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SPD und Grüne appellieren an die Moral – Laurentiushöhe, Eisenhoitschule und Alte Post als Alternative

Deutliche Kritik an Bauplänen für Dössel

Warburg (WB/vah)

SPD und Grüne haben am Dienstag im Warburger Rat noch einmal scharf die Pläne kritisiert, in den kommenden zwei Jahren in der alten Börde-Kaserne in Dössel 650.000 Euro zu investieren. Mit dem Geld soll ein marodes Gebäude abgebrochen (2021) und ein neues Haus für Asylsuchende errichtet werden (2022).

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Die Zukunft der Flüchtlingsunterkunft am Horenberg in Dössel bleibt strittig. Foto: Jürgen Vahle

Im Vorfeld der Entscheidung hatten sich auch zahlreiche Bürger und in der Flüchtlingshilfe engagierte Warburger gegen das Vorhaben ausgesprochen. Ihre Kritik: Die alte Börde-Kaserne sei auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise nur ein Notbehelf gewesen. Hier weiter zu investieren, behindere die Integration der in Warburg lebenden Flüchtlinge.

Dieser Meinung schloss sich auch SPD-Fraktionschef Patrick Engelbracht an. „Die SPD-Ratsfraktion betrachtet dieses Planung als kritisch, da eine gute Integration von Geflüchteten nur im Rahmen einer sozialraumorientierten Quartierspolitik erfolgen kann“, begründete er. Die Verwaltung könnte objektiv betrachtet für 550.000 Euro eine große Anzahl an Wohnungen über das Stadtgebiet verteilt anmieten. „So können wir sehr gezielt und flexibel dem jeweiligen Bedarf entsprechen und auch das Wachstum der Ortsteile aktiv mit steuern“, machte Patrick Engelbracht deutlich.

Bündnis 90/Die Grünen deutlich schärfer im Ton

Deutlich schärfer im Ton waren Bündnis 90/Die Grünen. Der Neubau einer Flüchtlingsunterkunft in der alten Kaserne am Horenberg sei „verzichtbar und vor allem unlogisch und moralisch billig“, sagte Maria Theresia Herbold, die die Haushaltsrede hielt. „Einerseits freuen wir uns über den Zuwachs der Bevölkerungszahlen – und dass damit unsere Kitas und Schulen wieder gefüllt wurden sowie arbeits- und ausbildungswillige Menschen die Stadt bereichern. Und dann wollen wir für diese Menschen Quartiere auf der grünen Wiese schaffen“, kritisierte die Ratsfrau. Sollte aus städtischer Sicht neben den bestehenden Einrichtungen an der Kleebrede und an der Bahnhofstraße ein zusätzliches Angebot notwendig sein, sollte dies stadtnah im Gebäudebestand errichtet werden, forderten die Grünen im Rat.

Allerdings sein ein solcher Bedarf bisher nicht begründet worden, merkt Maria Theresia Herbold an. Als Standorte für einen Neu- oder Umbau einer solchen Unterkunft käme laut Grünen die Laurentiushöhe, die Eisenhoitschule oder die Alte Post in Frage.

In Warburg sind derzeit 91 Asylsuchende in Dössel, 46 in der Einrichtung an der Bahnhofstraße und 37 an der Kleebrede untergebracht. 220 Plätze für Flüchtlinge sind frei, hatte der 1. Beigeordnete Klaus Braun zuletzt erklärt.

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