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Caritas Wohnen in Warburg bietet digitale Wege der Kommunikation an

Die Isolation überwinden

Warburg (WB). Auch wenn es nun zu ersten Lockerungen kommt: In Zeiten von Corona treffen die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen Menschen mit Behinderung ganz besonders. Die Caritas Wohnen im Erzbistum Paderborn gGmbH beschreitet daher neue Wege, um den Bewohnern ihrer Hausgemeinschaften eine Möglichkeit zu bieten, die soziale Distanz zu überbrücken.

Die Caritas Wohnen bietet ihren Bewohnern in Corona-Zeiten digitale Wege der Kommunikation an. Foto:

Die Mitarbeiter stellen für die Bewohner mithilfe von Computern Kontakt her, um während der Besuchersperre mit Familienangehörigen, Freunden und Kollegen zu sprechen und sich auch durch die Videofunktion nicht aus den Augen zu verlieren.

Risikogruppen müssen geschützt werden

„Für Menschen mit Behinderung ist seit Corona nichts mehr wie vorher. Das betrifft Erwachsene genauso wie Kinder und Jugendliche. Es ist für sie gerade eine verkehrte Welt, die sie nicht begreifen. Da wird dieses neue Kommunikationsangebot gern genutzt“, berichtet Karl-Heinz Vogt, Geschäftsführer der Caritas Wohnen gGmbH.

Auf der einen Seite müssen sich die Bewohner als Risikogruppe speziell schützen. Aber das bringt eben automatisch eine Isolation mit sich. Die Situation ist für sie oft schwer zu ertragen, da sie es manchmal kognitiv nicht begreifen können, heißt es in einer Pressemitteilung weiter. Die alternativen Gestaltungsmöglichkeiten in Wohneinrichtungen fallen schwerer als in der Familie.

Individuelle Termine fallen aus

In der Caritas Wohnen leben die Menschen mit Behinderung in sogenannten besonderen Wohnformen und an verschiedenen Standorten. Zurzeit leben die Menschen in der Gruppe ohne Unterbrechung zusammen. Individuelle Termine wie Spieltherapien oder Freizeitgruppen fallen aus. Besuche bei der Familie, bei Freunden dürfen nicht erfolgen, die Besuchsmöglichkeiten sind unter strikten Auflagen sehr streng.

Deshalb stehen Mitarbeiter der Caritas Wohnen, die nicht in den Hausgemeinschaften arbeiten, zu bestimmten Zeiten per Skype zur Verfügung, um sich über Nachrichten auszutauschen oder zu spielen. „Das ist wenigstens ein kleines bisschen Abwechslung. Die Bewohner nehmen das Angebot rege an, freuen sich und lernen so auch immer mehr, wie man mit digitalen Medien umgeht“, berichtet Andrea Spehr, die für das Team Teilhabe für die Freizeitgestaltung zuständig ist.

Um das Skype-Angebot für Menschen mit Behinderung zu ermöglichen, hat die Caritas Wohnen die Anschaffung der ersten technischen Geräte durch Spendengelder finanziert. Die gesammelten Erfahrungswerte sind bislang sehr positiv. Die digitale Kommunikation sei ungewohnt, mache aber großen Spaß, sobald der gewünschte Gesprächspartner auf dem Bildschirm erscheine, berichtet der Träger.

400 Erwachsene und 100 Kinder und Jugendliche

Da bei der Caritas Wohnen mehr als 400 erwachsene Menschen und über 100 Kinder und Jugendliche in verschiedenen Wohnformen leben, sind auch mehr Geräte gefragt. „Mit der Skype-Funktion können sie die Situation besser ertragen. Aber um zu skypen, brauchen wir die technischen Geräte wie Handys oder Tablets“, sagt Christian Jasny, der im Geschäftsbereich Wohnen für das Spendenmanagement zuständig ist.

„Mit diesen Geräten können wir auch nach der Corona-Phase durch Schulungen und Workshops die digitalen Fähigkeiten der Klienten fördern und die Möglichkeiten der Kommunikation nutzen“, sagt er. Für dieses Projekt bittet die Caritas Wohnen um weitere Spenden. Zum Spendenprojekt gibt Christian Jasny telefonisch unter 05641/93207 oder per E-Mail an c.jasny@cww-paderborn.de weitere Informationen.

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