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Erstmals Ministrantentag im Jugendhaus Hardehausen veranstaltet

»Die Mannschaft Gottes«

Warburg (WB). Es klingt fast wie in einem Fußballstadion: Mehr als 250 Ministranten, alle in ihr Gewand gekleidet, rufen während der Heiligen Messe in der voll besetzten Jugendkirche in Warburg-Hardehausen lautstark durcheinander – fast wie der Jubel nach einem Tor. Es ist Messdienertag, zum ersten Mal im Jugendhaus Hardehausen.

Mehr als 250 Ministranten aus den Dekanaten Höxter, Paderborn und Büren-Delbrück sind kürzlich nach Hardehausen gekommen, um am ersten Ministrantentag teilzunehmen. Spiel und Spaß standen im Jugendhaus des Erzbistums im Vordergrund. Foto:

Zu Beginn des Gottesdienstes, der das Ende eines ereignisreichen und spannenden Tages bildet, will Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder die Meinung derer einholen, die an diesem besonderen Tag im Mittelpunkt standen. Solle der Messdienertag in Zukunft wiederholt werden? Die Antwort der Ministranten ist deutlich: »Klar, auf jeden Fall!«

Schon am Vormittag zeigt sich, wie viel Spaß die Ministranten bei zahlreichen Workshops auf dem Gelände in Hardehausen haben. Jeder konnte sich im Vorfeld eine von zwölf Aktivitäten aussuchen: Von Graffiti und Hip-Hop-Tanzen über die Mitarbeit auf dem Jugendbauernhof bis hin zur Erkundung der Kirche.

Alle genießen die Gemeinschaft und das Beisammensein

In kleinen Gruppen marschieren die Ministranten bei strahlendem Sonnenschein zu ihren Workshops. Helfer und Betreuer geben ihnen das nötige Wissen mit auf den Weg – dann sind die Ministranten selbst dran. Sie entwerfen ihre eigenen Graffitis, drucken ihr Lieblingsbild auf Holz oder basteln aus vermeintlichem Müll wie einer Chipsdose neue, nützliche Gegenstände wie einen Handyhalter. Mal wird ganz konzentriert und still gearbeitet, dann wieder laut gelacht. Alle genießen die Gemeinschaft und das Beisammensein und sind froh, dass die Dekanate Höxter, Paderborn und Büren-Delbrück den Messdienertag ins Leben gerufen haben.

»Ich finde es toll, dass Ministranten aus so vielen Gemeinden zusammenkommen und einfach einen schönen Tag zusammen verbringen« sagt Jakob aus Delbrück. »Man kommt auch mal mit anderen Ministranten in Kontakt, mit denen man sonst nichts zu tun hat. Und es gibt richtig tolle Angebote.« Der 17-Jährige hat sich für Graffiti entschieden und lernt von Betreuer Chris, was es beim Sprayen alles zu beachten gilt. Mit zehn anderen Ministranten entwirft er dann sein ganz eigenes Kunstwerk und freut sich, dass er sich kreativ ausleben kann.

»Mir gefällt dieses Gemeinschaftsgefühl, man ist nie alleine«, sagt auch Luisa aus Lüchtringen. Neben Action und Kreativität bilden spirituelle Angebote einen weiteren Schwerpunkt.

Alle Ministranten sind wie ein Fußballteam

Am Nachmittag stehen vor allem Spiel und Spaß im Vordergrund. Die Ministranten können sich in dicke Anzüge gehüllt als waschechte Sumo-Ringer ausprobieren, auf Kisten in die Höhe klettern oder eine menschliche Kicker-Mannschaft bilden. Wohin man auch sieht, ist Freude und Begeisterung in den Gesichtern der Ministranten zu sehen. Wer sich genug ausgepowert hat, kann bei Musik und Getränken in einer Lounge oder dem Schatten der Bäume entspannen.

»Solche Tage sind sehr wichtig, damit die Ministranten auch erleben, dass sie eine große Gemeinschaft sind«, erklärt Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder. Er beschreibt: »Viele erleben sich sonst vor Ort in den Gemeinden nur eher als kleinere Gemeinschaften. Aber hier jetzt mit mehr als 250 Ministranten einen Tag gemeinsam zu erleben mit viel Spaß und Freude – das ist ein starkes Zeichen.« Heute hätten die Ministranten es gesehen: »Wir sind viele und nicht wenige.«

Ein ebenso starkes und schönes Zeichen ist es auch, als alle Ministranten in ihren Gewändern zum Abschluss gemeinsam in die Kirche einziehen und den Gottesdienst feiern. Es wird laut mitgesungen und während der Lieder geklatscht. Stephan Schröder erinnert in seiner Predigt daran, dass alle Ministranten wie ein Fußballteam sind, sie alle gehören zur »Mannschaft Gottes«. An Tagen wie diesem, stellt Jakob aus Delbrück fest, »bekommen andere Leute auch mal mit, dass Kirche gar nicht so langweilig ist. Es ist schön und bietet eine tolle Gemeinschaft.« Wer das laute Rufen der Ministranten nach einer Wiederholung gehört hat, weiß, dass das Gemeinschaftsgefühl nicht nur Jakob gefallen hat.

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