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Warburger Museum im Stern zeigt Fotos von Erich Kesting aus dem Jahr 1968

Bilder aus dem »Jahr der Spatenstiche«

(WB). Im Warburger Museum im Stern wird Sonntag, 3. Juni, die Ausstellung »Vor 50 Jahren. Warburg und das Warburger Land 1968 in Fotografien von Erich Kesting« eröffnet. Damit setzt das Museum eine seit vielen Jahren angebotene und unverändert beliebte Ausstellungsreihe fort.

Die Ausstellung präsentieren (von links) Rainer Mues, Vorsitzender des Museumsvereins, Museumsleiter Franz-Josef Dubbi und Gerhard Timmermann, der die 7329 Aufnahmen Erich Kestings aufwendig ­digitalisiert hatte. Foto: Daniel Lüns

Genau 7329 Aufnahmen enthält das Archiv von Erich Kesting für das Jahr 1968. Aus diesem reichhaltigen Fundus des Altstädter Fotografen werden in der neuen Ausstellung 166 ausgewählte Aufnahmen gezeigt, die das Jahr 1968 in der Diemelstadt und im Warburger Land wieder lebendig werden lassen.

Atelier an der Josef-Kohlschein-Straße in der Altstadt

Vor 70 Jahren, am 1. Juni 1948, eröffnete Erich Kesting sein Atelier an der Josef-Kohlschein-Straße in der Altstadt. Er arbeitete auch freiberuflich für die lokalen Tageszeitungen und war deshalb unermüdlich im gesamten Altkreis Warburg unterwegs, um alle wichtigen Ereignisse und Begebenheiten im Bild festzuhalten.

Erich Kesting starb 1974, nachdem er länger als ein Vierteljahrhundert gewirkt hatte. Seine Familie hat seinen Negativnachlass bewahrt und dem Museum zur Verfügung gestellt.

Mehr als 7000 Negative aus dem Jahr 1968 digitalisiert

Die mehr als 7000 Negative aus dem Jahre 1968 wurden ehrenamtlich von Gerhard Timmermann aus Daseburg digitalisiert. Aus diesem Fundus musste dann zwangsläufig für die Ausstellung eine Auswahl getroffen werden. Die gezeigten Fotoabzüge sind zu Themengruppen wie Arbeitswelt, Kirchliches Leben, Sport, Kinderleben, Feste und Feiern, Schnappschüsse siowie Straßen und ­Häuser zusammengefasst worden.

Im kollektiven Gedächtnis ist das Jahr 1968 sicherlich in erster Linie mit den Studentenprotesten, dem Vietnamkrieg, dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings und der Ermordung von Martin Luther King und Robert Kennedy verbunden.

Anschluss an die Entwicklung Nordrhein-Westfalens

Und in Warburg? Ein ganz allgemeines Fazit aus heutiger Sicht könnte sein, dass das Warburger Land Anschluss an die Entwicklung Nordrhein-Westfalens fand. Einige Stichworte: Warburg als Bundesausbauort, Autobahnbau, Elektrifizierung des Bahnhofs, Planung des Flughafens Calden, Neubau von Straßen und öffentlichen Gebäuden.

1968 war das »Jahr der Spatenstiche«, wie es in einer Presseschlagzeile hieß. Am 10. Juli wurde beispielsweise der Grundstein für den Neubau des Sparkassengebäudes am Gebrüder-Warburg-Platz gelegt.

Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR

Die Lokalzeitungen informieren in Extrablättern über den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR. Die Schülervertretungen beider Warburger Gymnasien sowie der Berufsschule organisierten spontan eine Demonstration mit Plakaten und Spruchbändern gegen den Überfall.

Ein langer Protestmarsch nicht nur von Schülern endet mit einer Abschlusskundgebung auf dem Neustädter Marktplatz: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Saxowski und der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Günter Aisch, verurteilten die Unterdrückung von Freiheit und Demokratie.

Ausstellungseröffnung wird musikalisch umrahmt

Heinz Josef Besse, Mitglied des Vorstands des Museumsvereins Warburg, wird um 11 Uhr die ­Gäste der Ausstellungseröffnung begrüßen und in die Ausstellung einführen. Musikalisch umrahmt wird die Ausstellungseröffnung von Karl-Heinz Vornholt.

Das Museum ist täglich außer montags von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung »Vor 50 Jahren« wird vom 3. Juni bis zum 22. Juli gezeigt.

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