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Nach Wildschütz Klostermann: Peter Schanz bringt alte Mythen auf die Kinoleinwand

Desenberg-Drache löst Polizeieinsatz aus

Warburg (WB). Nach seinem Kinostreifen über den Wildschütz Klostermann bringt Peter Schanz (73), freier Filmemacher aus Bad Lippspringe, nun alte Mythen auf die große Leinwand. Elf historische Tatorte und Sagen aus Ostwestfalen-Lippe – von Warburg bis Minden-Lübbeke – hat er dafür zu einem Film zusammengefügt.

Verena Schäfers-Michels

Anke und Peter Schanz (am Plakat, vorne von links) haben die Darsteller ihres Films zur Vorabpremiere in das Cineplex Warburg eingeladen. Judith Schlinker (vorne rechts) von der Kinobetreiberfamilie Schlinker ist vom Kinostreifen begeistert Foto: Verena Schäfers-Michels

Feuerspeiende Drachen, schläfrige Jäger und gescholtene Trunkenbolde begegnen den Betrachtern in dem neuen Werk, das den Titel »Mystische Orte – Mörderische Geschichten. Spurensuche in Ostwestfalen-Lippe« trägt. Premiere ist am Donnerstag, 14. November im Warburger Cineplex.

Elf Mythen und Legenden

In dem Mix aus Dokumentation und Spielfilm werden elf Mythen und Legenden aus dem Raum Ostwestfalen-Lippe, von Warburg bis Minden-Lübbeke, genauer unter die Lupe genommen. Dabei wechseln sich humorvolle mit teils grausamen und unheimlichen Geschichten ab. 54 Darsteller in historischen Kostümen haben bei den Sagen und Mordgeschichten mitgespielt. Gedreht wurde auch im Warburger Land, etwa im Schloss Willebadessen, auf der Egge und am Desenberg.

Verknüpft werden die Geschichten durch Herbert Gruber und Michael Vockel-Böhner, die alle »Tatorte« in heutiger Zeit aufsuchen und miteinander fachsimpeln. Diese Sequenzen sowie mitreißende Landschafts- und Tieraufnahmen und beeindruckende Impressionen von Warburg, mit der Drohne aufgenommen, werden in Farbe gezeigt. Die nachgestellten historischen Aufnahmen, etwa des Drachentöters vom Desenberg, dargestellt von Thorin Joswig, oder der Hexen von Barntrup wurden in Schwarz-Weiß gedreht.

Filmemacher ist auch Erzähler

»Ich hatte schließlich 40 Stunden an Filmmaterial, die auf 90 Minuten zugeschnitten wurden«, erzählt Filmemacher Peter Schanz. Er war beim Dreh nicht nur Regisseur, sondern auch Kameramann und Cutter. Seine ruhige Stimme führt im Kinostreifen als Erzähler von Szene zu Szene. Den Soundtreck hat er ebenfalls zusammengestellt. Musikerin Barbara Jäckel hat die Titelmelodie und die Musik für die »Weiße Lilie von Corvey« komponiert.

Für die Leitung und Planung war Anke Schanz zuständig. »Bei den Dreharbeiten zum Desenberg-Drachen haben wir sogar einen Polizeieinsatz ausgelöst«, erinnert sich Anke Schanz. Ein Drache soll der Sage nach den erloschenen Vulkan über der Warburger Börde so lange bewohnt haben, bis ein listenreicher Ritter mit drei Spiegeln auf seinem Schild das Monster besiegte – und das westfälische Geschlecht derer von Spiegel begründete.

40.000 Euro Produktionskosten

Weil der Desenberg aber keine Höhle für einen Drachen hat, wurde diese Szene im Hohlen Stein bei Kallenhardt (Sauerland) gedreht. Passanten informierten die Polizei über das Treiben in der Kulturhöhle, was zwei Beamte auf den Plan rief: »Zum Glück hatten wir eine schriftliche Genehmigung«

Die Kosten für die Produktion beliefen sich auf nur 40.000 Euro, weil die Darsteller unentgeltlich agierten und die Kostüme teilweise in Heimarbeit entstanden.

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