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Börde kämpft vor der Aufsichtsratssitzung in Mannheim für »ihre« Zuckerfabrik

Demo vor dem Südzucker-Sitz

Warburg/Mannheim (WB/ben). Etwa 200 Menschen aus der Warburger Börde haben am Montagvormittag vor der Konzernzentrale der Südzucker AG in Mannheim ein lautstarkes Spalier gebildet.

Vor der Konzernzentrale der Südzucker AG haben mehr als 350 Demonstranten gegen die Schließung der Zuckerwerke in Warburg und Brottewitz protestiert. Foto: Timo Gemmeke

In vier Bussen waren Fabrikarbeiter, Landwirte, Bürger und Vertreter der Stadt Warburg angereist, um gegen die Schließung der Zuckerfabrik zu demonstrieren. Noch hat der Aufsichtsrat nichts beschlossen. Eine Entscheidung wird frühestens in den Abendstunden erwartet.

Vor Beginn der vielleicht entscheidenden Aufsichtsratssitzung stellte sich der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Hans-Jörg Gebhard der Warburger Delegation zum Gespräch. Die Demonstranten trugen ihm nochmals ihre Argumente vor.

Südzucker-Vorstandschef Wolfgang Heer wird ausgepfiffen

Auch Demonstranten aus Brottewitz waren eingetroffen. Mehr als 350 Menschen demonstrierten damit vor der Zentrale der Südzucker AG. Auch Beschäftigte des Mannheimer Standortes unterstützten die angereisten Demonstranten. Politiker, Gewerkschaftsvertreter und Arbeitnehmer ergriffen vor der Menge das Wort.

Der Aufsichtsrat unterbrach bereits nach einer halben Stunde seine Sitzung. Vorstandschef Wolfgang Heer kam vor die Tür, sprach mit den Demonstranten. Heer machte deutlich: »Es ist nicht die Zeit für Emotionalität, sondern Rationalität.« Die Interessen der Südzucker AG lägen nicht »in der Gewinnmaximierung, sondern in der Verlustminimierung«. Die Demonstranten reagierten mit einem Pfeifkonzert.

Flammender Appell der Arbeitnehmervertretung gegen Werksschließung

Franz-Josef Möllenberg von der Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat und ehemaliger stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, richtet an seine Aufsichtsratskollegen vor dem Eingang zur Konzernzentrale einen flammenden Appell für den Erhaltung der Werke Brottewitz und Warburg: »Wir sind nicht bereit, weitere Kahlschläge hinzunehmen.« Er forderte die Politik auf, beim Zucker endlich aktiv zu werden, etwa durch eine Kommission wie bei der Diskussion um die Kohle.

Bürgermeister Michael Stickeln sieht bei der Argumentation des Vorstandes allerdings »zu viele Ungereimtheiten«. Seine Überzeugung: »Hier wird nicht mit ganz offenen Karten gespielt.«. Bislang seien keine Zahlen zur Wirtschaftlichkeit des Warburger Zuckerwerkes genannt worden, auch nicht im Gespräch mit Gewerkschaftlern und Vorstandsmitgliedern am gestrigen Montag.

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