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Asbesthaltige Dacheindeckung: Wormelner fordern zeitnahe Sanierung

Betreiberverein droht mit Hallensperrung

Warburg (WB). Bürgermeister Michael Stickeln stellt für 2018 finanzielle Mittel zur Dachsanierung der Gemeindehalle im Warburger Ortsteil Wormeln in Aussicht. Ein entsprechender Ansatz soll im Haushalt eingeplant werden. »Wir lassen Wormeln nicht im Regen stehen«, sagte Stickeln in der Sitzung des Planungsausschusses.

Ralf Benner

Nach Angaben des Betreibervereins ist die Twistetalhalle durch eine asbesthaltige Dacheindeckung und -dämmung sehr stark mit krebserregenden Schadstoffen belastet. Die Wormelner fordern eine zeitnahe Sanierung des Daches. Foto: Ralf Benner

Wie berichtet, weist die Twistetalhalle erhebliche bauliche Schäden auf. Nach Angaben des Fördervereins, der die Architektengruppe Raimund Busch aus Warburg sowie diverse Dachdeckermeister zu Rate gezogen hatte, ist das Gebäude durch eine asbesthaltige Dacheindeckung (Wellzementplatten) und -dämmung (Glaswolle) sehr stark mit krebserregenden Schadstoffen belastet.

Wassereinbrüche an mehreren Stellen

Über den Zustand der Halle hatte der Förderverein die Fraktionen im Warburger Rat bereits im April in einem Schreiben informiert, das dem WESTFALEN-BLATT vorliegt. Demnach sei das Hallendach im Überlappungsbereich der Eternitplatten undicht – bei ungünstigem Wind, Starkregen und Schnee tropfe das Wasser unter der Überlappung ins Innere der Halle. Seit 2010 seien in dem Gebäude an mehreren Stellen Wassereinbrüche registriert worden. Zudem seien in einzelnen Platten altersbedingte Risse und Löcher festgestellt worden. »Die Sanierung des Daches duldet nach Aussage mehrerer Fachleute keinen Aufschub mehr«, weist Gerd Thöne, Vorsitzender des Betreibervereins, im Gespräch mit dieser Zeitung auf die Dringlichkeit einer solchen Maßnahme hin. Die Stadt habe sich schließlich dazu verpflichtet, die Kosten für wesentliche Unterhaltungsarbeiten und Neuinvestitionen zu tragen. Seiner Ansicht nach hätten bereits für das Haushaltsjahr 2017 entsprechende Mittel bereitgestellt werden müssen.

Bürgermeister Michael Stickeln

Bürgermeister Michael Stickeln verwies in der Ausschusssitzung auf die angespannte Haushaltslage der Hansestadt. »Die Dringlichkeit einer Dachsanierung war 2017 nicht gegeben«, erklärte er. Nach Rücksprache mit dem Bauamt, das keine gesundheitliche Gefährdung für Hallennutzer gesehen habe, sei die Maßnahme zunächst zurückgestellt worden zugunsten anderer Vorhaben, die dringlicher gewesen seien, erläuterte Stickeln.

Stadt ist im Gespräch mit Förderverein und Ortsvorsteher

Wie berichtet, hatten die Grünen die Stadtverwaltung aufgefordert, Schäden und Sanierungsaufwand ermitteln zu lassen und einen entsprechenden Antrag für den Planungsausschuss gestellt. Diesen hatte Stickeln im Vorfeld der Sitzung als »überflüssig« bezeichnet: »Um Gespräche mit Förderverein oder Ortsvorsteher zu führen, bedarf die Verwaltung keiner Anträge von Fraktionen.« Das sei mittlerweile geschehen. Für den 11. Juli sei ein weiteres Gespräch mit dem Förderverein und Ortsvorsteher Willi Menge vereinbart worden, um Sanierungsmaßnahmen zu erörtern, so Stickeln.

Grüne ziehen Antrag zurück

»Wir begrüßen das. Der Handlungsbedarf ist unumstritten«, erklärte Hilla Zavelberg-Simon von den Grünen in der Sitzung. Ihre Partei sei über das geplante Gespräch des Stadtoberhauptes mit dem Förderverein allerdings nicht informiert worden. Ausdrücklich nicht wegen der Kritik von Stickeln, sondern vielmehr, weil die Dachsanierung der Twistetalhalle nun wohl angepackt werde, zogen die Grünen ihren Antrag zurück. »Nichts anderes wollten wir erreichen«, betonte Zavelberg-Simon.

Ausschussvorsitzender Willi Vonde (CDU) wollte diese Sache jedoch nicht so einfach auf sich beruhen lassen. Er übte harsche Kritik an den Grünen: »Sie haben die Angst geschürt. Diese Platten machen nicht krank, es gibt keine gesundheitliche Gefährdung.«

Verein erwägt Rückgabe der Halle an die Stadt

Wormelns Ortsvorsteher Willi Menge hatte seit 2014 jährlich wiederkehrend die Dachsanierung der Twistetalhalle als Maßnahme im städtischen Haushalt beantragt. Aus Sicht des Fördervereins bisher leider ohne Erfolg. Kindergarten, Sportgruppen und Vereine, die die Gemeindehalle nutzen, seien über die baulichen Schäden in Kenntnis gesetzt worden, sagte Menge dem WESTFALEN-BLATT.

»Sollte eine zeitnahe Sanierung nicht absehbar sein, wird es der Vorstand des Betreibervereins nicht weiter verantworten, dass insbesondere auf Grund der stark krebserregenden Schadstoffbelastung die Halle künftig weiterhin privat vermietet oder Vereinen zur Verfügung gestellt wird«, betont dessen Vorsitzender Gerd Thöne im Gespräch mit dieser Zeitung. Diesbezüglich kämen zunächst als eigenständige Maßnahmen des Vereins Schadstoffmessungen sowie bei Bestätigung der Überschreitung von Grenzwerten eine Komplettsperrung der Halle in Betracht. Ein Rücktritt des Vorstandes und eine Rückgabe der Halle an die Stadt Warburg seien ebenfalls nicht ausgeschlossen.

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