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Ärztlicher Leiter rechnet mit Beginn des Betriebes am Anfang des kommenden Jahres

Corona-Impfzentrum in Brakel ist Dienstag startklar

Brakel

Die Nordwestdeutsche Philharmonie, die Travestiekünstlerin Maria Crohn, tanzfreudige Schützen, Jäger und Landwirte – sie alle waren in den vergangenen Jahren Stammgäste in der Stadthalle Brakel und wären es auch in den kommenden Wochen gewesen. Statt dessen prägen jetzt Messebauer das Bild dort. Sie schaffen die räumlichen Voraussetzungen für das Impfzentrum des Kreises Höxter.

Frank Spiegel

Dr. Rüdiger Micus (von links), Dr. Ulrich Polenz, Matthias Potthoff, stellvertretender organisatorischer Leiter des Impfzentrums,, Thomas Krämer, Matthias Kämpfer,Leiter des Krisenstabes, Hermann Temme und Michael Stickeln im entstehenden Impfzentrum in der Stadthalle Brakel. Foto: Frank Spiegel

Am Dienstag soll es fertiggestellt sein. Und möglichst bald sollen dann medizinisches Personal und Impflinge Stammgäste in der Stadthalle sein.

„Weder für die Situation noch für den Aufbau eines Impfzentrums gibt es eine Blaupause. Umso mehr freut es mich, dass es uns gelingt, das Impfzentrum nach den Vorgaben des Landes fristgerecht fertigstellen zu können“, sagte Landrat Michael Stickeln am Freitag. Er bedankte sich bei Bürgermeister Hermann Temme, dass dieser die Stadthalle zur Verfügung gestellt hat: „Brakel ist die Mitte des Kreises und gut erreichbar, auch über den öffentlichen Personennahverkehr.“

Hermann Temme sieht in der Verwirklichung des Impfzentrums einen „Lichtblick kurz vor Weihnachten“. Er freue sich, dass mit Dr. Rüdiger Micus aus Brakel „ein erfahrener und besonnener“ ärztlicher Leiter des Impfzentrums gefunden werden konnte. Dass die Stadthalle an sich auch für andere Dinge genutzt werden sollte, ist für Temme zweitrangig: „Die Bekämpfung der Pandemie steht an erster Stelle. Alles andere muss sich unterordnen.“

Wie Dr. Ulrich Polenz, Leiter der Bezirksstelle Paderborn der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, – sie übernimmt die Impfungen in Brakel – betonte, bedeute die Fertigstellung Dienstag nicht, dass sofort geimpft werde. Erst müsse der Impfstoff vorhanden sein. Aber auch dann würden Impftermine vergeben werden. Impfwillige könnten unter Telefon 116117 anrufen, es werde eine App geben sowie eine Internetseite. „Dort wird gefragt, ob der Anrufende zur priorisierten Gruppe gehört. Wenn dem so ist, gibt es die Termine“, beschrieb er das Vorgehen.

„Es kann kein Patient zur Stadthalle kommen und sagen, er würde jetzt gern geimpft werden“, stellte der Mediziner klar.

Der erste Impfstoff werde zunächst in die Krankenhäuser und Altenheime gehen, wo ohne große Vorbereitung geimpft werden könne. Dr. Polenz: „Die Krankenhäuser stellen sich darauf ein, dass sie ab 23. Dezember impfbereit sind.“ Er rechnet im Januar mit einer regelmäßigen Impfstoffversorgung. Dann könne auch im Impfzentrum geimpft werden. Wenn dann zwei bis vier Monate später genügend Impfstoff da sei, um ihn auch in Arztpraxen verimpfen zu können, gehe es sehr schnell. „Dann sind alle Menschen im Kreis Höxter, die das wollen, in wenigen Wochen geimpft“, erläuterte der Mediziner.

Dr. Rüdiger Micus rechnet damit, dass das Impfzentrum „in den ersten Januartagen“ den Betrieb aufnehmen kann. Geplant sei, mit zunächst einer von vier Impfstraße zu beginnen. Diese seien von morgens 8 bis abends 20 Uhr geöffnet. Geimpft werden könnten 20 Personen pro Stunde. „Wenn sich das nach etwa vier Wochen gut eingespielt hat, werden wir hoffentlich die maximale Auslastung von vier Impfstraßen nutzen können“, führte der ärztliche Leiter des Impfzentrums aus. Dann könnten täglich bis zu 960 Impfberechtigte versorgt werden.

Der Ablauf

Wer die Benachrichtigung bekommen hat, geimpft zu werden begibt sich zur Stadthalle. Am Haupteingang wird zunächst nach dem Wohlbefinden gefragt. Im Saal mit der Theke erfolgt die Registrierung und eine Information zur Impfung. Anschließend führt ein Mediziner Einzel-Aufklärungsgespräche. Dazu gehört auch das Ausfüllen eines Anamnesebogens. Die Impfung durch eine medizinische Fachangestellte schließt sich an. in einem Nachbeobachtungsbereich verweilen die Impflinge noch einmal 30 Minuten bevor es wieder heimwärts gehen kann.

„Wir hoffen, dass es dann im Frühjahr einen zweiten, weiteren Impfstoff gibt, der es dann ermöglicht, die Impfungen auch in den Hausarztpraxen durchzuführen“, blickte Dr. Rüdiger Micus nach vorn. Der Mediziner: „Wir müssen jetzt möglichst bald anfangen, damit wir unsere Mitbürger schützen können Das ist die einzige Möglichkeit, uns aus der Zange der Pandemie zu befreien."

Der Landrat dankte ihm und auch dem Krisenstab im Kreishaus, der sich mit viel Herzblut und Engagement der Aufgabe widme.

Thomas Krämer, organisatorischer Leiter des Impfzentrums und Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz beim Kreis Höxter, unterstrich, dass die Auslastung des Impfzentrums immer auch davon abhänge, ob genügend Impfstoff zu bekommen sei.

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