1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Warburg
  6. >
  7. Den Kirchberghof durch die Krise bringen

  8. >

Miriam Kanne absolviert Anerkennungsjahr im Christlichen Freizeitzentrum – Angebotskatalog für Gäste in Corona-Zeiten schaffen

Den Kirchberghof durch die Krise bringen

Warburg

Basteln mit einer Gruppe Kinder, Zelten mit Jugendlichen oder Wanderungen um Warburg-Herlinghausen – das alles hat Miriam Kanne bisher nur kurz erleben dürfen. Die Volkmarsenerin ist seit September 2020 auf dem Kirchberghof tätig und absolviert dort ihr Anerkennungsjahr.

Astrid E. Hoffmann

Miriam Kanne ist seit September 2020 auf dem Kirchberghof tätig und absolviert dort ihr Anerkennungsjahr. Foto: Astrid E. Hoffmann

Die Corona-Pandemie erschwert das Arbeiten und Wirtschaften auf dem Kirchberghof. Nur zwischen den beiden Lockdowns konnten einige Tagesveranstaltungen im Christlichen Freizeitzentrum stattfinden. Da konnte Miriam Kanne in die Arbeit hineinschnuppern, wie es eigentlich im Anerkennungsjahr üblich ist.

Die Gäste bleiben aus

Miriam Kanne hat ihre dreijährige schulische Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin am Evangelischen Fröbelseminar in Kassel abgeschlossen. Als Mutter zweier Kinder hat sie die Schulausbildung in Teilzeit absolviert und auch der praktische Teil war in Teilzeit geplant.

Doch in Zeiten von Corona läuft eben vieles nicht so, wie ursprünglich geplant. Denn auf dem Kirchberghof fehlen derzeit noch die Gäste und die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. „Damit Miriam Kanne ihre Zeit dennoch bei uns abschließen kann, haben wir nach einem anderen Konzept gesucht“, berichtet Hofleiterin Gaby Jansen.

Aktuell arbeitet Miriam Kanne einen Angebotskatalog für den Kirchberghof aus, der Kindergärten und Vorschulgruppen, Schulklassen, Konfirmandengruppen, Wohngruppen und Familien trotz Corona Möglichkeiten der Bildungs- und Freizeitgestaltung aufzeigt. Auch Kindergeburtstage sollen auf dem Kirchberghof gefeiert werden können.

Umschulung zur Erzieherin

Zeltlager und Freizeiten mit Übernachtung sind derzeit in Herlinghausen nicht möglich, so wird auf Tagesprojekte gesetzt. Miriam Kanne sucht und findet Lösungen, sie arbeitet aus, was machbar ist auf dem Hof in diesen schweren Zeiten, aber sie ist auch handwerklich unterwegs. So hilft sie beispielsweise beim Fenster streichen – davon gibt es reichlich auf dem Hof.

Miriam Kanne bringt neben dem gerade Erlernten auch einiges an Erfahrung aus anderen Gebieten mit. Sie hat ursprünglich Zweirad-Mechanikerin gelernt, war dann 17 Jahre in einem Autoersatzteillager tätig. Das hat ihr zwar Spaß gemacht, da auch das Betriebsklima sehr gut war, doch letztlich wollte sie lieber etwas unmittelbar mit Menschen machen.

Also entschied sich die heute 42-Jährige für eine Ausbildung zur Erzieherin. „Es handelt sich um eine Breitbandausbildung, nach deren Abschluss man von der Jugendarbeit bis zur Arbeit im Altenheim qualifiziert ist“, erklärt die gebürtige Wettesingenerin, die sich selbst mehr in der Kinder- und Jugendarbeit sieht.

„Kinder brauchen Spielkameraden“

„Miriam Kanne kennt sich in der Gegend gut aus, dass ist ein großer Vorteil für unser Wanderangebot“, freut sich Gaby Jansen. Mit ihrem Vater hat Miriam Kanne als Kind Feld und Flur um Wettesingen erwandert. „Die Kinder sollen die Natur entdecken, da bietet sich etwa der Diemeltaler Schmetterlingspfad an. Aber auch Geschichte lässt sich mit einem Besuch der Holsterburg und des Desenbergs vermitteln“, kennt die Erzieherin die vielfältigen Möglichkeiten.

Die Sportscheune auf dem Kirchberghof wird auch nach Nutzungsmöglichkeiten unter Einbeziehung der Hygieneregeln von ihr abgeklopft. „Die Kinder brauchen ihre Spielkameraden, sie brauchen die Gemeinschaft bei Spiel und Sport, das gemeinsame Lernen und Erfahrungen sammeln.“

Miriam Kanne hat im Laufe ihrer Ausbildung ein Praktikum im Bathildisheim in Bad Arolsen gemacht und war in einer Bereitschaftspflegefamilie tätig. Für die Zukunft hofft sie, dass auf dem Kirchberghof wieder Kinder lachen und Spaß haben können und sie selbst vielleicht dort langfristig eine Anstellung bekommen kann. Das könnte sich auch Hofleiterin Gaby Jansen gut vorstellen, dazu muss aber erst einmal die Pandemie überwunden werden.

Startseite