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Ausstellungseröffnung im Museum im „Stern“ – 33 Werke von Joachim Ickrath im Fokus

„Die Geometrie ist das, was bleibt!“

Warburg (WB). Die nächste Ausstellung mit dem Titel „Colorcode“ wird am Sonntag, 26. Januar, um 11 Uhr im Warburger Museum im „Stern“ eröffnet. Präsentiert werden 33 Arbeiten von Joachim Ickrath. „Die künstlerische Tätigkeit ist das Ganz-Andere. Letztlich geht es in der Kunst um die Suche nach dem Unbekannten, um die Erweiterung des Bewusstseins und des Wissens auf verschiedenen Ebenen“, erklärt der Künstler sein Leitmotiv.

Die Gäste der Ausstellungseröffnung wird Rainer Mues, Vorsitzender des Museumsvereins, im Warburger Museum im Stern begrüßen. Im Gespräch mit dem Künstler Joachim Ickrath führt er in die Ausstellung „Colorcode“ ein. Foto: Daniel Lüns

Joachim Ickrath lebt als freischaffender Künstler in Völklingen (Saarland) und zeigt in Warburg, dem Wohn- und Schaffensort seines Sohnes Sebastian, eine Serie teils bisher unveröffentlichter Werke, die in den vergangenen Jahren entstanden sind.

Präzise definierte Farbigkeit

Das umfangreiche Werk des 1940 in Berlin geborenen Malers und Grafikers ist bestimmt durch klare Strukturen, durch präzise definierte Farbigkeit, durch ausgewogene Flächen- und Raumdispositionen, die auf mathematischen Systemverfahren der geometrischen Progression basieren. Inspiriert ist diese künstlerische Haltung vom Konstruktivismus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als streng gegenstandslose, reduziert-geometrische Stilrichtung der Klassischen Moderne.

Während seines Studiums an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel erhielt er entscheidende Impulse von den Schweizer Konstruktivisten Camille Graeser und Richard Paul Lohse, die sein künstlerisches Wirken nachhaltig prägten. Seit den 1960er-Jahren thematisiert Joachim Ickrath ordnungsgebundene Gestaltungssysteme in einfachen geometrischen Formationen und gewinnt aus der reichen Variation von Farb- und Formkorrelationen in seinen Bildern eine vielgestaltige Lebendigkeit mit hoher ästhetischer Suggestivkraft.

Seine Werke zeigen klare Strukturen

„Die Geometrie ist das, was bleibt!“ Diesen Satz von Platon hat Joachim Ickrath zum Leitspruch seiner konstruktivistischen Kunst gemacht, die im Spannungsbogen zur geometrischen Form steht. Seine Werke zeigen klare Strukturen. Hinzu kommen klar abgegrenzte Farbfelder. Oft werden Elemente wiederholt und dabei verändert. Zusammentreffende Linien erzeugen beim Betrachter Räume und geraten in Bewegung.

im Jahr 1966 war Ickrath Mitherausgeber der Kunstzeitschrift „ZAAZ”, die das Ziel hatte, die monatlich entstandenen Arbeiten direkt zu publizieren. Von 1970 bis 1981 unternahm der Künstler zahlreiche Studienreisen in Europa, Asien und Amerika. Während eines zweijährigen Aufenthalts in Indien beschäftigte er sich mit indischen Religionen und Philosophien.

Intensive Auseinandersetzung mit der indischen Religion

Die intensive Auseinandersetzung mit der indischen Religion (Krishna-Bewusstsein) strukturierte Ickraths Denken. Als Suchender und Lernender hat er sich mit der Sprache, der Mythologie, den umfangreichen Versepen und Spruchsammlungen vertraut gemacht – eine Denkweise, die seitdem sein Leben und seine Arbeit prägt.

Die Gäste der Ausstellungseröffnung wird Rainer Mues, Vorsitzender des Museumsvereins, am Sonntag begrüßen. Im Gespräch mit dem Künstler Joachim Ickrath führt er in die Ausstellung ein. Die musikalische Umrahmung hat Evelyn Reger übernommen. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 1. März.

Aus Anlass der Ausstellung ist ein Katalog im Farbdruck im Umfang von 48 Seiten zum Preis von zehn Euro aufgelegt worden.

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