1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Warburg
  6. >
  7. Das „1721“ ist schon preiswürdig

  8. >

Warburger Neuheit hat die Chance auf den Titel „Bier des Jahres“ – Biergarten soll am 1. Mai eröffnen

Das „1721“ ist schon preiswürdig

Warburg

Der deutschlandweit agierende Club „Pro Bier“ hat das neue „1721“ der Warburger Brauerei Kohlschein zum Bier des Monats Februar gekürt. Diese Wahl ist gleichzeitig die Nominierung für den Wettbewerb „Bier des Jahres“, dem größten und wichtigsten deutschen Konsumentenpreis der deutschen Braubranche.

Jürgen Vahle

Das „1721“ der Brauerei Kohlschein hat die Chance, deutsches „Bier des Jahres“ zu werden. Ausgezeichnet wurde es schon einmal als „Bier des Monats“ von den 6000 Mitgliedern des „Pro Bier“-Clubs (von links): Franz-Axel Kohlschein, Michael Kohlschein und Frank Winkel (Gründer „Pro Bier“-Club). Foto: Jürgen Vahle

Das Editionsbier „1721“, das die Warburger Brauerei Kohlschein anlässlich des 300-jährigen Bestehens auf den Markt gebracht hat, war erst vor wenigen Wochen vorgestellt worden. Es ist ein leicht bitteres, obergäriges so genanntes Braunbier mit einer besonderen Würze, das sehr nah an das erste von Johann Jodocus Kaulschien 1721 gebraute Warburger Bier kommen soll.

Historische Landgerste verwendet

Garant dafür ist unter anderem die historische Landgerste, die Braumeister Peter Schießl verwendet hat. Sie wurde aus mittelalterlichen Gerstenkörnern nachgezüchtet, die bei archäologischen Grabungen entdeckt worden waren. Genau diese spezielle Gerste ist auch der begrenzende Faktor. Es ist nicht in großen Mengen und ohne Limit verfügbar, weil nur sehr wenige Betriebe es überhaupt anbauen.

Der Brauerei Kohlschein war es aber gelungen, große Mengen für ihr Spezialbier aufzukaufen. „Wahrscheinlich der größte Teil dessen, was es in Deutschland und damit weltweit überhaupt gibt“, sagt Geschäftsführer Michael Kohlschein. Das war auch notwendig, denn das „1721“ sei „sehr gut eingeschlagen“. Geschäftsführer Franz-Axel Kohlschein spricht von Absatzmengen für dieses Editionsbier wie zu Zeiten ohne Corona. „Das ist schon erstaunlich, da sich die Leute doch derzeit gar nicht zum Feiern treffen können. Nicht einmal im kleinen Kreis“, macht er deutlich.

Von 6000 Mitgliedern mit Bestnoten versehen

Dass das Bier nicht nur Experten, sondern auch viele Bierlaien überzeugt, zeigt nun die Auszeichnung „Bier des Monats“. Von 6000 Mitgliedern des „Pro Bier“-Clubs war es getestet und mit Bestnoten versehen worden. Diese Mitglieder bekommen für einen Monatsbeitrag von 19,90 Euro alle vier Wochen ein Paket mit neun Flaschen Bier zugesendet, aus dem dann das Bier des Monats gewählt wird. Zuvor hatte eine Jury das „1721“ bereits für die Februar-Verkostung aus mehr als 40 anderen Marken vorausgewählt.

Die Urkunde für den Monatssieg überreichte am Mittwoch Diplom-Biersommelier Frank Winkel an die beiden Geschäftsführer. Das „1721“ sei ein Bier, das schon nach dem ersten Schluck Lust auf mehr mache, lobt Vereinsgründer Frank Winkel. Genau das zeichne ein gutes Bier aus. „Erstaunlich ist, dass das 1721 ein Braunbier ist. Das stellen deutschlandweit nur ganz wenige Brauereien her“, berichtet er.

Auch Urtyp war Bier des Monats

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass der deutschlandweit größte Club von Bierfreunden das Warburger Traditionsunternehmen auszeichnet. Auch das Urtyp wurde vor zwölf Jahren schon einmal zum Bier des Monats gewählt. Für den Titel „Bier des Jahres“ reichte es damals aber nicht.

Darauf hofft die Familie Kohlschein jetzt für ihr neues „1721“, in dem nicht nur viel Handwerkskunst und Liebe, sondern auch die speziellen Zutaten stecken. Gewählt wird das „Bier des Jahres 2021“ im Januar oder Februar 2022 erneut von den 6000 Mitgliedern des Clubs.

Weitere Infos zum Warburger Bier und zum Club gibt es im Internet .

Noch kein Fass weggeschüttet

Im Gegensatz zu vielen Großbrauereien hat die Familie Kohlschein noch kein unverkauftes und abgelaufenes Fassbier wegschütten müssen. Das hat Geschäftsführer Franz-Axel Kohlschein auf Nachfrage bestätigt. In der Kuhlemühle sei im Oktober letztmals in größerem Stil Bier in Fässern abgefüllt worden. Aus dieser Charge gebe es auch noch Restbestände in „überschaubaren Größenordnungen“. Die Brauerei hofft, dass das Bier mit dem möglichen Ende des Lockdowns noch abgesetzt werden kann. Unterdessen laufen die Arbeiten für die neue Biergartensaison. Derzeit werden neue Toiletten in alten Stallgebäuden errichtet. Los gehen soll es im Biergarten Kuhlemühle am 1. Mai. „Wir hoffen, dass wir bis dahin mit den Arbeiten fertig sind. Aber es könnte eng werden“, berichtet Michael Kohlschein.

Startseite