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Ortsverband Warburg schlägt Kandidaten für die Kommunalwahl vor

CDU will acht Direktmandate holen

Warburg (WB). Der CDU-Ortsverband Warburg hat am Mittwochabend seine Vorschläge für die acht Direktkandidaten bei der Kommunalwahl im September erarbeitet. Nominiert wurden bei der Mitgliederversammlung im Pädagogischen Zentrum die fünf amtierenden Ratsmitglieder Franz Freitag, Thomas Berens, Frank Scheffler, Uli Nolte und Birgit Kuchenreiter und mit Heike Kebsch, Stefan Rehrmann und Wolf-Rüdiger Mutter drei neue „Gesichter“ als mögliche Anwärter auf ein Ratsmandat in der Kernstadt.

Ralf Benner

Der CDU-Ortverband Warburg hat seine Kandidatenvorschläge erarbeitet und will sich bei der Kommunalwahl wieder acht Direktmandate sichern (von links): CDU-Bürgermeisterkandidat Tobias Scherf, Thomas Berens, Birgit Kuchenreiter, Frank Scheffler, Stefan Rehrmann, Franz Freitag, Uli Nolte, Heike Kebsch und CDU-Ortsverbandsvorsitzender Rainer Kobusch. Foto: Ralf Benner

Unstimmigkeiten innerhalb des Ortsverbandes

Die 53 wahlberechtigten Mitglieder, die bei der dreieinhalbstündigen Versammlung anwesend waren, machten aber auch deutlich, dass sie nicht so ohne Weiteres mit allen Kandidatenvorschlägen des Vorstandes einverstanden waren. Die Unstimmigkeiten innerhalb des Ortsverbandes wurden deutlich, als Thomas Berens dem Vorstand vorwarf, die Frauen mit seiner Vorschlagsliste zu wenig berücksichtigt zu haben.

Die Mehrheit der Bevölkerung sei damit deutlich unterrepräsentiert. Er schlug daraufhin Jennifer Spönlein und Heike Kebsch als Direktkandidaten für die Wahlbezirke 5 und 6 vor. CDU-Vorsitzender Rainer Kobusch, sichtlich überrascht und verärgert, verteidigte die Überlegungen des Vorstandes: „Alle vorgeschlagenen Kandidaten sind innerhalb des Vorstandes demokratisch gewählt worden.“

Schlagersänger André Gold unterliegt

Die Warburger Steuerberaterin Heike Kebsch (52) konnte sich mit 28 Ja-Stimmen gegen Thorsten Müller (39), Bäderbetriebsleiter in Borgentreich und Mitglied des Vorstandes der CDU-Ortsunion, durchsetzen. Für Müller, den der Vorstand vorgeschlagen hatte, votierten 23 Mitglieder. Jennifer Spönlein (27), beim Erzbistum Paderborn in der Erwachsenen- und Familienbildung (Marketing) tätig, unterlag dagegen Stefan Rehrmann (31), Systeminformatiker in Kassel und CDU-Vorstandsmitglied, der 28 Stimmen erhielt. Für Spönlein votierten 23 Mitglieder.

Schlagersänger André Gold (Thiel) trat am Mittwochabend ebenfalls überraschend an – im Wahlkreis 8 gegen den vom Vorstand vorgeschlagenen Wolf-Rüdiger Mutter, Vorsitzender des Stadt- und Jugendorchesters und Verkaufsleiter bei Germeta. Es wurde ein sehr knappes Rennen. Der 38-jährige Thiel, Diplom-Verwaltungswirt, seit 2007 bei der Stadt Volkmarsen beschäftigt und „im Nebenerwerb Künstler“, wie er sagte, verlor die Wahl. Wolf-Rüdiger Mutter, der im Urlaub weilt und an der Versammlung nicht teilnehmen konnte, erhielt 28 Stimmen, für Thiel votierten 25.

Franz Freitag erhält das beste Ergebnis

Das beste Ergebnis bei den Vorschlägen für die Direktkandidaten erhielt Franz Freitag (51 Ja, 2 Nein). CDU-Vorsitzender Rainer Kobusch bezeichnete ihn als „Alterspräsidenten“ des Warburger Rates. Bei den ebenfalls nominierten Ersatzkandidaten, also den persönlichen Vertretern der Direktkandidaten, stach Matthias Nolte mit seinem Wahlergebnis deutlich hervor. Nolte, als CDU-Bürgermeisterkandidat noch Tobias Scherf unterlegen, erhielt 52 Ja-Stimmen und wurde damit einstimmig gewählt. Er soll damit im Wahlkreis 7 seinen Vater Uli Nolte vertreten.

Zwei Kandidatenvorschläge für den Kreistag wurden ebenfalls nominiert. Nach dem Willen des CDU-Ortsverbandes sollen Sascha Meyer und Willi Skroch die Posten übernehmen. Bernd Grundkötter hatte angekündigt, nach 20 Jahren als Kreistagsmitglied nicht mehr für dieses Amt antreten zu wollen.

Mitglieder werden geehrt

Im Rahmen der Mitgliederversammlung zeichnete CDU-Vorsitzender Rainer Kobusch auch langjährige Mitglieder aus. Für 25-jährige Treue zur CDU wurden Olaf Krane und Felicitas Schimmel geehrt.

Schimmel, die dem Warburger Rat seit 21 Jahren angehört, wollte bei der Kommunalwahl im September nicht mehr ins Rennen gehen. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Christoph Dölle, Luise Sagel und Günter Bickmann ausgezeichnet.

Ein Kommentar von Ralf Benner

Es war, zurückhaltend formuliert, eine holprige Vorstellung, die der 148 Mitglieder starke CDU-Ortsverband Warburg bei der Erarbeitung der Vorschläge für die acht Direktkandidaten bei der Kommunalwahl geboten hat. Mängel bei der Organisation (zu wenige Stimmzettel verteilt), Unstimmigkeiten bei der Vorschlagsliste für die Ersatzkandidaten, die während der Versammlung überarbeitet werden musste, Unkenntnis des Vorstandes darüber, dass die Germeter CDU am Vorabend Herbert Leifert als Kandidatenvorschlag für den Kreistag nominiert hatte, und nicht zuletzt gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen Vorstand und Thomas Berens – der Ortsverband hat damit kein gutes Bild abgegeben.

Ein Blick auf die Wahlergebnisse der Kommunalwahl 2014 zeigt, dass die CDU im Stadtgebiet 2,56 Prozentpunkte an Stimmen verloren hat. Es gab Wahlkreise mit einem Verlust von mehr als 7 Prozentpunkten. Will sie Wählern die gute Politik, die sie in den vergangenen Jahren gemacht hat, vermitteln, muss sich die CDU jetzt geschlossen zeigen und im Wahlkampf noch deutlich eine Schippe drauflegen.

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