1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Warburg
  6. >
  7. Aushängeschild lagert in der Stadtkasse

  8. >

Bürgermeister gewährt einen Einblick in Warburgs Goldenes Buch

Aushängeschild lagert in der Stadtkasse

Warburg (WB). Wenn zur Oktoberwoche der Tresor der Stadtkasse aufgeschlossen wird, kommt ein besonderer Schatz zum Vorschein: das Goldene Buch der Hansestadt. Rüdiger Matisz wird sich dort eintragen, Schirmherr der 69. Oktoberwoche. Die Unterschrift des Chefs der Agentur für Arbeit in Paderborn ist in bester Gesellschaft.

Daniel Lüns

Auf die Unterschrift von Max Warburg und seiner Frau Nagila ist Bürgermeister Michael Stickeln sehr stolz. Zwischen der Stadt und der Bankiersfamilie besteht eine lange Verbindung. Foto: Daniel Lüns

Buch seit 1972

Seit 1972 ist das Buch den Ehrengästen der Stadt Warburg vorbehalten. Bundestagspräsidenten, Offiziere der Bundeswehr, Diplomaten, Sportler und Geistliche haben sich dort mit ihrer Unterschrift verewigt.

Und diese ist immer etwas Besonderes, erklärt Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln: »Ich trage die Bürgermeister-Kette nur zu zwei Anlässen: Bei der Verleihung des Förderpreises und bei Einträgen in unser Goldenes Buch.«

Bürgermeister entscheidet

Dem jeweiligen Stadtoberhaupt obliegt auch die Entscheidung darüber, wer sich in das Aushängeschild der Stadt eintragen darf. »Der Schirmherr der Oktoberwoche ist gesetzt. Das war auch schon vor meiner Amtszeit so.

Alle anderen Einträge sind Fingerspitzengefühl«, erklärt Michael Stickeln. »In der Regel bitte ich im Anschluss an eine Veranstaltung um eine Unterschrift.«

Nie eine Absage

Eine Absage habe er bisher nie bekommen. »Wenn ein Termin sehr strikt getaktet ist, dann wird die Unterschrift aber vorher abgesprochen.« Zum Beispiel beim Besuch von Nagila und Max Warburg in der Hansestadt.

Zwischen dem Mitglied im Aufsichtsrat der Privatbank M. M. Warburg, der zweitgrößten inhabergeführten Privatbank, und der Stadt Warburg besteht seit Jahren eine tiefe Verbindung.

Aufwändig gestaltet

Vor einer Unterschrift wird die entsprechende Buchseite aufwändig gestaltet. Das übernehmen Hartmut und Christa Blei, Mitarbeiter der Stadtmuseums. Die Unterschrift selbst erfolgt in den allermeisten Fällen im Rathaus zwischen den Städten, der guten Stube der Hansestadt – nicht jedoch bei der Eröffnung der Oktoberwoche.

»Rechts neben der Bühne bauen wir einen Tisch auf. Nachdem der Schirmherr das Fass angeschlagen hat, wird er am Tisch unterzeichnen. Die Öffentlichkeit bekommt davon kaum etwas mit«, verrät das Stadtoberhaupt.

Stift ist »funktional«

Im Vergleich zum Aufwand, der rund um das Goldene Buch betrieben wird, ist das wichtigste Element der Unterzeichnung schon wieder beinahe banal: der Stift, mit dem die Ehrengäste unterzeichnen.

Stickeln macht keinen Hehl daraus, dass das schlichte Schreibgerät von Faber-Castell kein Vermögen gekostet hat. »Er ist funktional«, sagt der Bürgermeister mit einem Augenzwinkern. Ausversehen eingesteckt – wie es bei Kulis ab und zu passiert – wurde der Stift übrigens noch nie.

Viele blättern im Buch

In den vergangenen 45 Jahren ist das Goldene Buch durch viele Hände gewandert, von Rathausmitarbeitern wie auch Ehrengästen. »Viele Unterzeichner blättern auch um zu gucken, wer vor ihnen unterschrieben hat«, sagt Stickeln.

In seltenen Fällen haben Gäste sogar zwei Mal unterschrieben. Andreas Wiebe etwa verewigte sich am 19. Juni 2002 als Präsident im Regierungsbezirk Detmold und am 2. Oktober 2004 als Schirmherr der Oktoberwoche.

Neuer Eintrag folgt

Beim Goldenen Buch hat das alles im Laufe der Zeit natürlich Spuren hinterlassen. Nicht schlimm, findet das Stadtoberhaupt: »Das ist ein Geschichtsbuch. Und so ein Buch darf auch optisch in den Jahre kommen. Das macht es auch irgendwie sympathischer.«

Wie lange das Schriftstück noch im Dienst ist, das kann Michael Stickeln nicht sagen. Etwa ein Fünftel der Seiten seien jedenfalls noch frei. Eine davon wird am 30. September beschrieben.

Startseite