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„Connecting cultures“: 200 Gäste lauschen auf dem Brüderkirchhof

Besonderer Hörgenuss verbindet

Warburg (WB). Ein musikalischer Hörgenuss zwischen Orient und Okzident hat am Samstagabend rund 200 Gäste auf dem Brüderkirchhof in Warburg erreicht – dank der Auftritte des Duos Aeham Ahmed und Cornelius Hummel, sowie des internationalen Musikprojektes „Salon Musik“ aus Kassel. Die Veranstaltung hieß „Connecting cultures“.

Verena Schäfers-Michels

Aeham Ahmad (links) und Cornelius Hummel ­lassen syrisch-palästinensische und europäische Melodien zu einer Gesamtkomposition verschmelzen. Foto: Verena Schäfers-Michels

Endlich wieder ein Event in der Warburger Innenstadt – Das werden sich viele Menschen gedacht haben. Sie kamen mit Campingstühlen und Klapphockern zum Brüderkirchhof, dem Platz, der die Warburger Altstadt und die Neustadt miteinander verbindet. Denn um Connections, englisch für Verbindungen, ging es an diesem Abend in vielerlei Hinsicht.

„Man hilft einander“

Mit dem „Museum of humanity“ von Ruben Timman hat das Warburger Veranstaltungsbüro „nurguteleute“ das Konzert unter strengen Hygienemaßnahmen organisiert. Die Technik lieferte das Team des Kulturforums und Hans-Stefan und Tatjana Lütkemeyer vom Musikcafé „Zur Tenne“ übernahmen die Bewirtung. „Man kennt sich, man hilft einander“, sagte Stefan Kalms, der an diesem Abend die Moderation übernahm.

Zuerst traten Pianist Aeham Ahmad und Cellist Cornelius Hummel auf. Die beiden haben die CD „Connecting cultures“ aufgenommen, die dem Konzert den Titel lieferte. Ahmad wurde vor sechs Jahren durch seine Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk als „Pianist in den Trümmern“ bekannt. Vor zwei Jahren zog er mit seiner Familie nach Daseburg.

Vertrautes und Unbekanntes

Davor lebte er in Wiesbaden, wo er sein „hessisches Deutsch lernte“, wie er scherzte, und Hummel kennenlernte. „Es ist eine Freude, mit Aeham musizieren zu dürfen. Für uns Musiker ist seit einem halben Jahr eine Durststrecke und wir haben erstmals die Möglichkeit, wieder zu spielen“, freute sich der Cellist.

Er selbst komme aus der klassischen Musik, habe die „Götterdämmerung“ gespielt und experimentelle zeitgenössische Musik. „Aeham kommt aus einer ganz anderen Musikkultur aus einem ganz anderen Teil der Welt“, fuhr Hummel fort. Trotzdem stellten beide Musiker fest, dass sich die Stile gut miteinander verbinden lassen und bewiesen dies in der folgenden Stunde den Gästen, die mit eineinhalb Metern Abstand zueinander auf ihren Hockern saßen und sich mitnehmen ließen auf diese Reise zwischen vertrauten und unbekannten Klängen.

Ein Experimentiergarten

Einander unter Einhaltung dieser Distanz anzusehen und zu grüßen, darum bat Fotograf Ruben Timman, Initiator des Museums der Menschheit, dessen Bilder auf dem Platz aufgestellt waren, in der Pause. Mit der Unterstützung seiner Übersetzerin Edith Honsel brachte er seine Begeisterung über das Event zum Ausdruck. „Ich glaube an Hoffnung und Verbundenheit. Warburg ist für mich etwas ganz Besonderes. Mein Experimentiergarten für meinen Traum.“ Weiterhin fügte er hinzu: „Ich hoffe, dass das Museum der Menschheit sich wie ein positiver Virus verbreitet.“

Im zweiten Teil des Konzerts schloss sich Aeham Ahmad dem Quintett „Salon Musik“ an. Die jungen Männer brachten Instrumente aus ihrer Heimat mit, die Oud – eine Kurzhalslaute – und die Saz – eine Langhalslaute – sowie afrikanische Trommeln und transportierten damit stimmungsvolle und schwungvolle Musik auf die Bühne, die beim Publikum gut ankam.

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