“ ist für den 7. Mai, 15 Uhr, geplant. Dabei kommen Interessierte mit Künstlerinnen ins Gespräch. Das Thema lautet: „Frauen in der Kunst heute“. Die Organisatoren freuen sich auf einen interessanten Nachmittag. „Das Format ist im vergangenen Jahr sehr gut angekommen“, erklärt Mechthild Cramme.

(Anti-)AKW-Geschichte

Ein weiteres, sehr aktuelles Thema greift das Museum vom 18. Juni bis zum 18. August auf: Dann geht es im „Stern“ um „(Anti-)AKW-Geschichte in Westfalen“. Die Wanderausstellung des LWL-Museumsamts legt den Fokus speziell auf Westfalen – passend zur geplanten endgültigen Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke in 2023.

Natürlich lassen sich auch die Bezüge der Kernkraft zum Warburger Land herstellen. Nicht nur mit Blick auf die Pläne, in Würgassen ein Atommüll-Zwischenlager einzurichten, schildert Dr. Alexander Schwerdtfeger-Klaus: „Wethen war ja auch mal als Endlager im Gespräch. Wir waren hier eigentlich immer mittendrin.“

Cramme hatte Kontakt zu den Organisatoren hergestellt und so die neue Schau nach Warburg geholt. „Die startet auch bei uns“, betont die Vorsitzende des Museumsvereins. Ein lokaler Bezug lasse sich womöglich auch bei den Ausstellungsobjekten herstellen. So zeige eine Kreuzwegstation in der Warburger Neustadt-Kirche auch ein Atomkraftwerk.

Die Hinterlassenschaften des Warburger Fotografen Erich Kesting füllen im Archiv des Museums im Stern mehrere Regalböden. Foto: Daniel Lüns

Am 27. August startet dann die Schau „Vor 50 Jahren. Warburg und das Warburger Land in Fotografien von Erich Kesting“. Zu sehen sind Aufnahmen aus dem Jahr 1973. Die beliebte Ausstellungsserie wird seit mehr als einem Jahrzehnt im „Stern“ gezeigt. Sie endet am 15. Oktober.

Werke eines anderen Warburger Künstlers sind im Anschluss von 22. Oktober bis zum 26. November zu sehen: Gezeigt wird die Ausstellung „Josef Sauerland – Werkschau aus seinem Nachlass“. 2012 waren mehr als 160 Ölbilder des Warburger Künstlers (1922 – 1991) in die Obhut des Museumsverein Warburg gelangt. Aus diesem Nachlass waren in den Jahren 1997, 2011 und 2014 bereits Sonderausstellung ausgerichtet worden.

Das Museumsjahr endet danach wieder mit der Schau „Einblicke – Aus dem Kunstunterricht Warburger Schulen“. Sie wird vom 10. Dezember bis zum 21. Januar 2024 gezeigt.

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